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Zerlegt -- Nicht auf den Kopf (ge)fallen
© Patrick Rohner
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| Helmmütze, Wolle/Acryl und PU-Schaumstoff, Ribcap, 139 Franken. |
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Von Jeroen va Rooijen
Oft siegt die coole Pose über die Vernunft. Snowboarder kennen das, gerade wenn es um ihre Mode geht. Deshalb gilt auch: eine wollene Kappe gegen die kalten Ohren ja, ein Helm eher nein. Den Entscheid bereut man meist erst dann, wenn es zu spät ist.
Die Schweizer Ribcap will dieses Problem lösen, und zwar mit einer Strickmütze, in der energieabsorbierende Protektoren eingearbeitet sind. Ein Helm also, der wie eine Mütze aussieht – oder eine Mütze, die ein bisschen wie ein Helm wirkt.
Hinter der Helmmütze steckt Jürg Ramseier aus Münsingen. 1999 kam er während einer Weiterbildung für Skilehrer in Haute-Nendaz auf die Idee, einen Kopfschutz zu entwickeln, der die Leichtigkeit einer Mütze haben sollte: etwas, das man in der Tasche verstauen kann, das Sicht und Gehör nicht beeinträchtigt und zudem waschbar ist.
Nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit wurde die erste Kollektion an der Münchner Sportfachmesse Ispo präsentiert. Inzwischen wurde die Idee vom Basler Designteam Lisa & Tom überarbeitet, das mit einer Kollektion von vier Modellen 2006 den Eidgenössischen Wettbewerb für Design gewann. Letztes Jahr war die Ribcap ausserdem für den Design-Preis Schweiz nominiert.
Gefertigt wird die Ribcap in einer Näherei in Bulgarien. Dabei wird zuerst die gestrickte Meterware aus 50 Prozent Wolle und 50 Prozent Acryl zugeschnitten – beim Modell Palmer (One Size) werden etwa 0,6 Quadratmeter Ware verbraucht. Die wichtigsten Teile sind die vier halbkreisförmigen, am Hinterkopf etwas tiefer geschnittenen Mützenelemente. Dazwischen kommen zwei aus je fünf Rippen bestehende Polsterelemente aus einem leichten Schaumstoff aus Polyurethan, die Schläge abfangen sollen.
Die Rippen werden zwischen die beiden Schichten des Gestricks genäht. Dann wird das verstürzte Randteil mit den Ohrenklappen angesetzt. Um die Formstabilität der Kappe zu verbessern, ziehen die Näherinnen rundherum ein breites Gummiband ein, und in den beiden Ohrenteilen arbeiten sie zusätzlich ein feines Gummibändchen ein. Im Falle des Modells Palmer wird zudem ein mit einem schwarzen Bändchen eingefasstes Kinn- und Wangenteil mitgenäht. Dieses kann auch nach oben gestülpt auf dem Scheitel getragen werden.
Ribcap wirbt in Grossbuchstaben auf rotem Grund mit dem Slogan «Headprotection – Swiss Protection Technology» für die schützende Wirkung seiner Produkte. In der kleinstmöglichen Schrift steht aber auf dem Beipackzettel und im eingenähten Etikett: «Ribcap entspricht keinen wie immer gearteten Normen für Helme und Kopfschutz.» Auf letzteres weist das Verkaufspersonal bei Transa in Zürich, wo wir die Ribcap gekauft haben, auch mit aller Deutlichkeit hin.
Die Mütze schütze nicht annähernd so gut wie ein Helm vor den Kräfteeinwirkungen eines Sturzes oder einer Kollision mit anderen Sportlern, warnt der Verkäufer. «Aber sollte man einmal mit dem Kopf rückwärts auf eine Eisplatte knallen, dann doch lieber mit einer Ribcap als mit einer einfachen Mütze.»
Jeroen van Rooijen ist Moderedaktor bei der NZZ.
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