WIE ALLE KREATUR ist der Hund als solcher grundsätzlich weder gut noch böse, hat aber zumindest drei überaus unerfreuliche Eigenschaften: er beisst, er bellt und er scheisst. Weitere typische Merkmale wie etwa sein hündisches Wesen, sein schlechter Geruch und sein unablässiges Beschnuppern von publikumswirksam placiertem Harn und Kot machen den halbwegs domestizierten Wolf auch nicht sympathischer. Hinzu kommen noch rassenspezifische Eigenheiten wie extremes Gegeifer und Gesabber, asthmatisches Hecheln oder unterwürfiges Winseln - oft all dies zusammen und noch einiges mehr.
Schwer verständlich daher, dass sich Menschen freiwillig einen solchen Gefährten zulegen - und für ihn viel Geld ausgeben. Zuerst beim Kauf und dann täglich immer wieder für all das Fleisch, das im Laufe eines Hundelebens in Hundedreck verwandelt und auf Trottoirs, Spielplätzen und Promenaden zwischen- oder endgelagert wird. Zu dieser biologischen, chemischen, olfaktorischen und optischen Umweltverschmutzung kommt zudem, wie bereits erwähnt, die akustische des Gekläffs.
Noch weitaus schlimmer jedoch sind physische Begegnungen mit dem Hunde selbst. Bei solchen versucht der Besitzer, bedrohte Passanten entweder mit der stereotypen Lüge «Er macht nichts» vergeblich zu beruhigen oder mit einem läppischen «Er will nur spielen» die aggressiv hochspringende Bestie zu verharmlosen. Ob das wehrlose Opfer ebenfalls Lust zum Spielen habe und sich dabei gerne die Kleidung ruinieren lasse, wird dagegen kaum je gefragt. Froh, wider Erwarten dem Biss in die Kehle noch einmal entronnen zu sein, verlangt in solchen Fällen kaum jemand Schadenersatz. Was natürlich nicht zuletzt damit zu tun hat, dass der Hundehalter per definitionem immer bewaffnet ist, die Joggerin oder der Spaziergänger dagegen meistens nicht.
Von dieser kritischen Würdigung des Haus- und Hobbyhundes ausgenommen bleiben nur ganz wenige Artgenossen: der Blinden-, der Lawinen- sowie der Katastrophenhund. Und selbstverständlich, geschätzter hundehaltender Leser, Ihr eigener vierbeiniger Freund.