WENN SICH AUS DER NEUEREN wissenschaftlichen Literatur der Forensik ein Ratschlag für Einbrecher gewinnen lässt, dann dieser: nie hungrig oder durstig auf Diebestour gehen! Im Artikel «Ungewöhnliche Fälle aus der Zahnforensik in Norwegen» (International Journal of Legal Medicine, Vol. 112, S. 201-203) wird beschrieben, wie ein Einbrecher auf Grund der Zahnabdrücke überführt werden konnte, die er auf einem Flaschendeckel am Tatort hinterlassen hatte. Den zur Identifikation nötigen Vergleichsabdruck lieferte der Täter der Polizei frei Haus, als er im Streifenwagen eine Mineralwasserflasche mit den Zähnen öffnete. - Die Arbeit «Speichel von einem Biss in Käse liefert DNS-Profil eines Einbrechers: Eine Fallstudie» (American Journal of Forensic Medicine and Pathology, Vol. 3, S. 197-203) erzählt die traurige Geschichte eines Diebes, der dem «gelben Käse», den er am Tatort fand, nicht widerstehen konnte. Die Bissspuren von «hoher Qualität» blieben den Fahndern nicht verborgen: Sie froren das Beweisstück ein und übergaben es zehn Tage später einem Labor, das in den miteingefrorenen Speichelresten auf dem Käse DNA-Spuren fand, die mit jenen des Verdächtigen übereinstimmten. Der unbeherrschte Gourmand war überführt.