NZZ Folio 05/96 - Thema: Entführt!   Inhaltsverzeichnis

Wunderblock -- Danke, vielen Dank

Von Peter Haffner

EIGENTLICH pflegt man ja dem zu danken, von dem man etwas bekommt, es sei denn, man ist Amerikaner und hat ein Buch geschrieben. Dann dankt man denen, die einen daran nicht gehindert haben. Und da man als Amerikaner eben ein bisschen überschwänglich ist, dankt man noch ein paar Leuten mehr - den Eltern, die einen erzogen haben, den Kindern, die zu erziehen einem die Zeit gefehlt hat, und der Frau, ohne die . . . Nun ja, wer hätte sonst Kaffee gekocht?

So weit, so gut. Das Studium jüngster Danksagungen in amerikanischen Büchern lässt jedoch ahnen, dass es damit nicht sein Bewenden haben wird. Es kommt der Tag - und niemand soll sagen, wir hätten nicht davor gewarnt -, da werden die Danksagungen länger sein als alles, was sonst noch so ein Buch ausmacht. Laurie Garrett, deren Liste bedankter Freunde, Kollegen, Vorgesetzter und Institutionen es gut und gern mit dem New Yorker Telefonbuch aufnehmen kann, hat die Massstäbe gesetzt. «I would also like to thank», schreibt sie, «the physical therapists and physicians at the Miller Institute in Manhattan who kept my body fairly functional through this often taxing process, as well as massage therapists Joan Jacob Howe and Jeanette Kossuth.»

Wie heisst ihr Buch, nun auch auf deutsch erschienen, doch gleich? Ach ja - «The Coming Plague».


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