Wer einen grossen Garten pflegt und an heissen Sommertagen die Blumen nicht verdursten lassen will, braucht einen langen Gartenschlauch. Wohin damit, solange er nicht benutzt wird? Man rollt ihn auf einen Wagen. Sechzig Meter gehen in mehreren Lagen auf die Trommel. Wenn man später einmal ein kurzes Stück Schlauch brauchen sollte, um nur das nächstgelegene Beet zu wässern, wird man soviel wie nötig abrollen und den Rest auf der Trommel lassen. Man schliesst nur noch das Ende an die Wasserleitung an und dreht den Hahn auf, so einfach ist das - denkt man. Aber was tun, wenn kein Wasser durch die Schlauchrolle dringt?
Den Grund könnte man sehen, wenn der Schlauch durchsichtig wäre. Offensichtlich ist Luft im Schlauch. Jede Luftblase, die in einer der aufgewickelten Schlauchwindungen von Wasser eingeschlossen ist, erhöht den Druck, der nötig ist, Wasser durch den Schlauch zu pressen, und zwar um den Druck einer Wassersäule von gleicher Höhe wie die Luftblase. Das ist der Höhenunterschied zwischen ihrer unteren und ihrer oberen Grenze gegen das Wasser im Schlauch. In einer einzelnen Windung erreicht er zwar höchstens den Druck einer Wassersäule, die so hoch ist wie der Durchmesser der Schlauchwindung, aber in einer Schlauchrolle mit 50 Windungen kann sie sich zu einem enormen Widerstand addieren, der nur durch entsprechend grossen Wasserdruck überwunden werden kann. Bei zwölf Zentimeter Radius der Windungen können so sieben Meter Wassersäule zusammenkommen, die einem Druck von 0,7 bar entsprechen.
Aber es gibt ein Patentrezept, das Wasser allen Widerständen zum Trotz doch zum Laufen zu bringen. Man kippt den Schlauchwagen einfach zur Seite. Da liegt er, und - siehe da - das Wasser fliesst. Jetzt liegen die Windungen ungefähr in der Horizontalebene, wenn man davon absieht, dass der Schlauch mit geringerer Ganghöhe schraubenförmig aufgewickelt ist. Dadurch schrumpfen die Druckhöhen so dramatisch, dass das Wasser fast wie von selbst durch die Schlauchrolle läuft.