IN DER WEIHNACHTSZEIT lassen auch medizinische Fachzeitschriften nichts unversucht, um ihre Leser auf das freudige Ereignis einzustimmen. Glücklicherweise beschert die hohe Zeit immer wieder Missgeschicke, die sich für die Publikation in der Dezembernummer eignen. In «Augenschaden durch Weihnachtsbäume» (Lancet, Nr. 8415, S. 1335) rapportiert der Autor fünfzehn Fälle, bei denen das Hantieren mit dem Tännchen ins Auge ging. Allein sieben davon ereigneten sich beim Dekorieren. Unbedenklich dagegen der synthetische Ersatz: Nur zwei künstliche Bäumchen wagten den Angriff aufs menschliche Augenlicht. Gefahr droht jedoch auch vor dem Schmücken des Baums: «Einseitige Phrenikuslähmung beim Absägen eines Weihnachtsbaums» (Southern Medical Journal, Vol. 87, S. 1161-1163). Und danach: «Kreuzreaktion auf einen Weihnachtsbaum» (British Medical Journal, Vol. 295, S. 1660-1661). Im letzten Fall ereilte die Rache des Bäumchens ihr Opfer in Gestalt einer allergischen Reaktion 36 Stunden nach dem Erstkontakt. Die betroffene Frau lehnte es ab, «eine der anderen 249 Arten aus der Familie der Föhrengewächse in Betracht zu ziehen», und kaufte sich statt dessen einen künstlichen Baum. Es wurde ihr geraten, «sich nicht Weihnachtsbäumen anderer Leute zu nähern».