NZZ Folio 05/00 - Thema: Fit   Inhaltsverzeichnis

Fitness und Todestrieb

Eine dunkle Kraft hält uns davon ab, das zu tun, was uns gut täte.

Von Richard Klein

Vor ein paar Jahren habe ich ein Buch mit dem Titel «Iss fett» veröffentlicht. Es enthielt im Grunde nur zwei Ideen, wenn man denn überhaupt von Ideen sprechen kann. Die eine war, dass Diäten nicht funktionieren: fünfundneunzig Prozent des Fetts, das man während einer Diät abspeckt, hat man drei bis vier Jahre später wieder drauf, und meistens sogar mit Zugabe. Diäten machen einen also langfristig fetter. Die zweite Idee war, dass Fett schön ist oder zumindest von der Mehrzahl menschlicher Gesellschaften während der längsten Zeit der menschlichen Geschichte für schön gehalten wurde.

Mein Verleger schickte mich auf eine Lesereise, auf der ich dreissig Pfund zunahm. Wo immer ich hinkam, luden mich die Journalisten und Buchhändler zum fett Essen ein. Sie führten mich ins Restaurant, um sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, wie ich Steaks und Würste und Spaghetti carbonara und zum Dessert Eierpudding mit Caramelsauce wegputzte. Damals nahm ich mir vor, mein nächstes Buch über Sex zu schreiben.

Am Ende der Reise war ich niedergeschlagen, fett und völlig ausser Form. Vor allem aber fühlte ich mich krank. Gesundheit, das heisst in meinen Augen Mobilität. Alles, was verlangsamend auf den Menschen einwirkt, ist ungesund - einschliesslich des Alters, einer besonders fiesen Krankheit.

Mit dieser Ansicht stehe ich nicht allein. In Amerika, wo der Fitnessfimmel anfing, sieht man sie überall: kräftige, gesunde Körper. Nicht nur am Fernsehen in den frühmorgendlichen Aerobicprogrammen und den immer häufigeren Werbespots für Fitnessgeräte, nein, auch in Hollywood und auf der politischen Bühne sind sie inzwischen nicht mehr zu übersehen. Die drahtigen Körper von Tom Cruise und Nicole Kidman sind lebende Symbole der neuen Fitnessästhetik, Ikonen eines zeitgenössischen Schönheitsideals. Ihre erotische Aufladung wird kulturell durch die kantige Form ihrer gestählten Muskeln hergestellt.

Man rufe sich als Kontrast die unendliche Weichheit der Frauen oder die vielbewunderte Beleibtheit der Herren um die Jahrhundertwende in Erinnerung. Heute sollen Körper hart sein wie Maschinen und nicht der halt- und gestaltlose Reflex eines üppigen und bequemen Gründerzeitlebens. Das Erscheinungsbild der Fitness ist eine Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts, nicht ganz ohne Parallelen zur Antike, gewiss, aber dennoch entstanden aus einer Begeisterung für die Schönheit mechanischer Maschinen - schnittiger, schneller, stärker. Am Übergang zum einundzwanzigsten Jahrhundert hat Fitness deutlich Züge einer allgemeinen Obsession angenommen. In den dreissiger Jahren war Fitness eine der Gestalten des Faschismus, heute ist sie eine Frage des Wohlstands.

Das Geschäft mit der Fitness und mit allen möglichen Diäten explodiert, während die amerikanische (und europäische) Bevölkerung immer fetter wird. Immer mehr Leute betreiben eine Art Fitnessdiät. Je öfter sie ins Studio schwitzen gehen, desto mehr Essen dürfen sie zu sich nehmen.

