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NZZ Folio 01/09 - Thema: Die Finanzkrise Inhaltsverzeichnis
Editorial -- Jenseits von Gut und Börse
Dieses Heft ist für alle, die sich eigentlich nicht für Wirtschaft interessieren, aber trotzdem wissen möchten, was es mit der Finanzkrise auf sich hat.
Von Mikael Krogerus
Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass wir knietief in der grössten Wirtschaftskrise seit 1929 stehen. Detroit ist keine Autostadt mehr, Regierungen mussten Banken retten, die Rezession greift um sich. Es hat sich inzwischen auch herumgesprochen, dass der Auslöser dieser Krise ein Wort aus dem Maklerjargon war: Subprime-Mortgage, zu deutsch minderwertige Hypothek.
So weit, so bekannt. Aber wer hat wirklich verstanden, was passiert ist? Die Zeitungen drucken kryptische Analysen im Fachchinesisch der Ökonomen. Da ist von «Derivat-Emittenten» die Rede und von «gehedgten Positionen». Es geht uns wie damals im Physikunterricht, als alle nickten und keiner sich traute, nachzufragen, weil jede Frage bewiesen hätte, dass man nichts verstanden hatte.
Schwierige Zeiten sind gute Zeiten für Journalisten. Alex Blumberg, Adam Davidson und Ira Glass, drei Radioreporter aus Chicago, entschieden sich, ein paar dieser «dummen» Fragen zu stellen. Eine lautete: Warum verliehen die Banken Geld an Leute, die es nie würden zurückzahlen können? Die Reporter suchten keinen Schuldigen, sie wollten bloss verstehen, was passiert war. Heraus kamen zwei brillante Radiostunden über die Finanzkrise. Wir haben die Sendungen aktualisiert und um einen dritten Teil erweitert, in dem wir jenen Fragen nachgingen, vor denen sich sogar die US-Reporter drückten: Wie funktioniert Verbriefung? Was zum Teufel ist ein Derivat? Wie können minderwertige amerikanische Hypotheken das globale Finanzsystem ins Wanken bringen? Wir fragten Börsenhändler und Risikoanalytiker, bis wir Antworten erhielten, die wir verstanden.
Achtung! Sie erfahren in diesem Folio nicht, wo Sie Ihr – soweit noch vorhandenes – Geld investieren sollen; auch nicht, was das Jahr 2009 bringen wird. Aber die Lektüre wird Ihren Blick dafür schärfen, in was für einem System wir leben: Wer drinnen ist und wer draussen, wer handelt und wer zusieht, wer die Regeln macht und wer verdient. Vor allem werden Sie sich wieder trauen, dumme Fragen zu stellen, um gute Antworten zu erhalten.
Mikael Krogerus ist NZZ-Folio-Redaktor.
Leserbriefe:
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich bin in der Finanzanalyse tätig und weiss darum um die Schwierigkeit, die komplexe Realität der Krise auf eine einfache und verständliche Weise weiterzugeben. Dem NZZ Folio zur Finanzkrise ist dies hervorragend gelungen, ohne dass man sich dabei zu sehr in widersprüchlicher oder ideologischer Kritik verfangen hätte. Gratulation! Christian Fröhlich, per E-Mail
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Noch vor wenigen Monaten wären die drei Beiträge des NZZ Folio - die endlich einmal einen Überblick vermitteln - sehr wahrscheinlich auf der Seite Nichtgedruckt-xx gelandet, obwohl diese drei Beiträge sinnvollerweise vor ein paar Jahren geschrieben bzw. zur Pflichtlektüre hätten erklärt werden müssen.
Aus der Lektüre scheint - kurz zusammengefasst - hervorzugehen, dass das System im Prinzip in der Annahme bestand, dass für dieselbe Ware (seien dies nun Hypotheken oder Swaps etc.) in neuer Verpackung und und mit neuen schlau tönenden Bezeichnungen versehen, immer höhere Preise bezahlt würden und dass für diese Preise keine obere Grenze existiere. Nur unter dieser Annahme bzw. so lange endlos höhere Preise bezahlt werden, kann dieses System funktionieren.
