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Die Zwei-Millionen-Dollar-Sandale
© Peter Püntener, Zürich
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| Palmblattsandale aus Theben. |
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Woher der Begriff Pantoffelheld kommt, was mit Neil Armstrongs Mondschuhen geschah und wer Schuhgrösse 64 trägt: Kurioses aus der Geschichte des Schuhs.
Von Karin Baumann
Der Älteste: die Sandale aus Fort Rock Cave, Oregon
Die ältesten bis heute gefundenen Überreste getragener Schuhe lokalisierten Wissenschafter 1938 in einer Höhle in der Nähe von Fort Rock im Bundesstaat Oregon, USA. Das älteste Fundstück wurde mittels Radiokarbonmethode auf 10 500 Jahre bestimmt.
Gefertigt wurden diese Schuhe aus Pflanzenfasern der Rinde des Wüstenbeifusses, einer Salbeiart, wobei die Fasern zu Schnüren gedreht und miteinander verbunden wurden. Es entstand eine Art Espadrille, die eine eng geflochtene Sohle und eine Fusskappe besass. Mit Schnüren wurde sie um das Fussgelenk befestigt. Getragen wurden sie vermutlich von nordamerikanischen Ureinwohnern, die sich während der Wintermonate in die schützenden Höhlen von Fort Rock zurückzogen.
Der Kunstvollste: die ägyptische Palmblattsandale
Frühe Funde aus Theben, Oberägypten, zeigen kunstvoll geschwungene, sorgfältig geflochtene Palmblattsandalen, die sich auf 1250 Jahre vor Christus datieren lassen. Ihre schmale Form mit aufgebogener Spitze erstaunt: Einfachere, breitere Sandalen würden auf dem heissen Wüstensand den besseren Schutz liefern.
Schlankheit und Eleganz deuten daher auf einen eingeschränkten Gebrauch und auf eine Sonderstellung des Trägers hin. Altägyptische Darstellungen zeigen bei bestimmten religiösen Zeremonien einen mit blossen Füssen gehenden Pharao. Barfüssig ist er vermutlich, um einer Gottheit zu huldigen. Hinter ihm ist jeweils eine Person zu erkennen, welche die Sandalen des Pharaos emporhebt.
Der Vornehmste: der Purpurschuh der Kopten
Allein die Materialien deuten darauf hin, dass die koptischen Frauenschuhe aus Ägypten im 5. und 6. Jahrhundert nach Christus nur von der wohlhabenden Oberschicht getragen und bezahlt werden konnten. Die rote Farbe stammt von der Purpurschnecke. Das Verfahren, die Farbe zu gewinnen, war aufwendig und teuer. Die zierlichen Ornamente sind aus echtem Blattgold. Purpurfarbene Schuhe bezeichneten auch den Byzantiner von hohem Rang, und nicht zuletzt trägt der heutige Papst noch immer rote Schuhe.
Der Rebellischste: die Sandale des Caligula
Die Schuhmode des Altertums war vielfältig und genaustens reglementiert. So konnten der soziale Rang und das Vermögen eines Römers an seinem Schuhwerk abgelesen werden. Diese Normen bewusst missachtend, trug Gaius Caesar (römischer Kaiser von 37 bis 41 n. Chr.) bevorzugt die Caliga, eine Sandalenform, die den Soldaten vorbehalten war. Dies brachte ihm den Übernamen Caligula ein.
Der Längste: der Schnabelschuh
Ab dem 12. Jahrhundert wuchsen die Schuhspitzen so sehr in die Länge, dass ein normales Gehen in den modischen Schnabelschuhen nicht mehr möglich war. Die Schuhspitze wurde deshalb hochgebogen und mit einer Kette um das Knie befestigt oder ausgestopft. In der Schlacht von Sempach 1386 waren die langen Schuhschnäbel für die Kämpfer so hinderlich, dass sie kurzerhand abgeschlagen wurden, wie in Diebold Schillings Chronik illustriert und durch die Ortsbezeichnung Schnabelfeld belegt ist.
