Beat Schauwecker, Sie sind Geschäftsführer des Magischen Rings der Schweiz. Wer macht bei Ihnen mit?
Der MRS hat 340 Mitglieder, vom Chauffeur bis zum Ordenspriester.
Der hat kein Problem, Glauben und Zaubern unter einen Hut zu bringen?
Es ist für ihn eine wunderbare Möglichkeit, ab und zu rauszukommen. Ausserdem basteln ihm seine Ordensbrüder die schönsten Requisiten.
Wie halten Sie's mit schwarzer Magie?
Wir sind gegen jede Art von Okkultismus oder Spiritismus. Bei uns geht alles mit rechten Dingen zu.
Profiitieren Sie von Harry Potter?
Der Boom ist befruchtend. Zauberer werden für Buchvernissagen engagiert und vermehrt an Schulen eingeladen.
Ende März findet die Generalversammlung statt. Kommen da alle im schwarzen Mantel und mit Zylinder?
Nein. Aussenstehende könnten es locker für die Versammlung eines Kaninchenzüchtervereins halten.
Zu denen Sie besondere Beziehungen pflegen?
Nicht dass ich wüsste.
Zauberer brauchen doch Kaninchen.
Ich zaubere, aus Respekt vor dem Tier, Stoffkaninchen aus dem Hut.
Und wie geht der Trick?
Den gebe ich selbstverständlich nicht preis. Das ist etwas vom Wichtigsten und steht auch in unseren Statuten: Die Geheimnisse bleiben unter uns.
Kam es schon zu Fällen von Verrat?
Leider gibt es immer wieder Joggeli die den Leuten die Freude an den Zaubereien nehmen wollen.
Verraten Sie uns wenigstens, welcher Zauberspruch der wirkungsvollste ist.
Oft kann man das Publikum mit einem ausgefallenen verblüffen. Ich brauche bisweilen <tschiwipp, tschiwupp>. Hokuspokus, Abakadabra sagt ja jeder.
Und <tschiwipp> funktioniert?
Das hängt vom magischen Fluidum des Zauberers ab.