Unter der Annahme, dass die Zahl der Teilnehmenden unbegrenzt ist, funktioniert aber auch das System von
B. Madoff! Denn auch beim System Madoff entsteht kein Problem, so lange ohne Ende neue Geldeinschiesser rekrutiert werden können und die früheren Geldgeber sich mit dem Besitz des immer grösser gewordenen virtuellen Vermögens zufrieden geben.
Die beiden Systeme unterscheiden sich demnach nicht grundsätzlich voneinander sondern sind zwei Varianten der allgemeinen Fehleinschätzung, dass etwas (z.B. das Wachstum) unbegrenzt sei. Leider gehen die beiden Wachstumssysteme in der Regel nach einer Phase mit mässigem Wachstum in eine Phase mit stärkerem Wachstum über und lassen sich nicht unterscheiden. Das eine aber nur für eine beschränkte Zeit. Wer so unvernünftig ist, dass er nur auf das Wachstum bzw. auf den (vorläufigen) Profit schielt, kann die beiden Systeme nicht unterscheiden. Aus dem Verlauf entlarvt sich das System erst, wenn die Wachstumskurve auf das Sättigungsniveau (S-Kurve) einbiegt - in einem System, das einzig auf dem Prinzip basiert, dass für dasselbe immer mehr bezahlt werden muss, ist der Absturz danach zwingend. Während die transparenten theoretisch unendlichen Wachstumssysteme (Schneeballsysteme ) vielerorts mit einer Strafandrohung belegt sind, sind es die intransparenten nicht.
Ob man es sich da bei der Beschränkung der Ursachensuche auf die allgemeine Gier nicht doch etwas zu einfach macht? Es muss mindestens noch ein kleines Quantum Dummheit dabei sein. Klar scheint auf jeden Fall zu sein, dass es im Finanzwesen ist wie in allen Bereichen: Es hat offensichtlich niemand mehr den Überblick. Vielleicht wollen auch zu viele den Überblick gar nicht haben, so lange die kurzfristige Rendite zu stimmen scheint. Otmar Jakob, Riehen
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich bedanke mich bei Ihnen bestens für die Nummer zur Finanzkrise. Endlich hat mir jemand verständlich gemacht, wer weshalb wie und wofür in der Krise steckt. Auch unser Jüngster hat sich die Lektüre begeistert einverleibt.
Annette Godinez, Bern
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Dieses Folio hätte genau ein Jahr früher geschrieben werden sollen. Es erhellt die Hintergründe, wie es zur Finanzkrise kommen konnte, die selbst vielen Bankern nicht bewusst waren. Dazu passt auch Binders Vexierbild ausgezeichnet: Herr Ospel als Zauberer, der Banknoten in weisse, wertlose Zettelchen verwandelt. Erika Affolter, Bern
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Zu Ihren Artikeln über die Finanzkrise brauche ich nicht viel Worte zu machen: es ist Ihnen vorzüglich gelungen, auch Nichtfachleuten dieses komplizierte, schädliche Geflecht sehr verständlich darzulegen. Die zahlreichen Leserbriefe beweisen es zudem. Mein Kompliment! Hätte (beispielsweise) Bundesbankpräsident a. D. Hans Tietmeyer diese Arbeit früher lesen können: dem deutschen Steuerzahler wären – nur – bei der Hypo Real Estate vielleicht Kredite und Bürgschaften von (bisher) bald 100 Milliarden erspart geblieben! Und bei dieser Gelegenheit: Ihre Artikel lese ich stets mit großer Aufmerksamkeit, mitunter auch im Wirtschaftsteil. Fand ich doch am 24. April 2007 unter „Die Hausse stirbt mit der Euphorie“ die Bemerkung: „…die Schwäche des US-Immobiliensektors, welche Börsianer derzeit eher ausblenden, könnten sich schnell auf das Geschäftsklima der Unternehmen und ihre Gewinne auswirken.“ Ihre Einschätzung nahm ich ernst und verkaufte in Folge meine bescheidenen, unspektakulären – nicht spekulativen – Fonds und kam so fast ohne Verluste davon. Ihren Artikel habe ich anschließend vor die Abrechungen über Festverzinsliche Wertpapiere geheftet, zur „immerwährenden“ Erinnerung. Jürgen W. Fritz, Bankkaufmann, Frankfurt am Main
