NZZ Folio 02/07 - Thema: Teheran   Inhaltsverzeichnis

Links und Literatur

Die Autoren des "Teheran"-Folios empfehlen die besten Bücher über Teheran und nennen ihre iranischen Lieblingsbücher.


Victor Kocher, Nahostkorrespondent der NZZ (Freizeit im Gottesstaat)
Das Buch, das die nahezu unfassliche Menschenansammlung von Teheran in einen übersichtlichen Schatz wissenschaftlicher Angaben übersetzt, ist der "Atlas of Tehran Metropolis" von Bernard Hourcade und Seyed Mohsen Habibi, greifbar auf französisch, englisch und persisch auf der Webseite www.tehrangis.com/atlas.
Lieblingsbuch: Der "Diwan" von Hafis.

Farsin Banki, Philosoph (Freizeit im Gottesstaat)
Die beste Teheranlektüre? Auf Deutsch gibt es die doch gar nicht, darum schweige ich.
Lieblingsautor: Natürlich einer, den ich übersetzt habe, Ali Aschraf Darwischian. Hier eine Kostprobe.

Ulrich Tilgner, Nahostkorrespondent ZDF (Türen zur Welt)
Das beste Buch über Teheran kenne ich nicht.
Lieblingsautor: Huschang Golschiri. Deutsch gibt es von ihm zum Beispiel "Der Mann mit der roten Krawatte".

Bahman Nirumand, Journalist und Buchautor (Sehnsüchtig war mein Herz)
Wer sich in der persischen Sprache auskennt und einen literarischen Eindruck von Teheran bekommen möchte, sollte die Gedichte von Mohammad Ali Sepanlu lesen.
Lieblingsbuch: Das schönste Werk aus der persischen Gegenwartsliteratur ist für mich "Kelidar" von Mahmud Doulatabadi. Der Roman umfasst zehn Bücher in fünf Bänden. Die ersten beiden in sich abgeschlossenen Teile sind auf Deutsch beim Züricher Unions Verlag erschienen.

Rudolph Chimelli, Islamexperte der "Süddeutschen Zeitung" (Der Mann in der Windjacke)
Das meiner Meinung nach beste Buch der jüngeren Zeit ist "Im Rosengarten der Märtyrer" von Christopher de Bellaigue, C.H. Beck, 2006.
Lieblingsautor: Amir Hussein Tscheheltan.

Bert G. Fragner, Professor für Iranistik (Apokalyptische Theatralik)
Ich empfehle als Hintergrundlektüre: "Téhéran capitale bicentenaire" von C. Adle und B. Hourcade, herausgegeben vom Institut francais de recherche en Iran, 1992.
Lieblingsautor: Der Klassiker der persischen Moderne, Sadeq Hedayat. Mehrere seiner Novellen und Kurzgeschichten sind ins Deutsche übersetzt worden. Ausserdem halte ich die ins Deutsche übersetzten Arbeiten von Bozorg Alavi, der lange in Ostberlin gelebt hat, für sehr lesenswert (vor allem seinen Roman "Ihre Augen"). Und noch ein Tip zur modernen persischen Dichtung: Selbst in deutschen Übersetzungen ist die leider früh verstorbene Dichterin Forugh Farrokhzad unglaublich ergreifend.

Parsua Bashi, Illustratorin (Unter Männern)
Ein sehr gutes Buch über Teheran, das ich mag, ist "Tehran e Ghadim (the Old Tehran) von Jafar Shahri.
Lieblingsautor: Eine von vielen ist die Zeitgenossin Mahboubeh Mirghadiri.

Peter Stamm, Schriftsteller (Fast wie zu Hause)
Das beste Buch über Teheran: "Im Rosengarten der Märtyrer" von Christopher de Bellaigue, C.H. Beck, 2006.
Lieblingsbuch: "Der leere Platz von Ssolutsch" von Mahmud Doulatabadi.


Die Redaktion empfiehlt ausserdem:

Iran. Die Revolution der Kinder.2005. Von Navid Kermani.
Die in einem Zeitraum von zehn Jahren entstandenen Berichte und Reportagen des in Deutschland lebenden Schriftstellers vereinen meisterhaft Analyse und Anschaulichkeit.

Zwischen Krieg und Terror, 2006. Von Ulrich Tilgner.
Das jüngste Buch des Sonderkorrespondenten des ZDF, der seit 1982 aus der Region berichtet und in Teheran lebt.

Gottesstaaten und Machtpyramiden, 2000. Von Arnold Hottinger.
Der legendäre NZZ-Nahostkorrespondent geht in seinem magistralen Werk der Frage nach, ob sich die Demokratie in den islamischen Staaten entwickeln kann.

Die iranische Bombe. Hintergründe einer globalen Gefahr, 2006. Von Gero von Randow und Ulrich Ladurner.
Die beiden "Zeit"-Autoren schildern, wie es zum Konflikt um das iranische Atomprogramm gekommen ist. Flüssig geschriebenes Protokoll des Machtspiels zwischen Teheran und Washington - mit vier Szenarien und sieben Empfehlungen, wie eine Eskalation zu vermeiden wäre.

Schah-in-Schah, 2006. Von Ryszard Kapuscinski. Ein Klassiker des polnischen Meisters der Reportage. Packende Darstellung der Vertreibung des Schah und der Entstehung des iranischen Fundamentalismus in den 1970er Jahren.

Nylon Road. Eine graphische Novelle, 2006. Von Parsua Bashi. In ihrem Comic erzählt die Autorin von ihren Erfahrungen in Iran und ihrem heutigen Leben in Zürich.

Persepolis, 2002 und 2004. Von Marjane Satrapi. Mehrfach ausgezeichneter Comic über eine Kindheit und Jugend in Iran und im europäischen Exil.

Tehran Avenue, ein unabhängiges Kulturmagazin: http://www.tehranavenue.com/

Virtual Tourist, Reisetips von Einheimischen: http://www.virtualtourist.com/travel/Middle_East/Iran/Tehran-1758670/TravelGuide-Tehran.html

blogs x iranians, eine Übersicht über die zahlreichen iranischen Weblogs: blogsbyiranians.com


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