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Guter Rat -- Brechen Sie, wenn nötig, Ihr Wort!
Von Christian Ankowitsch
In einem Frühwerk der Management-Literatur, Machiavellis «Der Fürst» von 1513, sind viele Ratschläge zu finden, die uns befähigen, Staaten zu lenken beziehungsweise gute Herrscher zu sein; inwieweit sie im Privaten anwendbar sind, muss jeder für sich entscheiden.
Es sind vor allem zwei Kapitel, die besonders lesenswert erscheinen. Das erste ist der Notwendigkeit gewidmet, sich vor Schmeichlern zu hüten. Weil wir zur Selbstgefälligkeit neigten, seien wir darauf angewiesen, dass man uns schonungslos die Wahrheit sage. Doch wer sich von jedem kritisieren lasse, verliere rasch die Ehrerbietung. Daher sind wir laut Machiavelli gut beraten, «einen dritten Weg einzuschlagen»: Man wähle weise Menschen aus, erlaube ihnen, sich schonungslos zu äussern – freilich nur in Fragen, in denen man ihren Rat suche. Auf andere höre man ebenso wenig, wie man einmal gefällte Entscheidungen revidieren sollte.
Das andere Kapitel widmet sich der Frage, «inwieweit Herrscher ihr Wort halten sollen». Machiavelli lässt es an Deutlichkeit nicht fehlen: Wort halten auf alle Fälle, aber nur, solange uns das nicht «zum Schaden gereichen» würde. Nur wenn alle Menschen gut wären, sei das ein schlechter Vorschlag. Da es sich aber genau andersherum verhalte, bleibe uns als Staatenlenker gar nichts anderes übrig. «Auch hat es einem Herrscher», beruhigt uns Machiavelli für den Fall eines aufkeimenden schlechten Gewissens, «noch nie an rechtmässigen Gründen gefehlt, einen Wortbruch zu bemänteln.»
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