IN UNSEREN BREITEN sind die Monate Juli und August fast jedes Jahr von heftigen Unwettern mit Starkregen, Hagel und Blitzschlägen gekennzeichnet. Überschwemmungen und Blitzschäden sind die Folgen. Ein Hagelwetter ist zwar meist so kurz wie heftig, doch werden - meteorologisch gesehen - die Bedingungen dazu schon Tage zuvor geschaffen.
Das hochsommerlich heisse Wetter, das oft in ein Gewitter mündet, verdanken wir meistens tropischen Luftmassen, die nach langem Weg mit einer Südwestströmung unser Land erreichen. Wenn sich das sommerliche Hoch abzubauen beginnt und sich gleichzeitig ein Tief nähert, drehen auch die Winde. Die trockene und angenehm frische Bisenströmung aus Nordosten schlägt um in einen schwülen Südwestwind.
Für uns Erdbewohner macht sich das zunächst nur allmählich bemerkbar, ist doch der Vormittag zwar schon warm, aber noch angenehm klar. Doch am Nachmittag beginnt sich plötzlich die Luft zu trüben. Wir empfinden das Wetter jetzt als drückend heiss, als schwül, wähnen uns in einem Treibhaus, obwohl die Temperatur gar nicht merklich höher, nur die Luft feuchter ist. Im Laufe des Tages erwärmt sich der Boden, die feuchte Luft erhitzt sich darüber und steigt. Cumuluswolken bilden sich, die sich zu riesigen Gewitterwolken auftürmen können.
Stösst jetzt noch eine Kaltfront auf diese feuchtwarmen Luftmassen, steigert sich die Brisanz der Gewittertätigkeit noch einmal drastisch. Diese Kaltluft bricht aus nördlichen, zum Teil sogar aus polaren Breiten herein. Die hohen Temperaturunterschiede wandeln die im Wasserdampf gespeicherte Wärmeenergie in mechanische Energie um. Sturmböen, Aufwinde transportieren die fallenden Regentropfen in grosse Höhen, wo sie zu Eis werden.
Ob es hier unten dann hagelt oder nur regnet, hängt vor allem von der Grösse der Eiskörner in der Wolke ab. Sind diese klein, können sie auf dem Weg zur Erde in der sommerlich warmen Luft auftauen und treffen als Gewitterregen mit überdurchschnittlich grossen und kalten Tropfen auf. Sehr grosse Hagelkörner schmelzen nur teilweise und richten als Eisklumpen auf der Erdoberfläche oft grossen Schaden an.