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Editorial -- Ausserirdische
© Benno Maggi
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| NZZ Folio als Gemeinschaftsprojekt von fünf 13-Jährigen, drei Reportern und zwei Fotografen: vorne (v. l. n. r.) Anika, Anja, Jonas, Marc, Cayu, hinten (v. l. n. r.) Gudrun Sachse (Text), Monika Estermann (Bild), Reto U. Schneider (Text), Giorgio von Arb (Bild), Brigitte Hürlimann (Text). |
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Von Reto U. Schneider
Wenn Kinder dreizehn Jahre alt sind, begeben sie sich auf einen eigenen Planeten. Sie werden Ausserirdische, mit einer eigenen Sprache, eigenen Bräuchen und – wie es sich für ordentliche Ausserirdische gehört – kleinen Geräten, die die Erwachsenen nicht verstehen. Diese fremde Welt wollten wir in Augenschein nehmen. Zu diesem Zweck haben wir die übliche Form des NZZ Folios, verschiedene Artikel zu einem Thema zusammenzutragen, verlassen. Stattdessen berichten wir in acht Kapiteln aus dem Leben von fünf 13-Jährigen, die wir während eines halben Jahres begleitet haben.
Am ersten Schultag im August 2006 sassen wir – drei Reporter und zwei Fotografen – auf viel zu kleinen Stühlen in verschiedenen Schulzimmern des Döltschischulhauses im Zürcher Quartier Friesenberg. Aus den vier Klassen der 1. Sek wählten wir zwei Mädchen und drei Buben aus, die wir während der folgenden Monate beschatteten. Wir standen bei strömendem Regen am Fussballfeld, assen brav die halbgebackenen Pizzas aus der Haushaltkunde, gingen mit, um Modeschmuck zu kaufen. Wir luden uns bei den Jugendlichen zu Hause zum Essen ein und setzten uns danach mit der Familie vor den Fernseher. Und wir sprachen mit Eltern, Lehrern, Trainern – und natürlich vor allem mit den 13-Jährigen. Was dabei entstanden ist, dokumentiert den dramatisch-unspektakulären Alltag von Jugendlichen, die zwischen zwei Welten leben, in einem merkwürdigen Schwebezustand zwischen Kind- und Erwachsensein.
Dass das NZZ Folio in dieser Form erscheinen kann, ist nicht nur unser Verdienst. Allen voran müssen wir uns bei den fünf Jugendlichen bedanken: bei Anika, Anja, Cayu, Jonas und Marc, die uns in ihre Welt mitnahmen; dann natürlich bei ihren Eltern, die es zuliessen, dass sich ein Reporter ständig bei ihnen zu Hause herumtrieb; und schliesslich bei der Lehrerschaft des Döltschischulhauses, die uns Zugang zum Schulbetrieb gewährte.
PS: Aus Gründen des Persönlichkeitsrechts haben wir die Namen einiger Personen, die im Text vorkommen, verändert.
Monika Estermann, Giorgio von Arb Das Leben der 13-Jährigen in Bildern einzufangen, übernahmen die Fotografin Monika Estermann, die sich den Mädchen an die Fersen heftete, und der Fotograf Giorgio von Arb, der die Buben mit der Kamera beobachtete.
