NZZ Folio 02/00 - Thema: Im Netz   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Auf den Kopf gefallen

Von Reto U. Schneider

ENDLICH NIMMT SICH DIE WISSENSCHAFT der Probleme des einfachen Mannes in der Bar an. Britische Forscher haben im Labor die «Stossfestigkeit von Bargläsern» (The Journal of Trauma, Vol. 35, S. 936-938) untersucht. Die Tests mit einem Zwick-5102-Pendeleinschlagtester kamen zum überraschenden Resultat, dass man sich besser ein temperiertes Arcoroc-Nonik-Glas über den Schädel ziehen lässt (Stossfestigkeit mehr als 4 Joule) als den nichttemperierten Humpen von Dema International (Stossfestigkeit 1,17 Joule). Unbedingt vermeiden sollte man das nichttemperierte Nonik-Glas von Ravenhead, das bereits bei einer Aufschlagenergie von 0,66 Joule am Kopf in Brüche geht. Während in Grossbritannien Bargläser eine «wichtige Ursache von Verletzungen bei zwischenmenschlicher Gewalt» sind, fürchtet man auf Papua-Neuguinea Kokosnüsse. Der Autor der Studie «Verletzungen, verursacht von fallenden Kokosnüssen» (Journal of Trauma, Vol. 24, S. 990-991) schreibt, dass 2,5 Prozent der im Provinzspital Alotau (Provinz Milne Bay) behandelten Kopf-, Rücken- und Schulterverletzungen auf fallende Kokosnüsse zurückzuführen sind. Seine Berechnungen zeigen: Nach 25 Meter Fall, kurz vor dem Erstkontakt mit dem Kopf, hat die Kokosnuss auf 80 Kilometer pro Stunde beschleunigt.




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