ASTRONAUTEN enthaupteten im All Ratten, um, so die NZZ, «Erkenntnisse über die Wirkung von Schwerelosigkeit auf Lebewesen zu gewinnen». Die Tiere wurden nicht betäubt, «so dass ihr Gewebe frei von Chemikalien blieb». Ihre Köpfe wurden «mit Hilfe einer Miniatur-Guillotine abgetrennt»; dann entnahm man Knochen, Muskeln, Organe, Gehirn, Blut.
Der Anblick des ungeheuer blauen Planeten, der ruhig und verletzlich durch die endlose Schwärze des Raumes zieht, beendete nicht nur das Leben der Ratten, er veränderte auch das Bewusstsein der Astronauten: Nach ihrer Rückkehr sagten sie, sie hätten erkannt, dass wir alle ein einzig Volk seien. Viele Ex-Astronauten betätigen sich denn auch als Prediger.
Im Vergleich zu ihnen sind die sechs Ratten im Vorteil. Sie wissen, wo ihre Mörder nur glauben können. Sie wissen, ob es eine Göttin gibt, ob diese ein graues oder ein schwarzes Fell hat, ob ihre Zähne gelb sind und ihr Schwanz nackt. Zufällig sind wir keine Ratten. Aber bestimmt finden so noch viele schöne Probleme im Himmel oben eine Lösung.