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Aus dem Vereinsleben -- Zwerg & Co.
Von Peter Haffner
Herr Friedmann, Sie sind der Präsident der Internationalen Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge (IVZSG). Wer will denn den Gartenzwergen an die Mütze?
Gartenzwerge werden gestohlen, verstümmelt, als Geisel genommen. Die Täter sind Vandalen aller Art, aber auch radikale Ideologen, wie zum Beispiel der Front de Libération, der Anfang der neunziger Jahre sein Unwesen trieb: Unter dem Vorwand, die Gartenzwerge müssten «befreit» werden, verschleppte man sie in Wälder, um sie dort auszusetzen. Unserer Organisation gelang es, wenigstens einen Teil der entführten Zwerge aufzuspüren und an ihren angestammten Platz zurückzubringen.
Was tun Sie sonst noch?
Wir legen Protest ein, wenn Gartenzwerge beleidigt werden. Wenn jemand zum Beispiel sagt, der Villiger sei ein Gartenzwerg. Oder wenn ein Gartenzwergpaar bei sexueller Tätigkeit gezeigt wird. Solches ist natürlich ehrverletzend, abgesehen davon, dass es Gartenzwerginnen gar nicht gibt.
Aha.
Zwerge sind immer männlich und nicht grösser als 68 Zentimeter. Trotzdem sind nicht alle Zwerge gleich: Man unterscheidet beseelte und unbeseelte, artige und unartige. Beseelte sind solche aus keramischem Material, unbeseelte sind solche aus Plastic; artige haben eine rote Zipfelmütze, einen weissen Bart, feste Schuhe; unartige einen Dolch im Rücken oder einen Körperteil entblösst.
Wo kommt er eigentlich her, der Gartenzwerg?
Der Urgartenzwerg wurde zwischen 1872 und 1876 im Thüringer Wald geboren, als tönerne Kopie jener Figuren, die sich Fürsten und Bischöfe in ihre Gärten stellen liessen. Von dort aus startete er als Statue des kleinen Mannes einen Siegeszug um die ganze Welt. Sogar am Nordpol haben wir schon einen Gartenzwerg gefunden.
Hatte der nicht kalt?
Nein, es war ein unbeseelter. Nur beseelte Zwerge fürchten die Kälte.
Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge (IVZSG), St.-Jakobs-Str. 103, 4052 Basel.
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