NZZ Folio 07/02 - Thema: Tanzfieber   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Angriff des Killergockel

Von Reto U. Schneider
JETZT MÜSSEN HAI und Kampfhund um ihren schlechten Ruf als Killermaschinen fürchten. Die Konkurrenz kommt aus dem Hühnerstall und fällt hinterhältig über unsere Kinder her. In «Gockelangriffe auf Kinder» (Pediatrics, Vol. 79, S. 426-427) werden zwei Attacken beschrieben: die eine auf einen 3½ Monate alten Knaben, die andere auf ein 18 Monate altes Mädchen, dessen Verletzungen mit 123 Stichen genäht werden mussten. In «Zurückgebliebene Klaue nach einem Gockelangriff» (Pediatrics, Vol. 90, S. 106-108) war sich ein 5-Jähriger des «territorialen Verhaltens» des Hahns nicht bewusst. Die resultierende Attacke war so wild, dass erst zwei Monate danach tief unter der Haut eine verbliebene Klaue entdeckt wurde.

Auch bei Luft-Boden-Angriffen scheinen Vögel sich nicht immer an die Regeln eines fairen Kampfs zu halten, haben sie es doch meistens auf jenen Körperteil des Menschen abgesehen, der sich am schlechtesten mit einem spitzen Schnabel verträgt. Arbeiten wie etwa «Augenverletzungen durch Vögel» (Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde, Vol. 157. S. 810-814) oder «Vögelbetreffende Augenverletzungen» (Tropical Doctor, Vol. 23, S. 140) erzählen vom leidvollen Zusammentreffen von Auge und Schnabel.



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