NZZ Folio 07/03 - Thema: Olten Einfach   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Filmtipps für Menstruierende

Von Reto U. Schneider

DER KAMPF DER GESCHLECHTER findet heute vor dem Multiplexkino statt: französische Dreiecksbeziehung oder amerikanischer Viereckschädel, Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs oder Männer am Rand der Klippe? Bei der Auswahl von Filmen tut sich der Abgrund zwischen Mann und Frau auf.

Das belegt «Eine Untersuchung von Faktoren, die in Verbindung stehen mit Geschlechterunterschieden beim Geniessen von traurigen Filmen» (Journal of Broadcasting & Electronic Media, Vol. 44, S. 282–300): 53 Frauen fanden eine Szene, die den «frühen Tod einer Frau und seine Wirkung auf ihre beste Freundin» zeigt, deutlich unterhaltender als einen Dokumentarfilm über Nationalparks. Männer hatten keine Präferenz. Die Arbeit beschreibt zwar das Phänomen, bietet aber keine Lebenshilfe.

Konkrete Verhaltensregeln können Männer hingegen aus der Studie ziehen, die «Komödienvorlieben von Frauen während des Menstruationszyklus» (Communication Research, Vol. 14, S. 204–218) untersucht. Darin steht, dass Frauen vor und während der Periode Komödien mögen, in der Mitte des Menstruationszyklus hingegen Spannung. Paaren, die sich bei der Auswahl eines Films in die Haare geraten, kann also nur zu einer Messung des Progesteronspiegels der Frau geraten werden.




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