NZZ Folio 05/04 - Thema: Das Eigenheim   Inhaltsverzeichnis

Ungleiche Schwestern

© Tobias Madörin
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Kellers und Englers wohnen seit letztem Sommer Schulter an Schulter. Ihre Traumhäuser könnten unterschiedlicher nicht sein.

Von Lilli Binzegger

Die ungleichen Häuser sehen beide teuer aus, das eine durch konsequentes Weglassen, das andere durch konsequentes Dazutun. Das eine ist ein typischer Vertreter kühler zeitgenössischer Schweizer Architektur, ein introvertierter Betonkubus, das andere ein Fest aus Ornamenten jeglicher Provenienz. Die Häuser stehen in einer Zuger Gemeinde, deren grosszügige Baubestimmungen man rühmt oder beklagt, je nachdem. Nicht so rasch wieder trifft man auf ein solches Nebeneinander von Baustilen wie hier, wo die Steuern niedrig sind, die Baugrundstücke so rar wie teuer, die Bauherren folglich eher wohlhabend und die Häuser selten von der Stange.

Im Haus mit den Säulen wohnen seit letztem Sommer der Vermögensverwalter Axel Engler und seine Frau Natascha, der vierjährige Maxwell und im Dachgeschoss der Grossvater, Dieter Engler. Und der Rhodesian Ridgeback Simba. Sie haben ihr Haus bis ins Letzte selbst entworfen und sich um jedes Detail selber gekümmert. Englers wohnen dreistöckig auf 430 Quadratmetern in zwölf Zimmern, alle liebevoll ausgestaltet, im Bad ein eingelegtes Mosaik, Marmorkieselfliesen im Holzboden der Küche, das Dampfbad mit Sternenhimmel und Fliesen mit silbernen und goldenen Einlegearbeiten – um nur ganz weniges zu nennen.

In den Kubus zogen drei Monate später Regine und Felix Keller, sie Assistentin, er in der Finanzierungsabteilung einer grossen IT-Firma tätig. Die beiden liessen ihren Freunden Peter Kaspar und Christophe Egli von Kaspar und Egli Architekten, Zürich, freie Hand und bekamen ein Objekt vorgelegt, das sie spannend fanden. Ihr Haus hat grosse, offene, hohe Räume, die Möbel sind funktional und modern, der Raumklang ist ein wenig hallend. Auf zwei Ebenen hat es grosse, zum grösseren Teil gedeckte Veranden; hölzerne Schiebläden, deren horizontale Lamellen Streifen auf die blendend weissen Wände zeichnen, lassen sie wie Innenräume wirken.

Regine Keller: «Es ist unser erstes Haus, bis jetzt haben wir in Mietwohnungen gelebt. Wichtig ist uns nicht der Besitz, sondern dass wir so wohnen können, wie wir möchten, dass einem keiner dreinredet von oben und unten. Unsere Architekten sind gute Freunde von uns. Wir sagten ihnen: Wir haben ein Grundstück, und jetzt baut. Wir kannten ihren Stil und sie unsern. So riskierten wir nicht, dass sie uns mit etwas im Landhausstil kamen, wie viele es halt jetzt absolut toll finden.

Es war das erste und einzige Grundstück, das wir besichtigten. Wir wohnten damals in London, und es musste schnell gehen, sonst hätte jemand anders zugeschlagen. Dann wollte uns der Landbesitzer auch noch kennenlernen, möglicherweise hatte er Angst, dass da irgendwelche Punks einziehen. Wahrscheinlich wollte er aber einfach, dass man ein wenig zur Nachbarschaft passt. Was für ein Haus wir bauen würden, wusste er nicht. Aber er wusste, wer unsere Architekten waren, etwas weiter vorne stand schon ein Haus mit ihrer Handschrift. So rechnete er wohl mit dem Schlimmsten. Jetzt gefällt ihm das Haus aber sehr.