Die Spitzen der Frauenschuhe waren kürzer als diejenigen der Männerschuhe. Die Kirche betrachtete Schnabelschuhe als moralisch verwerflich und versuchte sie immer wieder zu verbieten – die Länge der Schnäbel der Männer war offensichtlich mit deutlichen erotischen Untertönen besetzt. Doch selbst Verbote durch päpstliche Erlasse vermochten der Mode nichts anzuhaben.
Der Verliebteste: der Trinkbecher
Dass der Schuh ein Glücks-, Schutz-, Fruchtbarkeits-, Liebes- und Treuesymbol sein kann: Wer ist sich dessen in unserer rational geprägten Welt heute noch bewusst? In ländlichen Gegenden des östlichen Europa trinkt der Bräutigam Wein aus dem Schuh seiner Braut. Diese Tradition des Treueschwurs hat ihre Wurzeln in den Trinkgefässen der Gotik. Spezialanfertigungen von sogenannten Liebesbechern in Schuhform aus Leder oder Schiefer, verziert mit Silber oder Gold, waren bei Adligen beliebt. Oft wurden Liebesschwüre eingraviert, zum Beispiel: NE.VEULT.AULTRE. – will keine andere.
Der Breiteste: der Kuhmaulschuh
Im 16. Jahrhundert setzten sich breite, gerundete Schuhe durch, die äusserst plump wirkten. Entsprechend ihrer Form wurden sie «Kuhmäuler», «Bärentatzen» oder «Kalbsmüler» genannt. Die geschlitzte Variation wies Schnitte im Oberleder auf, welche die kostbaren Stoffe der Strümpfe durch das Leder scheinen lassen sollten. Zeigte ein Modell zwei seitlich ausgestopfte Spitzen, so wurde es als Hornschuh bezeichnet. Ab 1550 mässigten sich die Schuhbreiten wieder.
Der Höchste: die Chopine der venezianischen Kurtisane
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verbreitete sich in Venedig eine waghalsige Schuhmode. Vermutlich nach Vorbildern der orientalischen Badestelzschuhe trugen die Damen – meistens Kurtisanen – Stelzschuhe, Chopinen genannt. Der Oberteil dieses bis zu 50 Zentimeter hohen Schuhs war aus edlen Materialien wie Samt, Seide, Gold und Silber gefertigt und glich einem Pantoffel.
Der hohe Sockel der Chopine bestand aus Holz oder Kork und wurde mit Leder, Damast, Samt oder anderen wertvollen Stoffen überzogen. Unklar bleibt, ob sich die Trägerinnen lediglich die Füsse im Schlamm nicht beschmutzen wollten oder ob sie sich einem Modediktat beugten. Jedenfalls verunmöglichte die zum Teil extreme Höhe der Chopinen ein Gehen ohne fremde Hilfe, die Damen stützten sich auf zwei Dienerinnen ab, um sich fortbewegen zu können.
Der Härteste: der Reitstiefel
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war an den europäischen Höfen die Stiefelmode tonangebend. Zunächst waren es weiche Lederstiefel, die sich wie Strümpfe eng ans Bein schmiegten; man musste erst die Füsse ins Wasser tauchen, um die Stiefel mit Hilfe eines Dieners, des Stiefelknechts, anziehen zu können. Ab 1650 kamen Stulpenstiefel auf, deren Schäfte mit Pech und Wachs gehärtet wurden. Die so fabrizierte extreme Härte der Stiefel schützte vor Sturzverletzungen. Die Vergrösserung der Stulpe war modisch bedingt und hatte einen unangenehmen Nebeneffekt: Bei Regenwetter sammelte sich in ihr das Wasser und lief in den Stiefel. Um sich das mühsame Ritual des An- und Ausziehens der Reitstiefel zu ersparen, gingen Reiter mitunter gestiefelt zu Bett.
