NZZ Folio 08/02 - Thema: Schule   Inhaltsverzeichnis

Aus dem Vereinsleben -- Fairer Fisch

Von Andreas Dietrich
Frau Malcolm-Bickel, Sie sind im Verein «fair fish» zuständig für das Zierfischberatungstelefon. Mit was für Sorgen werden Sie da konfrontiert?

Es ist leider so, dass die Haltung von Zierfischen von vielen Leuten noch immer unterschätzt wird. Man kann nicht einfach ein Aquarium kaufen, mit Wasser füllen und zack-bum! Fische reintun. Man sollte schon einiges wissen über die verschiedenen Arten und wie und wie oft die Fische gefüttert werden müssen. Auch Zierfische geben Arbeit, man muss die Filter reinigen, das Wasser wechseln. Und schliesslich sollten die Fische auch stets beobachtet werden, weil sie ja nicht wie eine Katze miauen können, wenn ihnen etwas fehlt.

Sie meinen, viele Zierfischhalter seien sich ihrer Verantwortung nicht bewusst?

Das ist so, und es zeigt sich vor allem, wenn es gegen die Ferienzeit geht. Jeden Sommer verenden Tausende von Fischen in einem nicht sachgemäss betreuten Aquarium - oder werden von den Besitzern einfach das WC hinuntergespült oder in öffentliche Gewässer entsorgt.

Was unternehmen Sie dagegen?

Neben meiner telefonischen Beratung betreibe ich auf privater Basis eine Zierfischauffangstation. Einen Teil der aufgenommenen Fische kann ich dann weitervermitteln. Alte Fische oder Wildfänge sind allerdings kaum vermittelbar. Die bleiben bei mir, weshalb alle meine Aquarien, zehn an der Zahl, nun ebenfalls voll sind. Unser Ziel ist jetzt eine grosse Zierfischstation; wir müssen nur noch die Sponsoren finden.

Sind Aquarien eigentlich wieder im Trend?

Da bei Fischen - im Unterschied etwa zu Meerschweinchen - keine Allergien zu beklagen sind, erfreuen sich Aquarien vor allem bei Kindern wachsender Beliebtheit. Insofern liegen Zierfische schon im Trend, und auch da gibt es natürlich wechselnde Moden: Derzeit gelten bei gewissen Leuten speziell gezüchtete Albinofische als chic - ein weiteres eher unappetitliches Thema.

www.fair-fish.ch

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