Der Mann von feiner Lebensart entkleidet sie, bevor er ihr huldigt. In ihrer Nacktheit ist sie, wie einer schreibt, der sie kennen und lieben gelernt hat, einfach schöner: «Die Reinheit ihrer Linien bietet sich dem Auge besser dar.» Hat La Rochefoucauld-Liancourt ihre Vorzüge als «ganz moralischer Natur» gepriesen, hätte Rudyard Kipling, so es erforderlich gewesen wäre, ihr zuliebe auf seine Frau verzichtet.
Aber wie sich der Schönen nähern? Sie erst entflammen, weich machen, sodann zart mit den Fingern . . . lauschend dem leisen Knistern, wenn . . .? Macht sich der solchermassen vom Kenner instruierte Novize ans Werk, bleibt die Enttäuschung nicht aus. Ihr apartes Nichts klebt dergestalt am Körper, dass dieser, wird es entfernt, unweigerlich Spuren der Entblätterung davonträgt.
Hemingway soll Ava Gardner zur Erinnerung an ihre erste Begegnung die Zierde einer seiner Liebsten geschickt haben. Sie muss ihm, folgern wir mit Kipling, sehr teuer gewesen sein.
Wozu aber, fragen wir eifrigen Schüler des comme il faut, dient die Bauchbinde der Havanna denn wirklich?