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Der bekannte US-Soziologe Richard Sennett meint: "Ich definiere das Handwerk als eine Arbeitshaltung. Handwerk meint, die Sache um ihrer selbst willen gut machen zu wollen, nicht weil man dadurch das Ziel verfolgt, viel Geld zu scheffeln. Das gilt für den Arzt genauso wie für den Programmierer, für den bildenden Künstler genauso wie für den Autohersteller." Vielen Bankern ist diese Arbeisthaltung offenbar abhanden gekommen. Dies ist vermutlich der tiefere Grund für die Banken- bzw. Finanzkrise. Diese Gefahr lauert heute in allen Branchen und Berufen, da vor allem der kurzfristige finanzielle Erfolg sowie der heutige Kosten- und Wettbewerbsdruck das Handwerk im Sinne Sennetts zunehmend verdrängen und so auch Sinn und Freude an der Arbeit untergraben. Ohne Sinn und Freude an der Arbeit bleibt nur noch die Freude am Bonus, am schnellen Gewinn. Diese Freude vor allem der Banker hat nun weltweit Wirtschaft, Staat und Gesellschaft in eine beispiellose Krise gestürzt. Eine zukunftsfähige Entwicklung der Banken verlangt wieder eine intensive Pflege des Handwerks als Arbeitshaltung. Nur mit einer solchen Arbeitshaltung können die Banken den Weg aus der Krise finden. Vor allem auch zu grosse Boni versperren diesen Weg, weil sie eine unseriöse und verwerfliche Arbeitshaltung fördern. Insbesondere die Grossbanken müssen rasch mit der Förderung dieser Arbeitshaltung ihre Krise nachhaltig überwinden, sonst werden sie immer wieder weltweit zu einer Gefahr für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Sie werden so auch zu ihren eigenen Brandstiftern. Werner Streich, Zürich
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich habe mit großem Spass Ihren Dreiteiler zur Finankrise gelesen. Ich habe noch nie - trotz täglicher Lektüre von FAZ und NZZ - eine solche profunde, aufklärende und vor allem unterhaltsame Darstellung des ganzen Finanzdramas gelesen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Text! Und vor allem Dank an die Autoren in Übersee und in der Schweiz! Holger Schwabe, Berlin
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Das jüngste Folio betr. Finanzkrise war hervorragend. Die Erklärungen für “Leute, die sich nicht für Wirtschaft interessieren“, präsentieren die Zusammenhänge so luzid, dass sie auch für Beteiligte und Betroffene den Aha-Effekt auslösen. Werner Martignoni, Muri/BE
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich möchte Ihnen für die sehr instruktive und auch für Laien verständliche Zusammenfassung der Ursachen und der Entwicklung der Finanzkrise danken, besonders für die Erklärung der Finanz-Instrumente, speziell der toxischen CDO und der CDS, sowie der Zusammenhänge zwischen den Marktteilnehmern wie „globaler 70'000 Milliarden Geldtopf“, Banken, Versicherungen, Makler, Greenspan (sehr gutes Foto, übrigens!). Allerdings erwecken so ausgezeichnete Berichte auch bei „Leuten, die sich nicht für Wirtschaft interessieren“, die Neugierde, und so wäre meine nächste Frage: Welche Rolle spielten die Zentralbanken und ihre Politik der Liquiditätsbereitstellung bei der Entstehung der Finanzkrise, und überhaupt: Wie funktioniert eigentlich die Geldschöpfung ? Die Bedeutung, die Länge und die Komplexität der Finanzkrise würden sicherlich noch ein weiteres Heft zu diesem Thema rechtfertigen. Friedrich Mark, Wien
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
ein grosses Kompliment für Ihr brillantes Folio über die Finanzkrise! Als normalerweise an Finanzdingen nicht sonderlich interessierte Laie habe ich erstmals ein paar Zusammenhänge wenigstens in Ansätzen verstanden und das kalte Gruseln bekommen ob der Einblicke in die wahnwitzige Finanzwelt. Bis jetzt konnte mir noch niemand so anschaulich und nachvollziehbar diese Dinge erklären wie Sie. Herzlichen Dank dafür. Franziska Kessler, per E-Mail
