Ein Herz für Tiere. An die 1,3 Millionen Katzen und rund 440 000 Hunde leben in der Schweiz, so viele wie nie zuvor. 28 Prozent der Haushalte halten sich mittlerweile eine Katze und 14 Prozent einen Hund, wobei mit einem Zuwachs von rund einem Viertel in den letzten acht Jahren ein klarer Trend zugunsten der Katze festzustellen ist.
Auch Umfragen bestätigen: Katzen sind heute mit Abstand der Schweizer liebstes Heimtier. Drei Viertel geben an, dass sie die schnurrenden Vierbeiner sehr oder zumindest gut mögen. Den Hund mögen 69 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sehr gut. Viele sehen allerdings aus Zeit- und Platzgründen von der Tierhaltung ab. Denn wer ein Heimtier hat, der nimmt sich auch Zeit dafür: Fast eineinhalb Stunden, sagen Katzenhalter, würden sie sich ihrem Stubentiger widmen, Hundehalter beziffern den Zeitaufwand mit drei Stunden pro Tag.
Emotionelle Gründe, das Bedürfnis nach Sicherheit und Gesellschaft werden als Erklärung für die Anschaffung eines Heimtiers angeführt. Untersuchungen ergaben, dass zwei Drittel aller Jugendlichen ihre Probleme ihrem Hund oder ihrer Katze anvertrauen - und sie sind auch ganz fest überzeugt, von den Tieren verstanden zu werden.
Tiefer Griff ins Portemonnaie. Nur die Briten, Franzosen und Amerikaner zahlen mehr als die Schweizer für das Wohlergehen ihrer vierbeinigen Freunde. Allein für das Fertigfutter werden jährlich in der Schweiz über 400 Millionen Franken ausgegeben, die effektiven Kosten liegen noch einiges höher. Schätzungen ergeben, dass ein Katzenhalter für Katzenfutter und Katzenstreu im Monat gegen 100 Franken auslegt. Bereits für das Doppelte futtert eine Deutsche Dogge im Monat. Dazu kommen Ausgaben für Impfungen und tierärztliche Pflege sowie verschiedene Extras. Eine regelmässige Pflege des Pudels, Terriers oder Cockerspaniels im Hundesalon zum Beispiel kostet schnell einmal 1000 Franken im Jahr. Für ein Hunde-Generalabonnement 2. Klasse zahlt man 450 Franken und für die Hundesteuer je nach Wohnort zwischen 80 und 150 Franken. Bereits ein kleiner Yorkshireterrier kann so jährlich gut und gerne 2000 Franken kostet, eine gewöhnliche Hauskatze rund 1500 Franken.
Tierrechte. In der Schweiz gelten Tiere immer noch als Sache - ein alter Zopf aus dem römischen Recht, der in der Praxis stossende Folgen hat: Verletzt etwa ein Automobilist grobfahrlässig einen Hund, kann der Tierhalter eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung einreichen. Eine Strassenmischung von Hund, an dem eine ganze Familie hängt, gilt so gut wie nichts, allfällige Tierarztkosten gehen zu Lasten des Halters, und eine Genugtuung für die gefühlsmässige Belastung durch den Verlust ist ohnehin nicht vorgesehen.
Im Eheschutzverfahren hat ein Heimtier einen geringeren Status als ein Kochtopf, der immerhin für eine «eigenständige Haushaltführung» notwendig ist. Ähnliche Mängel bestehen aber auch beim Miet-, Fund- und Haftpflichtrecht, und dass ein Testament mit Auflagen zur Pflege eines Tiers nichtig ist, weil Tiere nicht erbfähig sind, wissen nicht einmal alle Anwälte. Was zeigt, dass die Auffassung des Tiers als Sache dem Common Sense widerstrebt.
In unseren Nachbarländern ist das Recht der Tiere in den letzten Jahrzehnten stark differenziert worden. Beispiel Frankreich: Obwohl die Lateiner als weniger tierfreundlich gelten als wir, hat dort ein Tierhalter, dessen Tier verletzt oder getötet wurde, Anspruch auf eine Genugtuung im Sinne eines «Affektionswertes», und dass man in der Wohnung ein Haustier halten kann, gilt als Grundrecht.