Leserbriefe:
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Meine Kritik kommt etwas spät und sie ist auch völlig unspezifisch, aber ich muss sie noch rasch loswerden: Ich fand das Heft über die 13-Jährigen schlicht genial. Die Idee, die Recherche, die Umsetzung, das Dranbleiben, die Schreibe; alles hat mich begeistert und ich staune, wie Sie es geschafft haben, dass alles wie aus einem Guss daherkommt. Es muss viel Arbeit dahinter stecken, aber man merkt's beim Lesen nicht, und das finde ich grosse Kunst. Brigitte Walser, Bern
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Wunderschön sensibel & einmalig schön in Thematisiertem, Wort & Bild. M. Lüdi, Zürich
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Ihr Heft "13-jährig" ist phänomenal gut. Das beginnt bei der Sprache, geht über die Fotos und gipfelt schliesslich in der Nähe. Sie gehen so nah an die Jugendlichen heran, dass sie lebendig werden. Ûnd doch bleiben die Journalisten immer im Hintergrund, nie geben sie sich zu erkennen. Ich möchte Ihnen allen, die mitgewirkt haben, herzlich gratulieren. Dieses Heft hat einen Platz in jeder Bibliothek verdient. Mike Sgier, Zürich
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Liebes NZZ FOLIO, ich bin 9 Jahre alt und habe das NZZ FOLIO "13-jährig" sehr spannend gefunden. Dieses Thema hat mich sehr interessiert. Danke für dieses Heft! Lena Guignard, Zürich
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
wunderbar, dieses heft ! schade, haben sie die jungen nicht noch viel länger begleitet - der text ist viel zu kurz .. und auch sehr schön geschrieben ! ich war selten so begeistert. nadja breu, per E-Mail
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Danke! Ich habe das Heft schon am Montag von A bis Z mit Spannung gelesen und viel gelernt, u.a. dass meine eigene Unsicherheit gegenüber solchen Teenies wahrscheinlich nicht grösser ist als die der Jugendlichen gegenüber uns Älteren. Ich werde in Zukunft versuchen, mehr Verständnis für kichernde, tuschelnde Mädchen und „toughe“ Buben aufzubringen. Jane Wirz, Zürich
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Ich möchte das einschlägige NZZ Folio allen Lehrerinnen-Kolleginnen und Lehrer-Kollegen der Mittel- und Oberstufe eindringlich zur Lektüre empfehlen, weil sie so einen selten erhellenden Einblick ins hermetische Second Life der Pubertierenden gewinnen können. Da die Autorinnen und Autoren ihre fünf Protagonistinnen und Protagonisten mit dem notwendigen Wohlwollen und Humor, den Jugendliche immer verdienen, begleitet haben, bietet die Lektüre über ihre Erfahrungen nicht nur Einsichten, sondern auch Vergnügen. Ernst Kaiser, Rapperswil
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Jeden Monat wieder zieht uns das NZZ Folio durch konzeptionelle Solidität, thematische Originalität, journalistische Professionalität und graphische Sauberkeit in seinen Bann. Die August-Nummer zum Thema "13-jährig" hat uns ganz besonders angesprochen. Den fünf Jugendlichen aus Zürich, die uns auf so unprätentiöse und erfrischende Art Einblick in ihren Alltag, ihre Denkweisen, Gefühlswelten und Ambitionen gewährt haben, danken wir ganz herzlich. Sie haben uns in unserer Überzeugung bestärkt, zuversichtlich in die Zukunft blicken zu können. Und dem Reporter- und Fotografenteam unsere Glückwünsche für die ausgewogene, stimmige und höchst lehrreiche Dokumentation der sechs Monate, in welchen Sie die fünf Jugendlichen begleitet haben. Danilo Tondelli und Evelyne Schönmann Tondelli, Basel
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Vielen herzlichen Dank für das Folio „13-jährig“! Ich habe es in einem Zug durchgelesen und war wie gefesselt von den Portraits und den Geschichten aus dem Leben dieser Teenager. Es ist euch wieder einmal ein Meilenstein gelungen! Tibor Rédai, per E-Mail