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich möchte Ihnen ein Riesenkompliment zu Ihrer plastischen und eindrücklichen Beschreibung der Entstehung der aktuellen Finanzkrise machen. Auch für einen sogenannten „Finanzexperten“, der seit über zehn Jahren im institutionellen Anlagegeschäft in leitender Stellung tätig ist, war dies eine hervorragend investierte Lesestunde. Gerade dieser Zielgruppe ist die Lektüre dieser Zeilen ans Herz zu legen, damit bei der Verkürzung des Zeithorizonts im Vergessen solcher Krisen zum Vorteil kommende Generationen hoffentlich eine Trendumkehr erreicht werden kann. Dr. Stephan Ph. Thaler, Thalwil
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich betrachte die Art und Weise, wie dieses Thema im Boulevardstil abgehandelt wurde als verpasste Chance, um die Ursachen der Finanzkrise allgemein verständliche zu erklären. Es braucht keine bildhafte Sprache und spannende Stories um ein komplexes Thema darzustellen, sondern Hinweise auf die Schlüsselstellen im Finanzsystem. Die Übung ist leider missraten. Ich bin keinen Deut klüger als vorher, aber das mag ja auch an meiner bescheidenen Auffassungsgabe liegen. Heinz Bertschinger, lic. oec., Gutenswil
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ein lautes Bravo und eine standing ovation haben Sie mit Ihrem Januar NZZ Folio über die Finanzkrise verdient: meines Erachtens das Beste der letzten bisher erschienen Hefte. Die unerklärlichen Ereignisse wurden einleuchtend erklärt .Das Heft sollte zur Musslektüre für jeden Anlageberater vor dem täglichen Arbeitsbeginn erklärt werden. An meiner langjährigen Strategie nur Direktanlagen in Aktien zu besitzen, werde ich festhalten. Dr. Johannes Hohl, Basel
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Mit der ersten Nummer von 2009 ist Ihnen ein Volltreffer gelungen. Die drei Artikel zur Finanzkrise "für Leute, die sich nicht für Wirtschaft interessieren" sind das Beste, was ich in der Publizistik jemals gelesen habe, und ich habe viel darüber gelesen. Sie haben eine ideale Darstellungsform gefunden, die der Sache angemessen bleibt - kein unpassender human touch! - und doch die Finanzkrise so anschaulich erklärt, dass man sie verstehen kann, ohne BWL studiert oder eine Bankbetriebslehre absolviert zu haben! Ich habe die Artikel drei Mal hintereinander gelesen und war jedes Mal begeisterter. Dieses Lob gilt sowohl für den aus USA übernommenen Text wie auch für den dritten Teil, den Ihre Redakteure selbst verfasst haben. Die Darstellung der Verbriefung war über den übernommenen Text hinaus notwendig und sinnvoll. Alles ist so gut zu verstehen, dass man sich wirklich mit den Fragen beschäftigen kann, die sich aus der Analyse ergeben: Wie kann die Krise bewältigt werden? Welche Strategien von Notenbanken und Regierungen sind sinnvoll, welche nicht? Dient die Bewältigung der Krise einem Neuanfang, mit dem sich dasselbe ähnlich wiederholen wird? Prof. Dr. Manfred Trapp, Nürnberg
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Vielen Dank für das Folio über die Finanzkrise, das ich mit grossem Interesse und Lerngewinn lese. Höchstens einmal im Jahr kommt ein Folio, bei dem mich nicht die Zeit reut, es auch nur durchgeblättert zu haben. (zB. 9/96, "Krank im Kopf"; 11/98, "Therapiert"; 8/07, "Dreizehnjährig"; 6/08, "Perlen aus dem Internet"). Vor einiger Zeit habe ich in einem Leserbrief gebeten, die NZZ möge neben den Klagen über die Ungebildetheit des Durchschnittsbürgers in Finanz- und Geld-Fragen (ich bin so einer) doch etwas dagegen tun. Nach diesem Folio, und auch schon nach den Artikeln im Wirtschaftsteil vom 6.9.08 (Stiglitz) und 27.11.08 (Mohr) fühle ich mich wirklich etwas weniger ungebildet. Sabine Steck, Binz