Der Absatz, vermutlich mongolischen Ursprungs, war notwendig, um den Stiefel im Steigbügel zu halten. Da der Absatz dem Träger einen stolzen Gang erlaubte, wurde er auch auf andere Schuharten übertragen.
Der Gefährlichste: der Rokokostöckelschuh
In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts rutschten die Rocksäume hoch und erlaubten den Blick auf das Schuhwerk. Erstmals seit der Antike gab es wieder eine eigene weibliche Schuhmode.
Der Schuh wurde zum festen Bestandteil des jeweiligen Kostüms: oft aus demselben Stoff wie das Kleid, bestickt, besetzt mit Edelsteinen und versehen mit wertvollen Schuhschnallen. Sogar die Rücknaht des Schuhs erhielt bei ausgefallenen Stöckelschuhen ein Schmuckstück, welches bisweilen auch aus Smaragden bestand und «Venez-y-voir» hiess – deutlicher konnte die Aufforderung, einen Blick auf den Fuss zu werfen, nicht sein.
Die Form der Schuhe war spitz, schmal und mit hohem, geschwungenem Absatz, welcher der Frau eine Haltung aufdrängte, die das Décolleté betonte. Manchmal war der Absatz so hoch, dass der elegante Gang schwankend wurde und ein Stock oder Schirm beim Gehen zur Hilfe genommen werden musste. Im Freien benutzten die Frauen eine Trippe, einen Überschuh aus denselben Materialien wie der Schuh, der verhinderte, dass der Absatz im Schmutz stecken blieb.
Der Schmalste: der Escarpin
Die Französische Revolution setzte der höfischen Dekadenz ein Ende. Der Absatz wurde als verhasstes Zeichen der Aristokratie geächtet, flache, einfache Schuhe, sogenannte Escarpins, setzten sich durch. Das kreuzweise Schnüren von Bändern erinnerte an antike Sandalen. Schmal und klein: So sollte der Fuss sein. Sich in enge Escarpins zu zwängen, war trotz den feinen Stoffen nicht bequem, die Schuhe konnten oft nur eine Ballnacht lang getragen werden, nachher war die Seide oder der leichte Baumwollstoff geplatzt. «Die zertanzten Schuhe», das Märchen der Brüder Grimm, spielt auf dieses Phänomen an: Die zwölf Schwestern tanzten pro Nacht je ein Paar Schuhe durch.
Der Bequemste: der Pantoffel
Unter den Pantoffel zu kommen, das hiess für einen Mann, sich (endlich) zu verheiraten, häuslich zu werden und einen eigenen Hausstand zu gründen. Um dem Geliebten ein Zeichen zu geben, dass es vielleicht Zeit wäre, an eine Heirat zu denken, nähten und bestickten Frauen um 1800 Pantoffeln, die sie dem Angebeteten zum Geschenk machten. Wurde der Hinweis verstanden, wurde aus diesem Mann ein Pantoffelheld.
Auch berühmte Männer erhielten solche Geschenke. Marianne von Willemer beglückte Johann Wolfgang von Goethe zu Weihnachten 1816 mit einem Paar Pantoffeln, auf welche sie in persischer Schrift «Suleika» einstickte – den Übernamen, den ihr Goethe in seiner Gedichtsammlung «West-östlicher Divan» verliehen hatte.
Der Kleinste: der Gin Lien
Gin Lien, goldende Lotusblüte, wurden die Schuhe der chinesischen Frauen genannt, deren Füsse künstlich am Wachsen gehindert wurden.
Seit dem 10. Jahrhundert bestand die Tradition, die Füsse der adligen Frauen ab dem Kleinkindalter mit Seiden- und Baumwollbändern so einzubinden, dass sie verkrüppelten, indem die Zehenpartie nach unten geschnürt wurde. Dies verursachte unsägliche Schmerzen und verunmöglichte ein normales Gehen und Stehen. Je kleiner die Füsse einer Frau waren, desto höher standen ihre Heiratschancen.
