Nordirland erstreckt sich über eine Fläche von 14122 Quadratkilometern und umfasst die sechs Grafschaften Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Londonderry und Tyrone. Die rund 1,6 Millionen zählende Bevölkerung Nordirlands wird direkt von London regiert, seit 1972 das lokale Parlament als Folge der Unruhen aufgelöst wurde. Grösste Stadt sowie Handels- und Industriezentrum ist Belfast mit über 300 000 Bewohnern.
Etwa 42 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Unter der protestantischen Mehrheit Nordirlands bilden die Presbyterianer die zahlenmässig grösste Gemeinde. Politisch sind die Protestanten in unionistisch ausgerichteten Parteien organisiert, die für eine fortgesetzte Einbindung Nordirlands in das Vereinigte Königreich eintreten.
Die Ulster Unionist Party unter Führung von David Trimble und die kleinere, doch weitaus radikalere Democratic Unionist Party des Predigers Ian Paisley sind die beiden wichtigsten unionistischen Parteien. Der 1795 als Geheimbund gegründete Oranje-Orden hat die Funktion einer parteiübergreifenden, streng antikatholisch ausgerichteten Interessengemeinschaft. Die Unionisten unterhalten zwei paramilitärische Kampforganisationen.
Die beiden politischen Parteien der Katholiken sind der Idee des Nationalismus, das heisst einer Wiedervereinigung Irlands, verpflichtet. Die Republikaner vertreten eine über den Nationalismus hinausgehende säkularistische Linie, die das britische Band mit Gewalt lösen will.
Kampfverband der Republikaner ist die Irish Republican Army (IRA), die bereits im irischen Unabhängigkeitskrieg 1919?21 eine bedeutende Rolle spielte. Politischer Flügel der IRA ist die von Gerry Adams geleitete Sinn-Fein-Partei. Die im Ausland weniger bekannte, doch doppelt so grosse Social Democratic and Labour Party unter Vorsitz von John Hume vertritt seit ihrer Gründung vor 25 Jahren eine nationalistisch ausgerichtete Politik der Gewaltlosigkeit.