Aber der Anblick drahtig-kraftstrotzender Politiker sollte uns doch ein wenig zu denken geben. Al Gore hat gnadenlos Gewichte gestemmt, um seinen Körper aufs rechte Mass zu trimmen, erbarmungslos hat er seine Brustmuskeln gestrafft und drastische Massnahmen gegen die Pirelliringe ergriffen, die vor nicht allzu langer Zeit noch ungehemmt über seinen Gürtel hingen. Heute kommt er immer öfter in kurzen Ärmeln daher, um den Wählern seinen Trizeps zu zeigen. George Bush wiederum wirft sich in sexy Jogging-Klamotten, wenn er zur Freude seiner zahlreichen weiblichen Anhänger frühmorgens den grossartigen Busch-Body ausführt, der - wie schon das väterliche Vorgängermodell - stattlich und sehnig ist.

Wie das Gymnasium der Antike, so hat sich heute das Fitnessstudio zu einer moralischen Bildungsanstalt entwickelt, der schöne Körper ist zum Sinnbild von Tugendhaftigkeit mutiert, denn die äussere Schönheit ist nur der Reflex tieferer, innerer Werte. Doch im Grunde speist sich der gegenwärtige Fitnessfimmel aus jenen Bereichen unseres kollektiven Unbewussten, wo die Angst vor dem Alter sitzt. Die Jugend erhält in unserer Kultur immer mehr Vorrechte, selbst heute noch, wo die Generation der Baby-Boomer allmählich in die Jahre kommt.

Es gibt in Amerika eine beträchtliche Anzahl von Leuten, die sich erfolgreich einreden, sie würden unsterblich, wenn sie nur jeden Tag fleissig trainieren, sich biologisch ernähren und einen regelmässigen Stuhlgang hinkriegen. Diese Weltanschauung hat sich vielleicht unter der Hand schon viel weiter verbreitet, als wir ahnen, ja vielleicht ist sie schon auf dem besten Weg, zu einer weltumspannenden Wahnidee zu werden. Doch was mich betraf, der ich vom Fettessen drall und feist geworden war, lagen die Alternativen klar auf der Hand: Wenn ich nicht sofort etwas gegen mein Übergewicht tat, würde ich daran sterben. Zum Glück gibt es in Amerika persönliche Fitnesstrainer, eine Erfindung, die sich noch nicht bis nach Europa herumgesprochen hat, zumindest nicht bis nach Frankreich. Oder sagen wir, Frankreich fängt gerade damit an. Ich kenne ein Fitnesscenter in Les Halles, das seinen Kunden standardmässig einen Privattrainer vermittelt. Aber in den meisten Clubs, in denen ich gewesen bin, hat man davon noch nicht einmal gehört.

Die Aufgabe dieser Trainer ist, sich persönlich um einen zu kümmern. Ich wusste, dass es nur eine Art und Weise gab, meine Pfunde wieder loszuwerden, nämlich durch ernsthaftes Training. Nach drei Monaten mit meinem Privatcoach hatte ich das angefressene Gewicht wieder runter. Vielleicht stimmt es ja wirklich, dass man neue Pfunde leichter wieder los wird als das Fett, das man schon geraume Zeit mit sich herumgetragen hat. Schliesslich verlieren Frauen ihr Übergewicht nach der Schwangerschaft sogar schneller, als sie es zugelegt haben. Es ist ausserdem bekannt, dass Männer leichter abnehmen als Frauen. Dennoch war der Privattrainer absolut entscheidend.

Der Mann war eigentlich Boxer und Künstler und war, obschon Mitte vierzig, tadellos in Form. Er arbeitete als Barkeeper und malte in seiner Freizeit Blumenaquarelle, die weitherum bewundert und gekauft wurden. Er fing sehr langsam mit mir an. Es war August, und wir spazierten im Park umher. Zu Beginn nahmen wir es sehr gemütlich, aber er war mir immer einen Schritt voraus. Zu meiner Erleichterung merkte ich, dass er sich hervorragend auf die zweischneidige Kunst verstand, die Geschwindigkeit gemächlich zu steigern. Denn wenn man zu langsam geht, wird es bald sterbenslangweilig, und man gibt auf. Wenn man hingegen zu schnell zu viel erreichen will, verletzt man sich und muss ebenfalls aufhören. Das ist die verbreitetste Form des Widerstands gegen Fitness.