Jetzt gibt es auch in der Schweiz eine parlamentarische Initiative, nach der das Gesetz in Richtung «Das Tier ist keine Sache» verändert werden soll. Voraussichtlich in diesem November schickt der Bundesrat einen Vorentwurf in die Vernehmlassung.
Was ändert sich - gemäss Entwurf - für die Heimtiere und ihre Halter? Tiere sollen nur noch soweit als Sachen behandelt werden, als keine abweichenden Vorschriften bestehen. Wird ein Tier in einem Testament mit einer Zuwendung bedacht, so gilt die Verfügung als Auflage, für das Tier tiergerecht zu sorgen. Derzeit gehören Findeltiere ohne explizite Verzichtserklärung noch fünf Jahre dem früheren (meist unbekannten) Besitzer, was eine neue Mensch-Tier-Beziehung erschwert. Neu soll diese Frist nur noch zwei Monate betragen, zudem sind kantonale Meldestellen für entlaufene und gefundene Heimtiere geplant. Wird bei einer Scheidung um ein Tier gestritten, kann der Richter das Tier der Partei zusprechen, die dem Tier die bessere Haltung gewährleistet. Im Obligationenrecht können Heilungskosten für ein Tier geltend gemacht werden, und im Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs wären Heimtiere künftig unpfändbar.
Die Gesetzesrevision böte die Gelegenheit, den Tieren auch im Grundsatz den Status einer Sache abzusprechen und nicht nur die Heimtiere besserzustellen, sondern auch die gefühlsmässige menschliche Seite der Mensch-Tier-Beziehung zu berücksichtigen. Es ist ja bekannt, dass Heimtiere einen hohen Gefühlswert für ihre Halter haben können, der deren psychisches und körperliches Wohlbefinden beeinflusst.
Im Unterschied zu unseren Nachbarstaaten schützen wir in der Bundesverfassung zwar «die Würde der Kreatur» - auf Gesetzesstufe und in der Rechtspraxis hinken wir aber hintennach. Wenn jetzt im Grundsatz und für jedermann verständlich festgehalten wird, dass Tiere keine Sache sind, so werden sie damit noch nicht zu Personen mit subjektiven Rechten, sondern bilden eine Zwischenkategorie zwischen Mensch und Sache.
Im Mietrecht soll die Tierhaltung in Anlehnung an die Gesetzgebung und Rechtsprechung in Frankreich und Deutschland so liberalisiert werden, dass das Halten von Heimtieren in Wohnräumen zwar bewilligungspflichtig bleiben könnte, der Vermieter die Bewilligung aber nur aus sachbezogenen Gründen wie übermässige Belästigung oder nicht tiergerechte Haltung verweigern kann.
Ein weiterer Punkt ist die Genugtuung, die an den Halter ausgerichtet werden kann, falls sein Heimtier von einem Schädiger schwer verletzt oder getötet wurde. Zwar ist Geld ein schwacher Trost für den Verlust eines Tieres, das für den Halter und seine Familie einen hohen emotionalen Wert hat, doch soll die Genugtuung im Gesetz diesen «Affektionswert» gebührend zum Ausdruck bringen.
Geschäftsschädigend. Um die Zeit der Jahrhundertwende hatte der New Yorker Würstchenverkäufer Henry M. Stevens eine geniale Idee: Er verkaufte die roten, heissen, fettigen, schwer transportierbaren Frankfurter Würstchen in längliche Brötchen verpackt. Der Absatz der «Red Hots» war reissend - bis der Sport-Cartoonist Tad einen Dackel (ebenfalls lang und rot) zwischen zwei Brothälften zeichnete. Der Titel der Zeichnung, «Hot Dog», setzte sich durch und führte zu canidibalischen Gerüchten und dramatischen Umsatzverlusten, so dass die New Yorker Handelskammer ihn als Warennamen verbot. Vergeblich. Und überflüssigerweise. Denn heute weiss jedes Kind, dass im Hot Dog kein Hund steckt - obwohl - vielleicht - eventuell . . . Und wenn man bedenkt, dass in der Schweiz der Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch straflos ist und in China Hunde «wegen ihrer wärmenden Wirkung» als Wintergericht beliebt sind, als warme Hunde also . . .
