WARUM BLOSS ist dieses Ding nicht früher erfunden worden? Es ist nämlich so einfach wie hilfreich, so elegant wie vielseitig. Die Rede ist von der Cigarrenlehre. Falls Sie stutzen und an Cigarrologie denken sollten, liegen Sie falsch. Nicht «Kunde» meint «Lehre» hier, sondern «Modell» oder «Kalibrierungsmass», so wie wir das Wort in «Schieblehre» finden. Damen würden das handliche Etwas zwar eher Cigarrenfächer nennen und es an Sommertagen zwecks Kühlung von ihrem paffenden Partner ausleihen. Nur ist die Cigarrenlehre nicht dazu da, Luft zuzufächeln, sondern den richtigen Glimmbolzen zu finden und die Luft damit - euphemistisch gesprochen - zu aromatisieren.
Neben einem Millimetermass und einer Ringmasstabelle enthält die Cigarrenlehre alle kubanischen Formate, dreissig davon in massstabgetreuer Abbildung. Insgesamt 174 verschiedene Havannas sind aufgeführt, die nach Format wie Markenzugehörigkeit aufgeschlüsselt sind; das sind zwar nicht alle kubanischen Cigarren, aber doch jene, für deren Lieferung es eine Chance gibt. Früher, als die Raucher noch markentreuer waren als heute, wäre ein solches Instrument überflüssig gewesen. Die heutigen Aficionados sind jedoch vorwiegend Formatraucher und wollen wissen, welche Marken ein bestimmtes Format anbieten. Die Händler bekamen die Cigarrenlehre denn auch zunächst, um damit die Kundschaft auf Alternativen zu nicht lieferbaren Puros hinzuweisen.
Der Erfolg des Formatefächers, der von 5th Avenue Products und Intertabak lanciert wurde, hat eine zweite Auflage für Endverbraucher wünschenswert gemacht. Zum Preis von etwa 15 Franken ist das originelle Hilfsmittel im Fachhandel erhältlich.