Die meisten von uns, ja vielleicht sogar alle, haben einen tiefsitzenden Widerstand gegen jede Form der Leibesertüchtigung. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es doch ziemlich befremdlich, wie schwer es uns fällt, mit einer Sache fortzufahren, die uns in jeder Beziehung unheimlich gut täte. Ein wenig Bewegung ist vermutlich das Gesündeste, was man für sich tun kann. Im Vergleich dazu hat selbst Sex verhältnismässig viele Nachteile. Körpertraining ist wahrscheinlich die einzige Tätigkeit, die uns, wenn wir sie regelmässig betreiben, beweglicher macht, unser Wohlbefinden steigert, Depressionen vertreibt, alle möglichen Sorten von Schmerzen heilt und uns jenes Selbstvertrauen und Gefühl von Kraft gibt, das uns ohne körperliche Betätigung in aller Regel fehlt.

Um so rätselhafter muss es erscheinen, dass unser Geist sich alle möglichen Ausreden einfallen lässt, weshalb wir heute nicht zum Training gehen können. Das Lustprinzip sollte doch eigentlich dafür sorgen, dass wir alle den ganzen Tag über nichts lieber täten als trainieren, um jenes Gefühl der Zufriedenheit, Lebendigkeit, Gesundheit und Glückseligkeit zu erlangen, das sich unfehlbar danach einstellt. Statt dessen erfinden wir immer neue Gründe und Vorwände, um das zu unterlassen, was uns gut tut.

Der Widerstand gegen Fitness kann die verschiedensten Formen annehmen. Die bekannteste ist jenes gedankliche Streitgespräch, das man mit sich selbst austrägt, wann immer man zum Training gehen sollte. «Ich bin doch kein Sklave, sondern ein freier Mensch! Will ich heute wirklich zum Training gehen?» Die Antwort fällt immer gleich aus: Nein! Ich kenne zahllose Leute, die ihre Übungen mit religiöser Inbrunst betreiben und sich trotzdem jeden Tag dazu überwinden müssen. Wie bringt man sich dazu, etwas zu tun, was man eigentlich niemals tun möchte? Krankheit ist eine andere typische Form des Widerstands. Nichts leichter, als sich zum Ausfallenlassen des Trainings zu überreden, wenn man ein wenig verschnupft ist oder es mal im Hals kratzt. In Wahrheit wirkt körperliche Anstrengung bei beginnender Erkältung fast immer wie ein magisches Heilmittel. Bei Gliederschmerzen, fiebriger Erkältung oder Grippe verzieht man sich zwar besser ins Bett und trinkt jede Menge Flüssigkeit. Aber alle leichteren Spielarten von Erkältung sollten als Formen des Widerstands gegen die eigene Fitness betrachtet und daher ignoriert werden.

Muskel- und Bänderzerrungen sind eine weitere beliebte Ausrede, um das Training zu unterbrechen. Trinken Sie Wasser, um dergleichen zu vermeiden. In französischen Fitnessstudios wird einem die Sache folgendermassen erklärt: Nur wenn man genügend Wasser trinkt, sind die Muskeln und Gelenke so geschmiert, dass man vom Knieknirscher über den Wadenkrampf bis hin zum ganzen Arsenal an Rücken-, Hüft- und Schenkelschmerzen, die unfehlbar als Begleiterscheinungen des Aerobics auftauchen, verschont bleibt. Je mehr Wasser man trinkt, desto besser ist man geölt. Das hört sich natürlich völlig absurd an, ein typisches französisches Paradox wie Gänseleberpastete mit Rotwein, aber es funktioniert. Ich trinke mindestens vier grosse Glas Wasser vor jedem Training. Und ich trage immer eine Flasche bei mir.