Die Mutter als Kind. Haustiere werden nie ganz erwachsen. So ist für sie die tägliche Fütterung vergleichbar mit dem Gefüttertwerden im Säuglingsalter, die streichelnde menschliche Hand ist für die Katze die übergrosse Mutterzunge, und auch das Maunzen und Miauen ist kindliches Verhalten. Zu einer Umkehrung dieses Verhältnisses kommt es allerdings bei der morgendlichen Mäuse- oder Vogelablage vor der Schlafzimmertür. Diese ist kein Geschenk, sondern hier versucht die Katze in die Mutterrolle zu schlüpfen und dem miserablen Mäusejäger Mensch wie einem kleinen Kätzchen die Jagd beizubringen: erst eine tote, dann eine halbtote Maus mit durchgebissenem Hinterlauf, so dass Herrchen und Frauchen den Fangbiss üben können. Was diese stets sofort tun.
Grabschänder. In seiner Blüte stand der Katzenkult im alten Ägypten. Starb eines der heiligen Tiere, trugen die Angehörigen Trauer, wozu auch das Abrasieren der Augenbrauen gehörte. Das tote Tier wurde einbalsamiert, in Tücher gehüllt und sein Gesicht mit einer fein gearbeiteten Maske aus Holz bedeckt. Zwei Jahrtausende lang wurden Katzen zu Millionen in riesigen Katzenfriedhöfen bestattet, bis der Kult 390 nach Christus verboten wurde. Noch einmal 1500 Jahre später wurden die Grabstätten durch die Engländer entweiht. So ging im vorigen Jahrhundert eine Fracht mit nicht weniger als 300 000 Katzenmumien nach Liverpool, wo sie zu Dünger für die umliegenden Bauernhöfe verarbeitet wurden. Möge der Fluch des Tutanchmiau die Grabschänder getroffen haben!
Doggate. Der New Yorker Psychologe Randall Lockwood untersuchte mit Hilfe von Zeichnungen, welchen Einfluss die An- bzw. Abwesenheit von Tieren auf unsere Wahrnehmung hat. Fast ausnahmslos wurden beispielsweise Bilder, in denen ein Hund oder eine Katze vorkommt, in einem positiveren Licht gesehen, und Menschen mit Tieren wurden allgemein als freundlicher, glücklicher und weniger bedrohlich empfunden.
Das scheinen auch Politiker zu wissen. Wer zum Beispiel kennt Socks, The First Cat, nicht? Sie ist fast so populär wie Bill, the President himself. Bei den amerikanischen Kongresswahlen im Jahre 1980 riet man den Kandidaten der Republikaner, sich mit Haustieren fotografieren zu lassen. Um die amerikanischen Hundefreunde für sich zu gewinnen, zeigte sich Franklin D. Roosevelt gerne mit seinem Hund Fala. Und Checkers, der Hund von Richard Nixon, soll dessen Kampagne um die Vizepräsidentschaft gerettet haben und damit indirekt am grössten politischen Skandal der USA, an Watergate, mitschuldig sein.
Tiere ohne Drogen? Die Katzenminze enthält ein Öl namens Hepetalctone und hat auf Katzen eine ähnliche Wirkung wie Marihuana auf Menschen. Der Trip geht wie folgt vor sich: Die Katze kommt, schnüffelt und leckt, beisst, kaut die Minze, wälzt sich, schnurrt, brummt, maunzt und macht enthemmte Luftsprünge. Die Wirkung hält etwa 10 Minuten an und hinterlässt - soweit feststellbar - keinen Schaden oder Kater. Allerdings wirkt die Minze nur bei 50 Prozent der Tiere: Die andere Hälfte bleibt cool. Ob das Tier auf Katzenminze reagiert oder nicht, ist genetisch bedingt. Viele Katzen sind also geborene Junkies - und glücklich.
Blutdrucksenker. Im Jahre 1977 untersuchte Erika Friedmann Menschen, die einen Herzinfarkt hinter sich hatten; sie wollte wissen, welche Rolle das soziale Umfeld bei der Genesung spielt. Innerhalb eines Jahres waren 14 der 94 Patienten gestorben. Warum? Welche Unterschiede bestanden zwischen den Überlebenden und den Nichtüberlebenden? Die Daten der früheren Interviews, in denen am Rand auch die Frage «Halten Sie ein Haustier?» gestellt wurde, waren alle gespeichert. Der Computer rechnete und fand zwei signifikante Faktoren. Erstens: soziale Isolation ist schlecht, und zweitens: Haustiere sind gut für das Herz. Halter von schwanzwedelnden Hunden oder schnurrenden Katzen haben bessere Chancen, einen Infarkt langfristig zu überleben. Und zwar, so fand Friedmann durch weitere Studien heraus, gilt das unabhängig von der Schwere der Herzerkrankung.