Das Grundstück war sozusagen ein Restposten, 600 Quadratmeter, es sah sehr klein aus. Wir bekamen zu hören: Da kriegt ihr grad noch ein Velohäuschen drauf, mehr nicht. Die Architekten zeichneten dann wie verrückt, sie wollten, dass es auf diesem Reststück dennoch etwas gibt, was Klasse hat, und nicht etwas blöd Zusammengewürfeltes. Sie machten ein supergutes Kartonmodell, an dem man Wände und Ebenen versetzen konnte, was das Vorstellen enorm erleichtert hat. Ausser der Küche ist praktisch alles wie im Modell. Die wollte ich nicht abgeschlossen haben, ich will die Gäste am Tisch sehen und hören, wenn ich in der Küche bin. Beim Fenster zur Strasse habe ich nachgegeben, ich hätte gar keins oder nur ein ganz schmales gewollt. Die Architekten fanden, das Haus brauche ein ‹Gwunderfenster›, damit man einen Bezug zur Aussenwelt hat.

Mein Mann und ich waren uns schnell einig, wie das Haus aussehen sollte. Das sage ich jetzt mal einfach auch für ihn, er ist nämlich gerade bei der Arbeit. Jedenfalls wollte nicht der eine einen supermodernen Bau und der andere ein Chalet. Das sieht man ja auch unseren Möbeln und Bildern an, die wir alle schon hatten; wir haben also sicher nicht aus Prestigegründen diese Art Architektur gewählt.

Das Haus ist genau so herausgekommen, wie wir es uns vorgestellt haben. Einzig Fensterbänke hätte ich gern gehabt, weil ich so gern Weihnachtsdekorationen aufstelle. Zu diesem Haus passen sie nicht, so gibt es die Fensterbänke dann halt im nächsten Leben. Hier gehören diese grossen Fenster hin, es ist toll, dazusitzen, und es ist alles riesig, luftig, hell. Und wie Sie sagen: Man weiss nicht, wo hört Innen auf, wo fängt Aussen an.

Man könnte in dem Haus sechs Zimmer machen, aber wir haben ausser dem Gästezimmer keines, das richtig abgetrennt ist, wir mögen es offen. Wenn man das Haus zu einem geschlossenen Würfel schliessen würde, könnte man damit den Wohnraum mehr als verdoppeln, und es sind jetzt schon etwa 220 Quadratmeter Wohnfläche. Das Grundstück wurde bis an die Grenzen ausgenützt, unsere Aussenräume sind die zum grösseren Teil gedeckten Veranden, die mit Schiebeläden abschliessbar sind. So sehen wir die Nachbarhäuser nicht; das war auch ein wenig die Idee. Den Nachbarn können wir dennoch zuwinken und ihnen damit bedeuten: wir sind da. Und ihre Kinder sehen wir auch, wenn sie spielen oder in den Kindergarten gehen. Wir sind nicht so introvertiert wie unser Haus. Dennoch ist uns lieber, Sie nennen uns nicht beim richtigen Namen.

Uns fragen immer wieder Leute, wann wir endlich einen Hag ums Haus machen würden, weil sonst doch die Kinder hereinlaufen würden. Tun sie auch. Sie robben über den Kies, weil das so schöne Spuren gibt, und stecken die Hand in den Briefkastenschlitz. Das macht sie glücklich, und das ist doch gut.

Nein, wir möchten nicht, dass die Nachbarhäuser gleich aussähen wie unseres. Dann hätte man ja den Eindruck, es sei Massenware. So hat jedes Haus seine Handschrift und passt zu den Leuten, die drin wohnen. Ein Haus spiegelt doch auch die Seele und Persönlichkeit der Bewohner nach aussen. Ich finde es schön, dass der Landbesitzer jeden nach seinem Geschmack bauen liess. Alles nur schöne Häuser wäre doch auch langweilig. Zum Glück macht die Gemeinde ausser in der Kernzone auch keine Vorgaben über Dachform, Materialien und dergleichen. Wenn wir hier ein Giebeldach hätten machen müssen, hätten wir das Land sicher nicht gekauft. Wir hätten uns auch irgendwo eine Eigentumswohnung gut vorstellen können.

