SCHON DARWIN wusste es: «Das Erröten ist die sonderbarste und menschlichste aller Äusserungen.» Grund genug, das Phänomen genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch wie bringt man Versuchspersonen im Labor zum Erröten? Bevor Sie weiterlesen: Überlegen Sie sich, wie Sie es anstellen würden.
Die Autoren der Arbeit «Eine experimentelle Untersuchung zur Psychologie und Physiologie des Errötens» (Psychologische Beiträge, Vol. 25, S. 503–514) erreichten ihr Ziel, indem sie ihren Versuchspersonen vier Fragen und eine Aufgabe stellten: Was glauben Sie, welchen Eindruck Sie auf mich machen? Glauben Sie, dass Sie gut aussehen? Glauben Sie das wirklich? Sagen Sie bitte ein Gedicht auf. Sie wirken auf mich eher feminin (bei Männern) oder maskulin (bei Frauen). Wie stehen Sie dazu?
Bei der Studie «Gesichtsverfärbung und Temperaturreaktionen beim Erröten» (Psychophysiology, Vol. 27, S. 687–693) kam eine Standardmethode zum Einsatz: Den Versuchspersonen wurde, in Gesellschaft anderer Leute, eine Videoaufnahme gezeigt, auf der sie ein Lied singen.
Ohne Technik ging es in der Studie «Hautwiderstand, Pulsfrequenz und Aufmerksamkeit in zwei stressvollen Situationen» (Psychonomic Science, Vol. 18, S. 95/96). Man bat die Versuchsteilnehmer ganz einfach, einen Nuggi in den Mund zu nehmen.