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NZZ Folio 01/08 - Thema: Jung und jüdisch Inhaltsverzeichnis
Rätselhaft -- Fil Glick!
© Fabienne Roth
Von CUS
Auf dem Judenäule, einer kleinen Insel im Rhein, beerdigten die Schweizer Juden ihre Toten. Viele waren es nicht – nach der Vertreibung der Juden aus der Schweiz im 15. Jahrhundert boten nur noch zwei Gemeinden den Juden eine letzte Zuflucht: Endingen und Lengnau im Aargauer Surbtal. Ihre Toten mussten sie auf das herrenlose Inselchen bringen.
Das Judenäule ist nicht mehr. Durch die Rheinbegradigung wurde es Teil des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg. Längst gibt es auch einen jüdischen Friedhof in Endingen.
In den beiden Gemeinden blühte bis ins 20. Jahrhundert die weniger heilige Sprache der Juden – das Jiddische. Wenn Hebräisch die Sprache der Synagoge war, des Schabbats, der bärtigen Männer, dann war Jiddisch die Küchensprache und somit die wahre Muttersprache der Juden. Noch heute wird es von drei Millionen Menschen gesprochen: in Manhattan, in Antwerpen, in Tel Aviv. Jiddisch gilt als die Sprache, die dem Deutschen am nächsten steht. Da es auf west- und süddeutschen Einflüssen beruht, ist es manchmal sogar dem Schweizerdeutschen näher als dem Hochdeutschen: «Broochsch disch gar nit e sou aufzublouse!» lautet ein Satz im Surbtaler Dialekt des Jiddischen, in deutscher Umschrift.
Nun zum Rätsel: Wie wird unsere nächste Verwandte von allen Sprachen eigentlich richtig geschrieben – mit den vertrauten lateinischen Buchstaben? Oder mit hebräischen Buchstaben? Und von links nach rechts? Oder wie Hebräisch von rechts nach links? Oder gar von oben nach unten?
(Auflösung im Februar-Folio.)
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