AUCH IM TABAKISTISCHEN gibt es die Magie der Namen, und keiner hat ihr so gehuldigt wie Hermann Burger, der grosse Sohn des Stumpenlands. Wer die Schweiz von der verrauchten Dorfbeiz und vom Bahnperron her kennt, wo einem noch Stumpenqualm ins Gesicht zieht, dem sind auch Namen wie Villiger-Kiel und Rio 6 nicht fremd. Es sind cigarristische Legenden, die im Schatten des grossen Booms gern vergessen gehen.
Die Firma Villiger wurde 1888 gegründet. Kein geringerer als der Wortmagier Burger schrieb hundert Jahre später einen Beitrag zur Firmenfestschrift. Wenn in Kuba der Name Villiger genannt wird, denkt dort kaum jemand an den Bundesrat, sondern an dessen älteren Bruder Heinrich. Er ist unbestritten einer der Grand Old Men der Cigarre, ein arbeitsamer Selbstdenker mit Verantwortungsbewusstsein und einer gesunden Distanz zu den Medien. Bei der Arbeit trägt er Jeans, aber einmal am Tag gönnt er sich eine Havanna. Wenn er Gäste durch seine Produktionsbetriebe führt, nimmt er sich Zeit: ein intelligenter Causeur ohne doppelten Boden. Villiger spielt nicht nur eine Rolle im Cigarrenhandel, sondern weiss zusammen mit seiner Schwester Monika auch in der Produktion innovative Akzente zu setzen.
Eine angenehme Überraschung ist die neue Produktelinie Constellation im Aluminiumrohr. Die elegante grossformatige Constellation Black Power ist zwar weniger stark, als ihr Name suggeriert, aber sie bietet für den Preis einen schönen Rauchgenuss. Der dunkle Shortfiller ist würzig, hat ein regelmässiges Brandverhalten und bleibt im Aroma bis zum Schluss von konstanter Qualität. Die Constellation Black Slims sind 5 Cigarren im Virginiastil, gewissermassen die trendigen kleinen Brüder der Americanos. Der stabile doppelwandige Tubus macht sie zum idealen Begleiter für Skiabfahrten und Hochtouren. Wohl nicht jedermanns Sache dürfte die Villiger Premium No. 8 sein, eine süss-aromatische Cigarre mit reiner Pfeifentabakeinlage. Wer Pfeifenrauch möchte, ohne eine umständliche Prozedur vorzunehmen, ist mit dieser Neuigkeit jedoch gut bedient. Für Habanophile ist sie eher gewöhnungsbedürftig.