«Wir sind ein kleines Volk. Ernste und gefahrvolle Zeit erfordert die Kräfte und die Anstrengung aller, wenn wir unser Land frei an unsere Kinder und Enkel übergeben wollen. Wenn nötig, stehen die Männer im Wehrkleid Wache oder kämpfen unter dem Einsatz ihres Lebens. Frauen und Männer tragen in der Wirtschaft ihres Landes in vermehrtem Masse Lasten und sorgen dafür, dass wir Nahrung haben und dass die Betriebe auch unter erschwerten Verhältnissen weiterlaufen. Besonders auf den Frauen liegen in solcher Zeit grössere Aufgaben und Verantwortungen, wenn auch diese Aufgaben äusserlich nicht so sichtbar sind wie diejenigen der Männer.
In den Zeitungen erscheinen dann und wann Bilder, auf denen Frauen und Mädchen mit Waffen abgebildet sind, um ihr Land zu verteidigen - ein Land, das vielleicht zehn oder zwanzig Millionen männliche Kämpfer ausheben könnte. Wir wollen das nicht. Wenn auch in der Vergangenheit etwa Frauen an der Seite der Männer gekämpft haben, so war das doch sehr selten. Sie braucht auch viele helfende Hände und viel seelische Kraft.
Die Aufgabe der Frau im Krieg ist es, Leben zu erhalten. Diese Aufgabe ist zunehmend schwerer geworden und muss schon im Frieden gelernt werden.»
(Aus: «Zivilverteidigung», Herausgegeben vom Eidg. Justiz- und Polizeidepartement im Auftrag des Bundesrates und 1969 an die Schweizer Bevölkerung abgegeben.)