Es ist aber überhaupt nicht so, dass wir uns jetzt vor das Haus des Nachbarn stellen würden und sagten: Nachbar, wir finden dich zwar o.k., aber dein Haus gefällt uns nicht. Wahrscheinlich finden sie viel eher unseres schrecklich, eine Schuhschachtel. Wir gingen mal mit Blümchen Hallo sagen, damit sie wussten, wer da auf ihrem Nachbargrundstück herumkriecht, und da haben sie uns spontan das Haus gezeigt. Es ist sehr stilvoll eingerichtet, aber mir hätte es etwas zu wenig Weite. Wir waren auch an ihrer Housewarming-Party, sie sind sehr nett und unkompliziert.

Unfrei fühlen wir uns sicher nicht als Hauseigentümer. Man kann sein Fernweh ja auch mit Reisen stillen, und im Moment finden wir es ganz schön, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Vielleicht sieht das in zehn Jahren anders aus. Und wenn für einen von uns die absolute berufliche Chance käme, liesse sich das Haus bestimmt gut verkaufen. Wir kennen mehrere, die gesagt haben: Wir ziehen schon morgen hier ein.

Das Haus war nicht so teuer, wie es aussieht, die Baukosten waren relativ tief angesetzt. Wie viel es gekostet hat? Das ist doch gar nicht so wichtig, oder? Einschränken müssen wir uns jedenfalls nicht. Die Belastung ist, im Gegenteil, geringer als in einer einigermassen vergleichbaren Mietwohnung, und ich kann so laut Musik machen und so laut herumgehen, wie ich will. Die Architekten hatten die Kosten im Griff, statt langer Riemen etwa nahmen sie den halb so teuren und genauso schönen Klötzchen-Eichenboden. In der Küche ist der Backofen unten, weil einer auf Sichthöhe auch wieder 1000 Franken mehr gekostet hätte, ein Cheminée haben wir auch nicht. Wenn ich sagte, ich möchte noch das und das, sagten sie: Sorry, liegt nicht drin. Sie auferlegten uns unter der Woche Baustellenverbot, damit uns nicht alle möglichen Handwerker anhechteten und fragten: Wollen Sie das und das nicht lieber so? Unsere Architekten waren wirklich in jeder Hinsicht Spitze.

Mein Mann und ich sagen öfter: Jetzt müssen wir dann wieder einmal in den Ausgang. Im Moment wohnt man halt wahnsinnig gern. Es gibt noch so viele Dinge, bei denen wir zum ersten Mal dabei sind. Wo im Frühsommer das Licht herkommt und die Sonne Schatten wirft, wissen wir noch nicht, und wie es sich in den Aussenräumen leben lässt. Wir haben gern Gäste und werden sicher einen Grill kaufen und Grillparties machen.

«Es heisst immer, ein Haus zu bauen, koste Nerven. Uns hat es keine gekostet.»

Axel Engler: «Wir hatten uns geschworen: Nie im Leben bauen wir selber. All die Horrorgeschichten, die man da kennt. Aber im Kanton Zug gab es kaum Wohnraum, als wir von München hierherziehen wollten. Nur Ladenhüter zu überteuerten Preisen. Ausserdem waren alle Objekte in diesem – wie sag ich jetzt vorsichtig – ‹neuen› Schweizer Baustil: Betonkisten mit schiessschartenartigen Fenstern. Das war natürlich völlig inakzeptabel für mich. Ich hatte immer geglaubt, dass selbst in der Schweiz Atombunker unter der Erde sind und nicht darüber.

Meine Frau ging jeden Freitag im Internet auf die Homepage vom ‹Zuger Amtsblatt›. Da sah sie das Inserat für dieses Grundstück und hat sofort geschrieben. Der Zufall wollte, dass ihr Brief als erster beim Verkäufer auf dem Schreibtisch lag, und von uns konnte er sich auf unserer Familienhomepage ein Bild machen. Nach uns kamen wohl noch etwa 40 andere, es gibt im Kanton Zug ja kaum Bauland für Einfamilienhäuser.

