ALS DAS RAUCHEN noch populär war, sah man Raucher Ringe blasen. Kleine liessen sie durch grosse laufen. Luftstrahlen können Ringwirbel erstaunlich weit befördern, ehe sie zerfallen. Man hat versucht, mit Heissluftwirbelkanonen Hagel zu bekämpfen und, im Zweiten Weltkrieg in Deutschland, gar eine Wirbelwaffe zu entwickeln.
Ein ähnliches Experiment inszenierten wir in einem populären Ratespiel im Fernsehstudio. Die Wirbelkanone war ein grosser Blechkessel, der vorn mit einer kreisrunden Blende versehen war und eine Membran als Rückwand hatte. Mit einem leichten Schlag darauf liess sich ein Ringwirbel erzeugen, der mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Metern pro Sekunde ins Studio lief, wo ein Leuchter mit fünf Kerzen stand. Ich stand knapp zehn Meter entfernt an der Kanone und hatte die Aufgabe, die Lichter auszublasen. Unser Experiment war als «Black-box»-Versuch geplant. Die Rateteams sollten erraten, welcher physikalische Vorgang die Kerzen zum Erlöschen brachte, ohne die Ursache zu sehen. Deshalb hatten wir die Wirbel zunächst nicht mit Rauch angefärbt. Sie blieben unsichtbar.
In den Proben hatte das Experiment prima geklappt bis auf den Umstand, dass die Wirbel etwas zuviel Auftrieb hatten. In der Sendung, in der das Studio zusätzlich von zwei Rateteams und 150 Studiogästen geheizt wurde, schien erst recht die Gefahr zu bestehen, dass die Wirbel über den Leuchter hinweglaufen würden. Deshalb zielte ich leicht nach unten. Beim ersten Schuss blieben alle Kerzen unbewegt, beim zweiten flackerten zwei Flammen ein bisschen, erst beim dritten ging eine Kerze aus. Applaus! Und dabei blieb es. Die restlichen vier Kerzen liessen sich nicht beeindrucken. Jetzt wurde Ölnebel in die Wirbelkanone geblasen und das Studio abgedunkelt. Wir beleuchteten die Wirbel von vorn mittels einer Lampe mit Parabolreflektor. Im Streulicht sah man wunderschöne Toruswirbel. Und, siehe da - sie liefen alle unter dem Leuchter durch! Jetzt war es leicht zu demonstrieren, dass Wirbel auf beachtliche Entfernung Kerzen auspusten können. Leser, die den Versuch machen möchten, können zum Beispiel eine Teedose zur Wirbelkanone umfunktionieren und sie, falls es einen Raucher in der Familie gibt, mit Tabakrauch füllen lassen.