NZZ Folio 09/01 - Thema: Europa   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Orthopädie für Bullen

Von Reto U. Schneider

WIE ALLGEMEIN BEKANNT SEIN DÜRFTE, besitzen viele Besamungsbullen eine spitze Klauenform mit einem Vorderwandwinkel unter 45 Grad und unterschobenen Trachtenwänden, die eine Brechung der Zehenachse bedingen. «Ein Beitrag zum orthopädischen Klauenbeschlag von Besamungsbullen» (Monatshefte für Veterinärmedizin, Vol. 23, 135-139) vom Institut für Huf- und Klauenkunde der Karl-Marx-Universität in Leipzig nahm sich dieses Problems vor einigen Jahren an. Darin wird gefordert, dass der Beschlag nach wissenschaftlichen Erkenntnissen von speziell ausgebildeten Klauenpflegern mit bestandener Hufbeschlagsprüfung durchgeführt wird.

In grober Fehleinschätzung der Situation wird nämlich oft der Wiessner'sche Klauenbeschlag durchgeführt, der weder einen optimalen Gleitschutz noch eine elastische Fussung gewährleistet. Natürlich könnte der Einsatz eines Büchlmann-Keiles weiterhelfen oder, bei Rindern mit erhöhter Durchtrittigkeit, ein Klaueneisen mit verlängerten Schenkelenden. Doch die Autoren halten ein glattes Federklaueneisen mit Seitenwandaufzug und Gummisohle für den Beschlag der Wahl. Aus einem einfachen Grund: «Die Spermaproduktion wurde im Verlauf der Behandlung nicht unterbrochen.»




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