Warum sträubt sich der Geist gegen etwas, das der Körper so gern täte? Der Widerstand gegen die Fitness wäre für Freud vermutlich ein Beleg für den Einfluss des Todestriebs. Neben unserem Streben nach Lust und Selbsterhaltung gibt es nämlich noch einen anderen, dunkleren Trieb, der sich zwar nur selten blicken lässt, aber dafür im stillen vor sich hinwirkt. Er ist der Motor unseres inneren Widerstrebens gegen alles, was uns unbezweifelbar gut tut, wie zum Beispiel ein Fitnesstraining. Eine dunkle Kraft, die uns zur Selbstsabotage treibt und davon abhält, etwas zu tun, wonach wir uns kerngesund, harmonisch, rundherum ausgeglichen und quietschfidel fühlen.

Ein Privattrainer ist das beste Mittel, um den Todestrieb zu überlisten. Sie trainieren jetzt nicht nur für sich selbst, o nein, Sie tun es für jemand anderen oder zumindest wegen des Geldes, das Sie dem anderen dafür zahlen, dass er sich dreimal die Woche mit Ihnen beschäftigt! Auch jede ausgefallene Sitzung will nämlich bezahlt sein. Es ist wie beim Psychoanalytiker. Ein persönlicher Trainer nimmt tatsächlich auch häufig therapeutische Aufgaben wahr und könnte Bände über die Psyche seiner Klienten erzählen.

Wie in jeder therapeutischen Beziehung kommt es auch hier oft zu einer starken positiven Übertragung. Am Anfang verliebt sich schlechterdings jeder in seinen Coach, und sei es nur für kurze Zeit. Bekanntestes Beispiel: Madonna. Eine Weile lang steigt ein wohliges Kribbeln in einem auf, wenn man sich auf den Weg zu ihm oder ihr ins Fitnessstudio macht, aber dieses Gefühl verebbt in der Regel bald wieder. Denn im Grunde ähnelt ein guter Privattrainer viel eher einem Zahnarzt als einem Seelenklempner. Er oder sie fügt einem Schmerzen zu, auch wenn es einem danach merklich besser geht. Und aus demselben Grund, aus dem Zahnärzte die höchste Selbstmordrate haben, ziehen auch Privattrainer, die etwas taugen und ihre Klienten ordentlich leiden lassen, eine Menge unterdrückter Wut und Ressentiments auf sich.

Die besten Trainer sind zugleich kundige Anatomen und Physiologen, die einem die Funktionsweise des Körpers erklären und einem auseinandersetzen, wie die Muskeln auf Anspannung und Belastung reagieren. In San Francisco hatte ich eine Trainerin, die mich praktisch ohne Zuhilfenahme von Gerätschaften nur mit einzelnen Muskeln arbeiten liess. Sie brachte mir zum Beispiel bei, durch blosse Anspannung meiner Bauchmuskeln ein perfektes Klappmesser hinzulegen, ohne dass dabei die geringste Gefahr bestanden hätte, dass ich meine altgediente Wirbelsäule ruinierte.

Aber es sind die aeroben Übungen, die für Ihre Beweglichkeit am wichtigsten sind, sie sind die richtigen Killer. Wann immer Sie zum Training gehen, sollten Sie nicht weniger als dreissig Minuten laufen, gehen, schwimmen, rudern oder Fahrrad fahren. Sechs bis sieben Minuten sollten jeweils darauf verwendet werden, sich zu Beginn langsam aufzuwärmen und am Ende ebenso langsam wieder abzukühlen. Manche Leute behaupten, es sei wichtig, einige Dehn- und Streckübungen zu machen, bevor man zum Beispiel mit dem Rennen auf dem Laufband beginnt. Andere wiederum finden, man könne darauf verzichten, solange man es am Anfang nicht übertreibt.

Es ist nicht ganz leicht, mit der Langeweile beim Laufen, Schwimmen oder Rudern fertig zu werden. Auf dem Laufband muss man sich darauf konzentrieren, die rechte Körperhaltung zu bewahren. Oft sage ich schweigend mein Mantra vor mich hin und versuche an gar nichts zu denken. Manchmal lege ich mein Handtuch über den Timer der Maschine, damit ich nicht zusehen muss, wie langsam die Zeit vergeht. In einem Fitnesscenter in Florida hingen mehrere Fernsehbildschirme über den Fahrrädern; man konnte sich Kopfhörer kaufen, so dass man nicht nur zusehen, sondern auch zuhören und das Programm fernsteuern konnte. In Amerika - und in wachsendem Masse auch anderswo - kann man dem Videobombardement, das von allen Seiten auf einen eintrommelt, kaum noch entkommen.