Das Grundstück mass ursprünglich rund 1300 Quadratmeter. Da hab ich mal nachgerechnet und fand: Alles, was recht ist, aber allein für das Grundstück 1,5 Millionen Franken hinblättern ist doch etwas viel. Wir konnten den Eigentümer dann überzeugen, das Ding aufzuteilen, und haben jetzt etwas mehr als die Hälfte.

Meiner Frau und mir war von vornherein klar: Unser Haus würde ein spezielles Haus werden. Wir hatten unsere genauen Vorstellungen und sind sehr detailverliebt, wie man leicht feststellen kann. Wir sind viel gereist, und uns haben die amerikanischen Landhäuser im Südstaaten-Kolonialstil immer am besten gefallen. Ohne zu ahnen, dass wir je selber bauen würden, hatten wir uns Bücher und Prospekte davon besorgt.

So sassen wir abends dann da, blätterten uns durch Bücher und Häuserkataloge und bauten um unsere Möbel herum ein Haus. Wir machten Knicke in die Seiten, sagten: Von diesem Haus nehmen wir das, von jenem jenes, von dem einen die Säulen am Eingang, von einem andern den Grundriss, vom dritten die Kapitelle über den Fenstern. Aus wie vielen Häusern unseres jetzt zusammengesetzt ist? Kann man schwer sagen.

Dann ging ich in einen Schreibwarenladen, besorgte Millimeterpapier und zeichnete alles auf: Aussenansicht rechts, links, hinten, vorne, Grundrisse und so fort. Nun brauchten wir jemanden, der uns die Ideen umsetzte. Wir hatten ja keine Ahnung, wie Hausbauen hier überhaupt geht, mit den Bewilligungen und all dem. Ich fragte dann Konny, meinen besten Freund in der Schweiz, ob nicht jemand aus seiner Grossfamilie unser Traumhaus bauen könne. Er sagte: Pass mal auf, mein Cousin, der Bruno Rey, war Geschäftsführer der grössten Zuger Baufirma. Der hat sich jetzt selbständig gemacht. Ruf den doch mal an. Das tat ich, und es wurde ein Glücksfall. Ich sagte: Hallo Bruno, ich bin der Axel, ein Kumpel von deinem Cousin Konny. Ich brauche jemanden, der mich nicht abzockt und dem ich 150 Prozent vertrauen kann. Bist du mein Mann? Den Architekten kannst du aber gleich im Büro lassen, wir wissen nämlich schon ganz genau, wie alles aussehen soll. Der arme Kerl hat uns das Haus dann wirklich gebaut.

Am 9. September 2002 war der erste Spatenstich. Meine Frau und ich hatten während des Baus jeder seine Projekte. Ich war mehr für die Hardware zuständig, für die Grobentwürfe, die Grundrisse, Fassaden und dergleichen, meine Frau eher für die Details: Böden, Fussleisten, Türklinken. Da waren tausenderlei Sachen festzulegen und aufzutreiben. Und das ganze Farbkonzept; wir haben kein weisses Zimmer im Haus, sie sind von Beige über Grün und Blau bis zu Lila.

Wir wussten von jeder Steckdose, wo sie hingehörte. Ich war manchmal drei-, viermal am Tag auf der Baustelle und hab die Jungs mit Pizza, belegten Semmeln und bayerischem Bier bei Laune gehalten. Meine Frau kam jede Woche einmal von München hierher. Sie hat auch im Internet die Preise verglichen und in der Schweiz zum Beispiel für die Küche die besseren Preise gekriegt und die besseren Geräte. Sicher kam es auch vor, dass wir einmal nicht ganz gleicher Meinung waren, dass meine Frau vielleicht sagte: Diese Scheiben sind mir jetzt ein wenig zu schnörkelig, aber mach du. Da mussten wir beide auch zurückstecken können. Die Bauleitung hatte Chefbaumeister Bruno. Dauernd musste er von uns hören: Wir hätten gern das und das, Bruno, bitte mach mal hinne. Er hat es trotz schlaflosen Nächten mit Fassung getragen und sich unglaublich reingehängt.

