DER RUM, die Mutter vieler tropischer Drinks, ist ein gar ruhmreiches Elixier. Quell literarischer Inspiration, Muse in langen Nächten am Tresen oder vor der Schreibmaschine - so wurde er schon vielfach gerühmt, von zahllosen Dichtern. Von good old Hemingway zum Beispiel, der keinen Schluck versäumte, den Ruhm des Rums und anderer geistiger Getränke zu befördern. In der Floridita- Bar in der Altstadt von Havanna, der er ebenfalls zu Weltruhm verhalf, soll er, so geht die Legende, an einem einzigen Abend 16 (sechzehn) der doppelten Frozen Daiquiri geschafft haben. Nicht ganz so trinkfest sind die heutigen Poeten, nölt doch Kuno Lauener von Züri West auf der jüngsten Scheibe über einen andern Rum-Klassiker: «u drbii han i mr gseit i nime nume so ne mojito - un ne zwöite han i när dänkt nimen i o - u nach em dritte bin i unger däm tisch gläge - u nach em vierte unger dere frou . . .» Der Mojito, ein Cocktail für heisse Tage, im eigentlichen und im übertragenen Sinn: 2 cl frischen Limettensaft in das Longdrinkglas giessen; zwei Teelöffel fein gemahlenen Rohrzucker darüber streuen, 6-8 Pfefferminzblätter dazugeben und alles mit einem Löffel oder einem Stössel zerdrücken. Mit 4-5 Esslöffel zerstossenem Eis, 4 cl weissem Rum und 2 cl Sodawasser auffüllen und gut umrühren. Herrlich erfrischend - zumindest bis zum zweiten, dritten . . . Glas!