Daniel Häni und Enno Schmidt, Sie sind die Gründer der «Initiative Grundeinkommen». Was sind Ihre Forderungen?
Wir stellen keine Forderungen, wir stellen Fragen, zum Beispiel: «Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?»
Ich würde Strassentheater spielen. Wie viel Geld gäbe es denn pro Person?
2500 Franken pro Monat, für jeden, bedingungslos. Grundeinkommen wäre ein Bürgerrecht wie das Stimmrecht.
Wie soll das finanziert werden?
Über die Mehrwertsteuer. Grundeinkommen ist eine Mehrwertvergütung. Anstelle der Leistung würde der Verbrauch besteuert. Das hätte positive Auswirkungen auf die Lohnkosten, an denen sich heute das soziale Netz erhängt. Wir könnten unbezahlbare Arbeiten in grösserem Masse tätigen.
Womit würden Sie die Leute motivieren, wenn nicht mit Geld?
Menschen motivieren sich immer mehr selbst. Eine Arbeit, die man wirklich tun will, ist motivierend. Was nützen Ihnen Leute, die sich am Arbeitsplatz aufhalten, aber innerlich gekündigt haben? Geld wird weiterhin eine Motivation sein, aber das Grundeinkommen beseitigt den Zwang zur Erwerbsarbeit.
Wer macht dann die Drecksarbeiten?
Notwendige Arbeiten, die keiner machen will, sollen besser bezahlt werden.
Was soll aus der Initiative werden?
Grundeinkommen ist ein Kulturfortschritt, der passiert nicht von heute auf morgen. Zunächst kommt der Mensch in eine sinnvolle Persönlichkeitskrise und fragt sich: Wer bin ich? Was kann ich? Wie will ich leben? Für wen will ich arbeiten? Wofür bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen? Wir suchen jetzt Mittel, um versuchshalber 100 Leute für 3 Jahre mit einem Grundeinkommen auszurüsten. Der nächste Schritt ist eine Volksinitiative: «1 Mehrwertsteuerprozent für Kultureinkommen.» Das würde schon für fast 100 000 Menschen reichen.
Was machen Sie beruflich?
Wir sind Unternehmer.
Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?
Das Gleiche, aber besser.
www.initiative-grundeinkommen.ch