Den gebundenen Füssen kam auch eine erotische Bedeutung zu, welche in den Verzierungen der Schuhe zum Ausdruck kam. Erst die Gründung der Republik im Jahr 1911 setzte dem Fussbinden, das sich auf alle sozialen Schichten ausgebreitet hatte, ein Ende. Aber erst Anfang der 1950er Jahre zogen die letzten Frauen die Bandagen fest an.
Der am weitesten Gereiste: der Astronautenstiefel
«Thats one small step for man, one giant leap for mankind» – mit diesen Worten betrat der Amerikaner Neil Armstrong 1969 als erster Mensch den Mond. Der Abdruck seiner Schuhe war der Beweis für die Eroberung einer neuen Welt.
Mondspaziergänge stellen die höchsten technischen Ansprüche an Schuhe: Müssen sie doch extremen Temperaturen widerstehen, Kleinstmeteoriten trotzen, gegen den felsigen Mondboden schützen und dennoch eine möglichst hohe Beweglichkeit des Fusses gewährleisten. Die Schuhe, mit denen Neil Armstrong den Mond betrat, schweben heute irgendwo im Weltraum. Aus Angst vor einer möglichen Kontamination und zur Gewichtsreduktion – zahlreiche Mondgesteinsproben belasteten die Apollo – wurden die Originale der ersten Moonboots im All entsorgt.
Der Meistgetragene: der Bu Xie
Die Bu Xie gehörten einst ebenso zur kommunistischen Uniform wie die geknöpfte Jacke oder die sternbesetzte Mao-Mütze. Innen sind sie weiss gefüttert, die Sohle aus steifem, rotem Plastic oder weisser Baumwolle. Aufgekommen sind die Schuhe bereits während der Qing-Dynastie (1644–1911). Daher sind sie vielmehr Ausdruck der chinesischen als der kommunistischen Kultur.
Geschätzt werden die Bu Xie in China nicht nur wegen des günstigen Preises, sondern auch, weil sie die Füsse nicht in ein Fussbett zwingen, wie dies europäische Schuhe tun. Getragen werden die Bu Xie heute immer noch von allen, vom modernen Städter bis zum Landarbeiter.
Die Teuersten: Judy Garlands Pumps und Stuart Weitzmans Sandalen
Die teuersten getragenen Schuhe sind rote, paillettenbesetzte Pumps. Entworfen wurden sie vom Hollywood-Designer Gilbert Adrian für Judy Garland. Sie trug die Schmuckstücke im Filmklassiker «The Wizard of Oz» 1939 in der Rolle der Dorothy. Für die Filmaufnahmen wurden acht Paar der roten Schuhe hergestellt. Die jüngste Versteigerung eines Paares im Jahr 2000 löste 666 000 Dollar.
Den höchsten Preis für ein neues Paar Damenschuhe verlangte der Schuhhersteller Stuart Weitzman: 2 Millionen Dollar bezahlte die Sängerin Alison Krauss für ein Paar Sandalen. Der «Cinderella Slipper», wie Stuart Weitzman die Schuhe taufte, ist mit 565 in Platin gefassten Kwiat-Diamanten besetzt.
Die Grössten: die Schuhe von Robert Wadlow und Leonid Stadnyk
Gute Schuhe sind teuer. Was bedeutet es also, einen guten Schuh in Übergrösse bezahlen zu müssen? Der 1918 geborene Amerikaner Robert Pershing Wadlow, der grösste Mensch, der je gelebt hat, löste dieses Problem, indem er im Alter von zwanzig Jahren für die International Shoe Company in den USA zu arbeiten begann. Sein Lohn: Er erhielt unentgeltlich Schuhe. Obwohl 1940 verstorben, hält er noch immer den Weltrekord für die grössten Füsse. Sie massen 47 Zentimeter.
