BANCOMATEN, ohnehin ständig von Menschentrauben belagert, sind erstens langweilige, zweitens unsichere und drittens ungemütliche Raststätten. Und seit die Polizei ständig vor Taschendieben warnt, trägt man Bargeld sowieso nur noch mit gemischten Gefühlen in der Jackentasche herum. Ladenbesitzer wissen das. Deshalb hatten sie ein Einsehen und richteten in ihren Geschäften kleine Kästchen ein. Anstatt mit Geld bezahlt man den Bildband von Grönland oder den Wochenendeinkauf nun mit Karte. Das ist praktisch. Ganz nebenbei verschaffen einem diese Kästchen auch jedesmal ein paar Augenblicke unverdienten Glücks. Hat man sich nämlich erfolgreich an den Pin für die Karte erinnert und ihn mit OK bestätigt, und hat die Kassierin dasselbe mit dem Preis getan, wird es plötzlich so still wie sonst nur im Lift. Die Kasse piept nicht mehr. Kundin und Verkäuferin finden sich vereint in innigem Schweigen. Demütig gesenkten Kopfes warten sie darauf, dass die Götter im Datenolymp den Transfer genehmigen und die Karte freigeben. Zu den Hochjagdzeiten in den Supermärkten über Mittag und am Abend kann das gut und gerne eine Minute dauern. Eine Minute göttlicher Ruhe, ganz umsonst. Wo gibt's das denn sonst?