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Da ich selber bis vor kurzem als Strukturierer für ABS-Wertpapiere tätig war, bin ich sehr dankbar für die wunderbar kurzweilige, verständliche und spannende Darstellung dessen, was ich am eigenen Leib in den letzten 18 Monaten erlebt habe. Dies trifft allerdings nur auf die ersten zwei Teile der Darstellung zu. Der dritte Teil entspricht dem, was ich aus der Medienberichterstattung der letzten Zeit gewohnt bin: Mangel an detaillierter Sachkenntnis, pauschale (Fehl-)Einschätzungen sowie sehr "trockene" Darstellung. Selbst (oder gerade) für einen Experten kein Lesevergnügen - da bin ich anderes von meinem geliebten Folio gewöhnt. Matthias Wyrwoll, Frankfurt am Main
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich möchte Ihnen und Ihrem ganzen Team ein Kompliment machen für die Ausgabe "Die Finanzkrise". Dieses komplizierte Thema wurde noch nie so einfach dargestellt, und doch war es nicht so vereinfacht, dass es nicht mehr stimmte. Leider fehlt ein Aspekt: Die Banken haben Körperschaften gegründet die sie ausserhalb der Bilanz führten (Conduits, usw.) Noch in keiner Publikation hat jemand erklärt, wie diese Konstruktion wirklich funktioniert. Wollen Sie es versuchen? Dies ist als Anregung gedacht. Alfred Heinrich, Meggen
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Herzliche Gratulation! Die im letzten Heft geschürten Erwartungen wurden vollumfänglich erfüllt. Die drei Hauptartikel vermitteln ein verständliches und eindückliches Bild über den Anfang der aktuellen Wirtschaftskrise. Martin Bieri, per E-Mail
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Danke für das sehr informative Folio. Nun aber bitte Antworten: Hat man diese Entwicklung in den USA bei uns nicht wahrgenommen, falsch eingeschätzt, nicht reagiert? Hat die NZZ z.B. informiert und deutlich gesagt, was sich zusammenbraute (seit Halloween 2006; siehe Seite 29)!? Auch wir Schweizer ein Volk von simplen Spekulanten und Nachläufern?! Beat Hirzel, Schlieren
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Durch Zufall bekam ich diese Ausgabe geschenkt und habe sie allgemein in Gestaltung als sehr hervorragend empfunden. In der heutigen marktschreierischen Zeit keinesfalls mehr eine Selbstverständlichkeit. Bleiben Die dabei! Ihren Erklärungen zur Finanzkrise möchte ich hiermit Respekt und Hochachtung aussprechen. Gestatten Sie mir dazu aber bitte ein paar wenige persönliche Bemerkungen zu machen. Ihr „Informationspaket“ zur Thematik war insgesamt eigentlich sehr interessant, aber letztlich doch zu umfangreich und doch unnötig, um den Kern der Problematik darzustellen. Heisst es im Journalismus als Arbeitsdevise eigentlich nicht stets, recht schnell zur Sache zu kommen? Was tun aber Sie? Sie stellen das Wesentlichste in den letzten Absatz Ihrer Abhandlungen, welches da unter „Ist die Gier der Menschen schuld?“ (S. 54) nachzulesen ist. Und um diese Gier zu kennen und dazu entsprechend zu handeln, bedarf es für mich keiner Professur. Deshalb bin ich auch ein Mensch, welcher von diesem immer wiederkehrenden Finanzmonster nicht betroffen ist – und zu keiner Zeit getroffen sein wird. Warum? Mein Gedächtnis wird nicht schwächer, weil es wachsam ist und hoffentlich auch bleibt. Hans-Friedrich Tschamler, Schopfheim-Wiechs D
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Herzliche Gratulation an die Autoren. Endlich eine verständliche und zusammenhängende Erklärung. Die Schuldzuweisung ist eben doch nicht so einfach. Es war ja gar niemand da, der das System überblickte. Und was sprach dagegen, an den scheinbar unendlichen Gewinnen teilzunehmen? Die Lektüre der Artikel zeigt, dass es an der Zeit wäre, sich zu besinnen und die "Reformen" dort anzupacken, wo es wirklich nötig ist, nämlich bei uns selbst. Wir lesen aber auch, dass das menschliche Gedächtnis schwächer geworden ist und die nächste Blase vielleicht schon im Entstehen ist. Marc Baumann, Zürich