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Ich weiss nicht, wann ich zum letzten Mal in einer Zeitschrift einen Beitrag von dieser Länge A bis Z durchgelesen habe. da hat mir einfach alles gefallen von den Bildern bis zu der Sprache, die das Fremde und doch so Vertraute, in das hier eingedrungen wird, auf distanzierte und doch zupackende Weise beschreibt. Heute, wo die Presse sich in der Regel darauf beschränkt einem zu gruseln, indem sie Probleme breitwalzt, bis man sie schon gar nicht mehr sehen kann, ist diese Art von Artikeln wirkliche Information. Christof Bieli, Basel
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Ich möchte Ihnen zu dieser Reportage über Anika, Anja, Jonas, Marc und Caju ganz herzlich gratulieren. Sie ist in jeder Beziehung ein Wurf. Ich bin selten Texten und Fotos begegnet, die das Leben von 13-Jährigen so authentisch wiedergeben. Unsere 14-jährige Tochter hat die Geschichten an einem Abend verschlungen - hätte sie sicher nicht, wenn sie sich nicht hätte identifizieren können. Ich würde, hätte ich die Möglichkeit, diese Reportage für den Zürcher Journalistenpreis 2007 vorschlagen. Mit freundlichen Grüssen und herzlichem Dank für ein grosses Lesevergnügen. Thomas Faerber, Zürich
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Ähm, irgendwie fehlte doch etwas in der Reportage. War ich mit 13 wirklich so pflegeleicht und so vernünftig? Da gab es doch die Unzufriedenheit mit mir selber, das Rebellieren gegen alles und jeden. Mir fehlte das total im vorliegenden Folio. Sorry, aber ich denke nicht, dass eine repräsentative Auswahl getroffen wurde. Romy Paroz, Pery
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
ihr heft zum thema "13-jährig" hat mir (13) sehr gut gefallen. ich möchte ihnen herzlich zu dieser gelungenen reportage gratulieren!hoffentlich erscheint nächstes jahr die ausgabe "14-jährig" ;) linda meier, oetwil a. see
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Als Vater von Mädchen im Alter von 13 und 15 Jahren habe ich für mich diese Ausgabe des Folios von Anfang an von der ersten bis zur letzten Seite zur Pflichtlektüre erklärt. Ich bin mit der Erwartung an die Artikel heran gegangen, auf einen humorvollen "Sauglattismus" auf mindestens dem Niveau von "Mein Name ist Eugen" zu treffen. Diese Erwartung wurde entäuscht. Je weiter ich im Heft jedoch fortschritt, wurde mir klar, dass dies eine falsche Erwartung war und die Entäuschung musste zugunsten einer Bewunderung für die Autoren weichen. Sie haben es verstanden, sich selbst zurückzunehmen, nicht durch eine Bemühung um sprachliche Brillianz und Pointen sich selbst darzustellen, sondern eine möglichst schlichte und objektive Bescheibung von dem, was sie mit den 13-Jährigen erlebten, weiterzugeben. Sie haben darauf verzichtet zu werten, zu kommentieren, zu beleuchten, zu ironisieren usw. sondern haben durch Ihre Zurückhaltung dem Leser stattdessen einen sehr wertvollen Einblick in das Leben unserer jüngeren Mitmenschen gewährt. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Hans-Jörg Roth, Gipf-Oberfrick
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Die einzige Konstante seit mehr als dreitausend Jahren im Zusammenhang mit den jungen Heranwachsenden ist die Klage der Alten über die Jugend ihrer jeweiligen Epoche. Die ersten negativen Berichte stammen aus dem alten Aegypten, dann folgten die Griechen und Römer. Die Tradition wird bis heute fortgesetzt. Glaubt man all diesen Berichten, so verroht die Jugend seit dreitausend Jahren unaufhöhrlich. Die NZZ verdient höchstes Lob für ihr Folio über junge Heranwachsende. Es zeigt, dass die heutigen Jungen so sind, wie wir in diesem Alter auch mal waren. Dazu gehören auch ihre Versuche, sich praktische Erfahrungen über das andere Geschlechtes anzueignen. Alles, was heute so in der Zeitung über das Theme Jugendgewalt und Sexualität in der Zeitung steht, fand früher auch statt, allerdings ohne dass gleich ein Mediemrummel ausgelöst wurde. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 1940. Tatort: Burgerliches Waisenhais Bern (direkt hinter dem Klee-Museum), ein für die damalige Zeit sensationell modernes und grosszügiges Konzept. Unter anderem verfügt die Anlage bis heute über ein schönes Freiluftschwimmbad. Kriegsbedingt fehlten die Chemikalien, um das Wasser von Algen frei zu halten. Es war völlig undurchsichtig. Ein idealer Umstand für die "Grossen", d.h. die 13- bis 16-jährigen Burschen und Mädchen. Intensiv nutzten sie das Bad, wobei uns Jüngeren auffiel, dass jeweils einer oder einige der "grossen" Buben und Mädchen zusammen im tiefen Teil tauchten und erst nach relativ langer Zeit wieder auftauchten - prustend und lachend - bis sie wieder zusammen abtauchten. Diese fröhliche Treiben dauerte einen grossen Teil des Sommer hindurch. Nun, irgendwie kam es der Leitung zu Ohren, dass die Taucher unter Wasser nicht das Leben der Algen aus nächster Nähe studierten, sondern topographische Feldaufnahmen der Körpers des jeweiligen Gegenübers vornahmen. Es ist offensichtlich, dass angesicht der physikalischen Umstände - Schwebezustand - und der sauerstoffbedingten kurzen Dauer des Unterwasseraufenthaltes, nur die gröbsten Konturen und Höhenkurven aufgenommen werden konnten. Der Waisenvater, ein weiser, gütiger Mensch mit viel natürlicher Autorität, führte getrennte Zugangszeiten für Buben und Mädchen ein. Die Fehlbaren wurden ermahnt und mussten zur Stafe an einigen freien Samstagnachmittagen im hauseigenen Landwirtschaftsbetrieb arbeiten, ein willkommener Beitrag während der Anbauschlacht. So wurde der Fall erledigt. Fortan mussten die "Grossen" für ihre Forschungsanliegen nachts heimlich in den neben dem Waisenhaus liegenden Oestermundiger Wald ausweichen. Zum Schluss noch ein Hinweis: Mindestens einer dieser unter Wasser angeknüpften Kontakte hat bis in unsere Zeit gehalten. Gotthard Frick, Bottmingen
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Bravo! Bravo! Zugabe! Ihr Folio zum Thema „13-jährig“ ist unglaublich spannend, unterhaltsam, gut recherchiert und liebevoll erzählt – eine wohltuende Abwechslung zwischen den vielen Negativ-Schlagzeilen über Jugendliche. Sie berichten so authentisch über den Alltag der 13-Jährigen, dass ich meine eigenen OberstufenschülerInnen darin wieder erkenne. Bleibt mir als Leserin nur ein Wunsch: Dass wir in drei Jahren erfahren, wie es mit den Jugendlichen weitergegangen ist. Ich wünsche den fünf alles Gute! Alexandra Kübler, per E-Mail
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Ich möchte Ihnen zu diesem Heft gratulieren, es ist eine journalistische Meisterleistung. Dieses Heft müsste für alle, die Jugendliche damonisieren und daraus politisch-populistisches (Wahlkampf-)Kapital schlagen, zur Pflichtlektüre erklärt werden. Ihr Bericht, der die fünf Jugendlichen mit grossem Einfühlungsvermögen durch ein halbes Jahr ihres Lebens zwischen Kind- und Erwachsensein begleitet, zeigt, dass Vorurteile jeglicher Art nur im Allgemeinen und Ungefähren Bestand haben und das konkrete Leben immer ganz anders ist. Ich habe das Heft mit grossem Vergnügen und ab und zu auch einem Schmunzeln gelesen. Kompliment auch für die Fotos. Ein Gesamtkunstwerk! Christian Urech, per E-Mail
Zu Editorial -- Ausserirdische - NZZ-Folio 13-jährig (08/07)
Soeben habe ich das "13-jährig" vom Editorial bis zur Vorschau ohne zu kauen verschluckt. Obwohl ich mir geschworen habe, als Fotograf nie einen Leserbrief zu schreiben, springe ich gerne über meinen Schatten und gratuliere allen Beteiligten für die meisterhafte Zusammenarbeit. Durch eure unmittelbare Nähe und gleichzeitig würdevolle Distanz vermittelt ihr genau DEN facettenreichen Einblick ins wahre Leben der Jugendlichen, welcher den zahlreichen AutorInnen seit den sich scheinbar überstürzenden Ereignissen im lezten Jahr in zig Artikeln nicht annähernd gelang. Chapeau! Severin Novacki, Liebefeld
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