Fast am meisten Mühe machte uns der Wintergarten. Wintergärten sind in der Schweiz ja eher gerade, wir wollten aber einen viktorianischen. Schliesslich fanden wir die Anzeige einer Firma in Süddeutschland, die uns dann fast zur Verzweiflung brachte. Zum Beispiel wollte ich die Zierscheiben blau wie die Läden, aber sie machten mir ein Hellblau, das wie Taubendreck aussah. Oder bis sie begriffen, wie die Flügeltüre zu sein hatte, die sich meine Frau wünschte! So eine Tür hatten die noch nie gemacht, auch die Beschattungsdinger sind ein Unikat. Zuerst diskutierten wir eine Glasfalttür zum Salon, aber meine Frau sagte: Das muss offen bleiben, im Winter möchte ich doch hier sitzen. Es war letzten Winter mit dem vielen Schnee dann auch wunderbar, und wir haben hier auch oft mit Mäxchen gespielt.

Was glauben Sie, was die Leute im Dorf sagten, als sie unsere Säulen sahen! Sie fragten: Wer baut denn so was? Eine Sekte? Wird das ein Tempel?

Nicht das Besitzen ist uns so wichtig, aber einmal so was zu bauen. So wie wir das jetzt hingesetzt haben, steht es die nächsten hundert Jahre. Besitz hat ja immer auch zu tun mit wirtschaftlicher Überlegung. Wir hatten zwar ein Budget, aber ich sagte von der ersten Sekunde an: Entweder machen wir das Haus so, dass es uns wirklich gefällt, oder wir lassen es. Ohne Kompromisse. Ich bau doch nicht ein Haus, und nachher muss ich bei Ikea ein Sperrholzregal für das Wohnzimmer holen, und ich weiss, ich fühl mich damit nicht wohl.

Meine Frau meinte: Leg mal mindestens 20 Prozent für den Bau obendrauf. Der Rat war nicht schlecht, denn da kam immer noch etwas dazu. Etwa die Gartenmauer, die nicht im Budget war und dann halt auch noch 15 000 Franken gekostet hat. Oder der Zaun: Ein falscher Zaun kann doch das ganze Haus versauen. Wir haben lange nach einem im britischen Empirestil gesucht, und der, den wir jetzt haben, war einfach das Beste. Aber er war auch nochmals ein Riesenkostenpunkt: 30 000 Franken. Ich habe mal gesagt, ein Haus darf doppelt so viel kosten wie das Grundstück, und so ungefähr in dem Rahmen plus X liegen wir. Jetzt können Sie ja hochrechnen.

So wie das Haus jetzt steht, hätten wir es in Deutschland nie und nimmer genehmigt bekommen, die sind dort sehr kleinlich. Was das Nachbarhaus angeht, sage ich: jeder nach seinem Geschmack. Meine Frau findet, es füge sich doch eigentlich ganz schön zwischen die beiden Giebelhäuser ein. Ich sage: Ich muss es nicht schön finden, aber es muss mich deswegen nicht stören. Jedenfalls sind beide keine Wischiwaschihäuser, und die Nachbarn sind sehr freundlich. Die Leute, die hier vorbeigehen, machen sich wohl schon so ihre Gedanken über ihr Haus. Einen hörte ich sagen: Was ist denn das für ein Schuhkarton? Und einer fragte mich, als es noch im Rohbau war: Wird das euer Parkhaus?

Mit Bruno Rey und seiner Frau sind wir richtig gute Freunde geworden, wir gehen gemeinsam Ski fahren und laden uns gegenseitig zum Essen ein. Er hat eine besondere Beziehung zu dem Haus, es wurde für ihn richtig zur Liebhaberei. Im Endeffekt war das auch für ihn eine Riesenherausforderung. Auch die Handwerker waren zum Schluss ganz begeistert, nachdem sie vorher manchmal die Augen gerollt und uns fast für bekloppt erklärt hatten. Viele von ihnen sagten dann auf unserer Housewarming-Party: Was wir hier für die Familie Engler hingebaut haben, das haben wir in unserem ganzen Berufsleben noch nie so gemacht.»

Lilli Binzegger ist stv. Redaktionsleiterin von NZZ-Folio.


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