Der grösste lebende Mensch ist der Ukrainer Leonid Stadnyk. Auch ihm bereitete des Thema Schuhe Sorgen. Winters konnte er nicht mehr als Tierarzt arbeiten, da er keine Winterschuhe der Grösse 64 fand. Die deutsche Schuhmacherei Wessel – ein Familienbetrieb, der auf ungewöhnliche Schuhe spezialisiert ist – stellte ihm daraufhin drei Paar Schuhe zur Verfügung.
Der Tierischste: der Elefantenschuh
Jumbo, ein weiblicher Elefant aus dem Turiner Zoo, wurde 1959 auserkoren, Mitglied einer Expedition zu werden, die Hannibals Alpenüberquerung (218 v. Chr.) nachvollzog. Dafür erhielt die Elefantendame vier Spezialschuhe, die in zweimonatiger Arbeit aus Leder und Leinwand hergestellt wurden. Trotz den Fusskleidern legte die Expedition nicht die ganze Strecke zurück. Die letzten acht Kilometer wurden als zu gefährlich beurteilt, die Expedition wurde abgebrochen. Die Elefantenschuhe fanden daraufhin den Weg ins Museum der englischen Stadt Northampton, deren Schuhindustrie den Schuh hergestellt hatte.
Der Bedeutungsvollste: der Mocassin der Lakota
Mocassins gehören zu den amerikanischen Ureinwohnern, das ist uns seit früher Kindheit bekannt – denn nur in den weichen Mocassins lässt sich geräuschlos anschleichen. Weniger bekannt ist, dass jedes Indianervolk seinen eigenen Schuh hat, der sich in Machart und Verzierung unterscheidet.
Die Lakota, die zum Volk der Sioux gehören und den Mittleren Westen der USA besiedelten, stellten Mocassins her, deren Laufsohlen mit Glasperlen bestickt wurden. Getragen wurden sie nur von den Toten bei ihrer Bestattung. Die Hinterbliebenen glaubten, dass die bestickten Sohlen Spuren am Himmel hinterliessen, wenn die Toten auf der Milchstrasse Richtung Süden, ins Land der Geister, wanderten. Diese Spuren konnten von der Erde aus verfolgt werden.
Der Wärmste: der Stiefel der Inuit
Das Leben an der Grenze der Zivilisation verlangt Schuhe, die den Menschen gegen die Widrigkeiten der Natur zuverlässig schützen. Die Kamiks der Inuit sind das wichtigste Element ihrer Kleidung, denn nasse, kalte Füsse können in den arktischen Gegenden tödliche Folgen haben.
Jede Region hat ihre Eigenheiten bezüglich Präparation der Robbenhäute und -felle, bevorzugter Herstellungstechnik sowie dekorativer Muster für die Kamiks. In einzelnen Gegenden unterscheiden sich zudem die Männer- von den Frauenstiefeln: Bei den Ungava-Inuit verlaufen beim Kamik für Männer sowohl Haarrichtung des Robbenfells wie auch dekorative Elemente vertikal, beim Kamik für Frauen horizontal. So lässt sich trotz dicker Kleidung aus weiter Ferne erkennen, ob eine Frau oder ein Mann naht. Die Herstellung der Kamiks ist in jedem Fall Frauensache.
Der Billigste: der Flip-Flop
Flap, Flap, Flip, Flop… Weltweit bewegen sich Mann und Frau auf den für alle erschwinglichen Kunststoffsohlen. Die Herstellung geschieht fast ausschliesslich in Asien, wodurch die Kosten für ein Paar im Centbereich liegen.
Flip-Flops zählen zur Gruppe der Zehenstegsandalen, einer der Sandalenurformen des alten Ägypten. Auch die Japaner kannten diese Zehensandale seit Jahrhunderten unter dem Namen Zori. An ihnen orientierte sich der grösste Flip-Flop-Hersteller, die brasilianische Firma Havaianas, die seit 1962 über 2,2 Milliarden Paare weltweit verkauft hat.
Karin Baumann ist Historikerin und ehemalige Kuratorin des Bally-Schuhmuseums in Schönenwerd; sie lebt in Zürich.
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