NZZ Folio 01/03 - Thema: Angst   Inhaltsverzeichnis

Achtung, Kokosnuss!

Wovor wir uns (nicht) fürchten sollten.

Von Reto U. Schneider

In einer Angstumfrage (USA 1999) gaben 63 Prozent der Erwachsenen an, sich vor Schlangen zu fürchten;
55 Prozent fürchten sich vor Höhe;
41 Prozent fürchten sich davor, allein im Wald zu sein;
37 Prozent fürchten sich vor Spinnen;
35 Prozent fürchten sich vor dem Fliegen;
21 Prozent fürchten sich vor Hunden.
Mord und Totschlag in der Schweiz (pro 100 000 Einwohner): 4 im Jahr 1876; 1,3 im Jahr 1994.
Wahrscheinlichkeit, dass ein grosser Asteroid in den nächsten 100 Jahren die Erde trifft: 1 zu 5000.
Die drei grössten Todesrisiken aus Laiensicht (D 1992): Asbest, Giftmüll, starke Medikamente;
dasselbe in der Einschätzung von Experten: Rauchen, wenig Bewegung, Spirituosen.
Mittlere Verringerung der Lebenserwartung durch den Konsum von Milch (USA 1991): 1 Tag;
durch das Zusammenleben mit einem Raucher: 50 Tage;
durch Seiltanzen als Beruf: 100 Tage;
durch Auto- oder Motorradfahren: 205 Tage;
durch 30 Prozent Übergewicht: 2,8 Jahre;
durch Rauchen (ein Päckchen oder mehr pro Tag, Frauen): 3,9 Jahre;
durch Rauchen (ein Päckchen oder mehr pro Tag, Männer): 6,6 Jahre.
In Umfragen geben Frauen an, mehr Angst vor dem Zahnarzt zu haben als Männer.
Eine wissenschaftliche Studie kommt zum Schluss: Männer lügen bei Angstumfragen.
Jährliche Todesfälle durch Haiangriffe (weltweit): 10.
Jährliche Todesfälle durch fallende Kokosnüsse (weltweit): 150.
Beim Fallschirmspringen kommt es pro 7770 Stunden durchschnittlich zu einem tödlichen Unfall;
beim Motorradfahren pro 113 640 Stunden;
beim Tauchen pro 505 050 Stunden.
Durchschnittliche Anzahl jährlicher Todesfälle durch Spinnen- und Schlangenbisse in den USA: 10;
durch Hundebisse: 15;
durch Wespen- und Bienenstiche: 44;
durch Blitzschlag: 141.
Todesarten 1875 (pro 100 000 Schweizer): Ertrinken: 20, Selbsttötung: 20, Sturz: 17, Verkehrsunfall: 6;
im Jahr 1960: Verkehrsunfall: 27, Sturz: 20, Selbsttötung: 20, Ertrinken: 3;
im Jahr 1995: Sturz: 23, Selbsttötung: 21, Verkehrsunfall: 10, Ertrinken: 1.
Schweizer Städte mit den höchsten Selbsttötungsquoten 1886–1915: La Chaux-de-Fonds, Lausanne, Biel;
in den Jahren 1976–1995: Zürich, Bern, Basel.
Wichtigste Todesursachen in der Schweiz 1875: Tuberkulose, Lungenentzündung, Infektionskrankheiten;
im Jahr 1995: Kreislaufkrankheiten, Krebs, gewaltsamer Tod.
Anzahl Artikel über Krebs auf Seite eins der «New York Times» pro 1000 amerikanische Krebstote (1989): 0,2;
über Gewaltkriminalität pro 1000 Mordopfer: 1,6;
über Flugunfälle pro 1000 Tote bei einem Flugzeugabsturz: 138.
Rückgang der DC-10-Buchungen in den ersten zwei Wochen nach dem Absturz einer DC-10 (1989): 35 Prozent.
Rückgang des Zigarettenverkaufs (CH) im ersten Jahr nach dem Aufdruck der Gesundheitswarnung: 3 Prozent.
Todesfälle bei «Herumgehen in Haus und Garten» in der Schweiz (2000): 5.
Durchschnittliche Anzahl Unfalltote pro 1 Million Flugkilometer: 0,03;
pro 1 Million Bahnkilometer: 0,1.
Durchschnittliche Anzahl Unfalltote pro 100 Millionen Flugreisen: 55;
pro 100 Millionen Bahnreisen: 2,7.
Zwei Dinge, vor denen die Angst der Frauen im Alter abnimmt (USA 1984): Tod, Leichen;
zwei Dinge, vor denen die Angst der Männer im Alter abnimmt: Masturbation, schriftliche Prüfungen.
Wahrscheinlichkeit eines 50-Jährigen, den nächsten Geburtstag zu erleben: 99,5 Prozent;
Wahrscheinlichkeit eines 100-Jährigen, den nächsten Geburtstag zu erleben: 65,6 Prozent.
Wahrscheinlichkeit zu sterben: 100 Prozent.

Quellen: The Harris Poll #49, Princeton University, BfU, BfS, Geo-Wissen «Risiko», Jay Olshansky: «Ewig Jung», Health Physics: «Catalog of Risks», Arnold Barnett (MIT), New Scientist, Behaviour Research and Therapy, CISC Freiburg, Skydiving Magazine, Rodale’s Scuba Diving Magazine.




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