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Vielen Dank für Ihre sehr erhellende Reportage über die Finanzkrise. Was mir persönlich etwas gefehlt hat, ist: ob und wie viel wer wann wusste. Ich denke da nur an die Bücher von Frank Partnoy, der sehr wohl all die jetzt eingetretenden Risiken beschrieben hat und auch Massnahmen nannte, wie man sich schützen konnte - aber niemand wollte hören. Sie schreiben: War es die Gier? Und tatsächlich, Frank Partnoys 2. Buch heisst "Infectious Greed", ansteckende Gier, aber das ist es nicht allein. Es braucht die aktive Beteiligung aller am Finanzmarkt teilnehmenden Personen inklusive Aufsichtsbehörden, und so etwas ist nur in dem grösserem Rahmen des sogenannten Ponzi-Schemas des Kapitalismus/Debitismus zu finden. Eine echte Lösung des Problems kann es auch nur mit einem gerechten Geld geben, welches eine gerechte Wirtschaftsordnung mit sich bringt, wie etwa die INWO fordert. Dirk Gerhardt, Handeloh D
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Grossartig, was Sie mit dieser Ausgabe gemacht haben. Ich hatte zwar schon etwa verstanden, wie das von Subprime-Hypotheken zur globalen Finanzkrise so ungefähr funktioniert hat, aber wenn ich das - im Familienkreis oder sonstwo - hätte erklären müssen, dann versagte mein Wissen, und von Bänklern erhielt man sowieso keine verständlichen Antworten. Ob die Finanzwelt von jetzt an, oder mindestens für die nächsten 20 Jahre, wohl mit buy, sell oder hold funktionieren wird? Herzlichen Dank. Urs Lanz, St. Gallen
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich bin seit Jahren Abonnent der NZZ und lese daher das Folio immer mit grossem Interesse. Ich gratuliere Ihnen auch zur letzten Nummer "Finanzkrise". Ich bin als ehemaliger Leiter einer Regionalbank eigentlich froh, dass Sie ein wenig die Banker entlasten, indem Sie betonen, dass Physiker und Ingenieure die Derivate weiterentwickelt hätten. Und dass die Banker diese nicht verstanden hätten. Aber es gäbe auch noch eine Bauernregel, die sagt: "Was der Bauer nicht kennt, dass (fr)isst er nicht." Aber wir haben uns zu weit vom Bauernstand entfernt... Mein Enkel interessiert sich für die Finanzkrise. Ich meine, man könnte ihm am ehesten die ganze Entwicklung anhand des Folio erklären. Fritz Hunziker, Oberentfelden
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ausgezeichnet geschriebene drei Artikel. Spannend, aufschluss- und lehrreich. Martin Keller, per E-Mail
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Ich möchte Ihnen zu diesem Folio recht herzlich danken und gratulieren. Wäre die ganze unglaubliche Geschichte nicht so ernst, so wäre sie als amüsanter Krimi zu lesen! Dieses Folio sollte eigentlich in alle Haushalte als Pflichtlektüre versandt werden. Vielleicht finden Sie einen Sponsor? Damit alle jene, die an diese Branche geglaubt haben, aufgeklärt werden. Eigentlich der grösste kollektive Betrug in der Geschichte. Ohne Angeklagte! Walter Vollenweider, Rüschlikon
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Das Folio beschreibt genau die Mechanismen der Finanzkrise. Darunter stecken noch Ur-Sachen, Krisen sind Brennpunkte von Entwicklungen, die uns die Richtung aus einem turning point heraus weisen. Das globale Schwergewicht verschiebt sich, grosse, dynamische Player im Osten sind aufgetaucht. Im Westen sind die Volkswirtschaften darauf ausgerichtet, aus Geld Geld zu machen und Nicht-Bedürfnisse zu produzieren, z.B. immer perfektere Wegwerfautos. Dieser Aufwand ist nicht tragbar - auch der Umwelt zuliebe übrigens -, denn alles, was keine grosse Marge gibt, "nur" notwendig ist, kommt aus China... In dem Punkt hatten Wall-Street, Abzocker & Co ein wenig Recht, sie sorgten dafür, dass die grossen Gelder nicht in sterbende Industrien flossen. Aber den smarten Bünzli fehlte die Klasse, um den Geldströmen eine sinnvolle, innovative Richtung vorzugeben. Gibt es noch Banquiers? Der Westen ist nicht mehr Hirsch auf dem Platz, wir müssen uns rühren! Laurentius W. Jaeger, Zürich
