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Vom Fach -- Neulich auf der Jagd
Von Christoph Hagemeier
«Und, Waidmannsheil gehabt?»
«Ja.»
«Und?»
«Kaum war angeblasen, haben die Treiber vor mir im Bestand schon Sauen losgetreten – dann die Hunde geschnallt und die Rotte gesprengt.»
«Mhm.»
«Hab auf einer engen Schluppe zwischen zwei Dickungen dann ein Keilerchen erlegt.»
«Kapital?»
«Nee, ein Überläufer.»
«Und sonst?»
«Einen zweiten hab ich wohl gefehlt, keinen Schweiss gefunden. Sonst nur zwei Böcke gesehen, beide hatten schon geschoben.»
«Waidmannsheil!»
«Waidmannsdank! Und selbst?»
«Gar keinen Anblick gehabt, ich freue mich schon aufs Schüsseltreiben!»
Waidmannsheil / Waidmannsdank: Gruss unter Jägern. Anblasen: Jagdhornblasen, gibt das Schiessen frei. Treiber: Landwirte oder Hundeführer, die das Wild aufscheuchen. Bestand: Baumbestand aller Art. Sauen: Wildschweine. Schnallen: Die Jagdhunde loslassen. Sprengen: Das Auseinandertreiben einer Gruppe Wild. Rotte: mehrere Wildschweine. Schluppe: Lücke zwischen Hindernissen (Bäume, Wälle), in der Jäger zum Schuss kommen. In Erzählungen werden breite Waldwege zu engen Schluppen. Dickung: blickdichter Baumbestand. Keiler: männliches Wildschwein. Kapital: trophäenstark. Überläufer: einjähriges Wildschwein. Schweiss: Blut. Bock: Rehbock. Schieben: jährliches Wachsen des Rehbockgehörns. Anblick: gesichtetes Wild. Schüsseltreiben: gemeinsames Essen nach der Jagd.
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