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Vereinsleben -- Mann hilft sich
Von Andreas Dietrich
Gottlieb Siegrist, Sie sind der Präsident des Männerunterstützungsvereins Fahrwangen und Umgebung. Was machen Sie da? Die Aktivität ist nicht sehr gross. Wir haben pro Jahr eine Vorstandssitzung und eine Generalversammlung.
Worum geht es bei Ihnen?
Wir sind eine Art Krankenkasse, wobei das heute, wo man ja eine richtige hat, fast ein bisschen überflüssig geworden ist. Dennoch haben wir immerhin etwa hundert Mitglieder, die machen einfach noch aus Solidarität und Goodwill mit. Früher hatte der Verein – er wurde am 20. Januar 1897 im Schulhaus von Fahrwangen gegründet – eine wichtige Funktion. Er war die einzige soziale Absicherung für die Mitglieder.
Und heute?
Jedes Mitglied bezahlt einen Jahresbeitrag von vierzig Franken. Wenn einer der Männer krank wird oder einen Unfall hat, kann er neun Franken pro Tag beziehen, während maximal fünfzig Tagen im Jahr.
Davon wird Gebrauch gemacht?
Übers Jahr gesehen sind es sechs bis elf Männer, die das beanspruchen. Wobei wir in den Statuten festgelegt haben, dass man bei bleibenden Krankheiten den Betrag höchstens für drei Jahre zugut hat, gerade was Herzinfarkte und solche Sachen sind.
Nur Männer sind dabei?
Beitreten können nur Männer bis 50.
Wie lange bleibt man Mitglied?
Bis zum Sterbefall. Das ist auch noch etwas: Wenn ein Mitglied stirbt, erhält die Frau hundert Franken.
Wie gross ist das Vermögen?
Ziemlich gross. Wobei wir immer darauf schauen, dass wir im steuerfreien Bereich bleiben, also unter 20 000 Franken.
Wie regulieren Sie das?
Das gleichen wir mit dem Essen aus.
Wie bitte?
Wenn wir darüberliegen, gibt es an der Generalversammlung ein besseres Nachtessen, sonst ein gewöhnliches.
Männerunterstützungsverein, Gottlieb Siegrist, Alte Aescherstrasse 29, 5615 Fahrwangen.
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