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Im neuen Folio versuchen Sie, Entstehung und Hintergründe der Finanzkrise zu durchleuchten. Nachstehend finden Sie eine ziemlich verständlich formulierte Erklärung für diese Katastrophe. Wie entsteht eine Finanzkrise? Heidi besitzt eine Bar in der Zürcher Innenstadt. Um den Umsatz zu steigern, beschliesst sie, die Getränke der treuen Kundschaft - mehrheitlich Alkoholiker ohne Arbeit - aufzuschreiben (ihnen also Kredit zu gewähren). Das spricht sich herum und dadurch drängen sich immer mehr Kunden in Heidi's Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung vorerst keine Sorgen machen müssen, verteuert Heidi die Preise für Wein und Bier, die meistkonsumierten Getränke, und erhöht damit ihren Umsatz massiv. Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank sieht in diesen Kundenschulden wertvolle künftige Guthaben und erhöht die Kreditlinie für Heidi. Er macht sich keine grossen Sorgen, er hat ja die Schulden der Alkoholiker als Deckung. Am Sitz der Bank transformieren topp ausgewiesene Banker diese Kundenguthaben in SUFFBOND, ALKBOND und KOTZBOND um. Diese Papiere werden dann weltweit gehandelt. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen bedeuten und wie sie garantiert werden. Da die Kurse aber steigen, werden die Papiere ein Renner. Eines Tages und obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (inzwischen selbstverständlich entlassen - Begründung: er wahr zu negativ) der Bank fest, dass man die Schulden der Alkis von Heidi's Bar langsam einfordern sollte. Die können aber nicht zahlen. Heidi kann ihren Kreditverpflichtungen nicht nachkommen und macht Konkurs. SUFFBOND und ALKBOND verlieren 95%, KOTZBOND hält sich besser und stabilisiert sich nach einem Verlust von 80%. Die Lieferanten hatten Heidi's Bar längere Zahlungsfristen gewährt und zudem in die Papiere investiert: Der Weinlieferant geht Konkurs, der Bierlieferant wird von einem Konkurrenten übernommen. Die Bank wird durch den Bund gerettet. Endlich mal eine einfache Erklärung... Arthur Fries, Wilen
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Herzliche Gratulation für die ausgezeichnete Erklärung der Gründe und Folgen der Finanzkrise. Fraglich scheint mir nur, was Leute, die sich nicht für Wirtschaft interessieren, mit diesen drei Analysen anfangen sollen. Der Schreibende hat sich beruflich sein Leben lang mit Wirtschafts- und Finanzproblemen herumgeschlagen. Das gründliche Studium dieser Erklärungen war eine sehr interessante, spannende Bereicherung des Wissenstandes. Doch als einfache Lektüre möchte er diese detaillierten Artikel keineswegs bezeichnen. Ein weitere gründliche Befassung damit wird sich als notwendig erweisen. Ich kann mich deshalb mit dem erwähnten Untertitel Ihrer Januarsausgabe nicht befreunden. Doch besten Dank für die wertvollen Belehrungen. Jacques Ittensohn, Nyon
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Mit Interesse habe ich eben das neue Folio zur Hand genommen. "Erklärungen für Leute, die sich nicht für Wirtschaft interessieren" genau der Titel, der mich anspricht, in der Hoffnung endlich ein bisschen klarer zu verstehen, um was es bei dieser Krise eigentlich geht. Im vollen Bewusstsein, mich in einer Doublebinde-Situation zu befinden, habe ich das Heft aufgeschlagen und schon beim ersten Hinsehen gewusst, dass diese Artikel nicht nur etwas für mich sondern auch für meine Schülerinnen und Schüler ist. Michael Goy, Muttenz