Aber bisweilen gibt es noch Alternativen. In einem kleinen verstaubten Studio in New York konnte man von den Laufbändern aus einer Gruppe von Frauen bei ihren Übungen zusehen. Das war eine sehr angenehme Zerstreuung, zumal man sich vorstellen konnte, sie seien alle nackt. Es ist übrigens eine soziologische Tatsache, dass die Blondinen mit den grössten Brillantringen am verbissensten an ihrer Tretmühle üben.

In einem hypermodernen Studio in San Francisco dagegen braust man auf dem Fahrrad durch virtuelle Welten: Sie haben einen kleinen Bildschirm vor der Nase, auf dem Sie einen Avatar Ihrer selbst auf dem Fahrrad am Start eines Wettrennens sehen. Während Sie in die Pedale treten, schauen Sie zu, wie Sie von Ihren Konkurrenten überholt und besiegt werden, manchmal kommen Sie vom Weg ab und radeln durch bunte virtuelle Landschaften, ja wenn Sie aus Versehen die falsche Abzweigung nehmen, müssen Sie sogar unter Wasser weiterfahren.

Aber die verwirrendste von allen Maschinen ist jene, auf der Sie während des Trainings gleichzeitig durchs Internet surfen und durch Berühren einer Tastatur auf dem Bildschirm direkt Ihre Befehle eingeben können. Wenn Sie wollen, können Sie die Börsenkurse studieren, Miltons «Verlorenes Paradies» lesen oder sich pornographische Bildchen angucken, während Sie in die Pedale treten.

Paradoxerweise besteht die List, mit der man den Todestrieb überwindet und sich zu einem regelmässigen Training bringt, am Ende darin, selbst zu einer Maschine zu werden. Kein menschliches Wesen würde freiwillig in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich in die Kälte hinausstürzen, um ins Fitnesscenter zu gehen. Ein Mensch fühlt sich stets verletzlich und fragil, er ist krank und hat Schmerzen, hat ein Anrecht darauf, auch mal fünf gerade sein zu lassen. Nur eine Maschine tut immer das, worauf sie programmiert ist. Sie fragt sich nicht, ob ihr gerade nach Training zumute ist. Wenn der Wecker klingelt, richtet sie sich automatisch im Bett auf und zieht die entsprechenden Klamotten an.

Wenn Sie auch nur für den Bruchteil einer Sekunde zu sich selbst sagen «Ich benehme mich ja wie eine Maschine», dann gerät die Fiktion ins Wanken, die Sie unbedingt brauchen, um Ihren Widerstand gegen die Fitness zu überwinden. Sie müssen wie ein gut gedrillter Soldat zu einem blossen Algorithmus werden, zu einer Art Endlosschleife in einem Programm, das immer dieselben Bewegungen ausführt. Sie gehorchen einem bestimmten Regelkanon, unterwerfen sich einem äusseren objektiven Prinzip und legen ihr Privatleben ad acta. Am besten, Sie verbieten sich auch jedes Gefühl und stellen keine Fragen, sondern überlassen alles der Maschine. Die Kontrolle über sich selbst an eine äussere Instanz abzugeben ist in diesem Fall das allerbeste, was Sie für sich tun können. Nur wenn Sie sich wie eine Maschine benehmen, können Sie ein wirklich vitales und reiches menschliches Leben führen.

Richard Klein lehrt Romanistik an der Cornell University. Deutsch sind von ihm erhältlich «Schöner blauer Dunst. Ein Lob der Zigarette» und «Schöne fette Welt. Ein Lob der Fülle» (beide als Goldmann- Taschenbuch).


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