WER AUFS NEUJAHR den Vorsatz gefasst hat, Raucherfreuden für immer zu entsagen, den wollen wir nicht umstimmen. Wie aber sagt man einer Zigarre oder Zigarette ade, wenn man nicht beabsichtigt, dies ein für allemal zu tun? Seit man wieder Zigarre rauchen darf, ohne auf die gleiche Stufe gestellt zu werden wie Serienkiller, Kinderschänder oder Rindfleischesser, wird man immer wieder Zeuge barbarischen Verhaltens nicht nur was die Kunst des Rauchens, sondern auch was die Kunst des Gerauchthabens betrifft. Auch der Abschied hat sein Ritual, und seine Eleganz liegt in seiner Beiläufigkeit. So ist es wider alle Sitte, eine Zigarre auszudrücken - erstens, weil dann aus den letzten Zentimetern eines handgerollten Longfillers ein hässliches Häuflein brauner und keineswegs mehr wohlriechender Krümel wird, und zweitens, weil das ohnehin ganz unnötig ist. Zigarren sterben sanfte Tode; man lässt sie einfach im Aschenbecher ausgehen und stellt diesen hernach diskret beiseite.
Das geht nicht mit der Zigarette, weshalb ein sogenannter Glutkiller ein unentbehrliches Utensil ist für den Raucher, der auch diesem flüchtigen Genuss die Zeit und Aufmerksamkeit widmet, die er verdient. Leider sehen die Dinger, die im Handel angeboten werden, aus, als stammten sie aus einer Munitionsfabrik, so dass man kaum umhin können wird, sich so ein kleines Rohrstück von einem Silberschmied oder sonstwie kunsthandwerklich begabten Tüftler herstellen zu lassen. Der Aufwand lohnt sich, denn wenigstens beim Rauchen braucht ja nicht zu gelten, dass das Schöne bloss des Schrecklichen Anfang sein soll.