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Herzliche Gratulation zu den drei Beiträgen! Ein Kriminalroman verblasst dagegen. Klug geschrieben, mit eingeschobenem, manchmal eigenwilligem Humor, glänzen die Artikel über ein an sich sehr komplexes Thema, welches ich in dieser Ausführlichkeit und Einfachheit noch nirgends gelesen habe (und auch nicht erklärt erhielt). Nicht nur für Leute die sich nicht für Wirtschaft interessieren geschrieben, sondern bestimmt auch für sehr viele Banker, welche bis heute die Zusammenhänge der heutigen Krise nicht überzeugend darlegen können. Herzlichen Dank. Beat Maeder, per E-Mail
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Herzliche Gratulation zu dieser Folio-Ausgabe. Man schüttelt zwar nach der Lektüre noch immer den Kopf, weiss aber wenigstens der Spur nach, warum. Für mich – der ich noch immer mit diesem Problem kämpfe – ein Kernsatz: Daten sind wichtiger als der gesunde Menschenverstand. Leider, leider… Warum? Weil niemand Verantwortung übernehmen will und darf und kann. Daten als Verantwortungsträger – im Grunde genommen ein Hohn. Fritz Peter, per E-Mail
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Kompliment! Jetzt verstehe ich die Finanzkrise zwar immer noch nicht, kann aber die Hintergründe etwas besser nachvollziehen. Zu verstehen gibt es ja auch nicht viel, die Finanzwelt bastelt nach dem erneuten Zusammenbruch schon wieder an einer neuen Scheinwelt, die eher früher als später zusammenbrechen wird. Schade, dass diese Folio-Ausgabe mit einigen Bank-Inseraten "geschmückt" ist, die uns vorgaukeln wollen, dass dies alles nie wieder passieren wird...und sogar mit AAA-Rating werben, obwohl deren Bedeutung in den Artikeln zu genüge beschrieben wird. Am besten finde ich das Inserat einer Schweizer Grossbank, die mit einem ihrer Kunden wirbt und uns vorgaukeln will, er sei einer von uns. Man google dessen Namen und erhält Einblick in dessen lukrative Tätigkeiten, Verwaltungsratsmandate, Rotary-Mitgliedschaft usw. Als Normalverdiener zählt man ja schon lange nicht mehr zu den beliebten Grossbanken-Kunden, ausser als naives Opfer von faulen Hypotheken-Schulden. Da erhält man prompt wieder grosses Vertrauen in die alte Socke unter dem Kissen... Niels Stokholm, Schüpfen
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Gratuliere! Die 3-teilige Serie ist - aus meiner Sicht - das Beste, was in den letzten Jahren im Folio publiziert wurde! Der Untertitel auf dem Cover ist jedoch völlig falsch. Es müsste heissen: "Erklärungen für Leute, die sich für Wirtschaft interessieren". Ich würde gerne einen ebenso ausführlichen Bericht über die Konstruktion von "Barrier Reverse Convertibles" im Folio sehen. Ich habe versucht, selbst einen BRC auf dem Computer zu simulieren, um zu verstehen, wie die Banken auf ihre publizierten Renditen der BRC kommen. Für mich ist noch einiges unklar, vor allem die zeitlichen Abläufe, die von der Bank über die gesamte Laufzeit eines BRC eingehalten werden müssen. A. Restelli, Arlesheim
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Dieser Artiklel ist der Beste, den ich auf der Suche nach einer verständlichen Darstellung gelesen habe. Es war eine Erleichterung, nach den strapazierenden Versuchen mit all den unverständlichen Informationen der Medien, diese Informationen zu lesen. So stelle ich mir Berichterstattung vor. Vielen Dank. Harri Hofer, per E-Mail
Zu Editorial -- Jenseits von Gut und Börse - NZZ-Folio Die Finanzkrise (01/09)
Herzliche Gratulation zum neuen Folio 01/2009! Mit dieser Erklärung der Finanzkrise in einer so knapp wie möglichen Form haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Dem Leser wird klar, wie unklar all diese Anlagevehikel sein mussten, um sie mit "Gewinn" den Anlegern anzudrehen. Dass offensichtlich auch die "regulierenden" Behörden den Durchblick nicht hatten ist sehr bedauerlich. Hans-Rudolf Gloor, Suhr
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