Welche Wirkung genau haben die Tiere? Sie haben eine beruhigende Wirkung. Man machte mit verschiedenen Menschen einen Test, der als «manifest anxiety scale» bekannt war. Alle, die den Test in Gesellschaft eines Hundes machten, hatten niedrigere Angstwerte als diejenigen, die den Test alleine durchliefen. Ihr Blutdruck war tiefer. Ausserdem stellte man fest, dass der Haustier-senkt-Blutdruck-Effekt bei Menschen mit allgemein hohem Blutdruck signifikant grösser war als bei Menschen mit normalen Werten.
David gegen Goliath. Nicht selten amüsieren kleine, kläffende Schosshunde. Noch mehr amüsieren grosse Retriever oder Doggen, die vor den Schosshündchen den Schwanz einziehen und flüchten. Ein Triumph des Schwachen über den Starken? Nein: Die kleinen - aber erwachsenen - Hündchen werden von den grossen Tieren für Welpen gehalten, was bei ihnen Aggressionshemmung auslöst. Allerdings verhalten sich die Winzlinge anders als erwartet, nämlich selbstbewusst und angriffig. Was die grösseren Tiere dann schon etwas entsetzt.
Abwehr von Katzen. Katzen abzuwehren ist so leicht wie die Abwehr von Löwen. Man muss ihnen nur direkt in die Augen schauen: Das Tier interpretiert das sowohl als Aggressions- wie auch als Erstarrungssignal. Damit klärt sich das Rätsel, warum Katzen in Gesellschaften ausgerechnet Katzenhassern oder -fürchtern auf den Schoss springen. Diese sind nämlich die einzigen im Raum, die still wegsehen. Die sicherste Abwehr von Katzen, Tigern, Luchsen in fremden Haushalten besteht also darin, das Hätscheltier der Gastgeber mit «mietz mietz» zu begrüssen und liebevoll anzustrahlen.
Abwehr von Hunden. Bellende Hunde beissen selten - wenn Hunde wirklich angreifen, geschieht das völlig lautlos. Bei einem kleinen Anflug von Angst verwandelt sich ihre Angriffslust in eine Drohgebärde: mit fletschenden Zähnen und einem Grollen in der Kehle stehen sie da und getrauen sich nicht so recht. Still stehen und abwarten ist hier die beste Politik. Fangen die Hunde dann an zu bellen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Furcht eindeutig stärker geworden ist als die Angriffslust. Bellenden Tieren begegnet man am besten, indem man langsam auf sie zugeht und versucht, Körperkontakt herzustellen. Flüchtet man, wird man verfolgt.
Tierquäler. Menschen, die zu Tieren grausam sind, sind auch sonst Sadisten. Diese Meinung hat Tradition: Thomas von Aquin (1225-1274) schrieb, dass Gewalt gegen Tiere den Menschen verrohe. Der Maler William Hogarth (1697-1764) stellte auf seinem Bild «Four Stages of Cruelty» Tom Neros Karriere dar, der als Kind kleine Tiere quälte, als junger Mann ein verletztes Pferd auspeitschte und später folgerichtig Frauen ermordete. Mahatma Gandhi schliesslich glaubte, das moralische Wesen einer Nation danach beurteilen zu können, wie sie ihre Tiere behandelt.
Die landläufige Meinung hat nun auch die Statistik hinter sich: Eine in den USA durchgeführte Studie zeigt, dass fast alle Psychopathen in ihrer Kindheit Tierquäler waren. Albert de Salvo etwa, bekannt als der «Würger von Boston», fing Hunde und Katzen, setzte sie in Apfelsinenkisten und schoss dann Pfeile auf sie ab. Oder ein junger Mörder aus New York, der «tötete, weil es Spass macht», will sich als Kind vergnügt haben, indem er Ammoniak in Aquarien goss.
Hundeheizung. In Wiesbaden wäre vor zwei Jahren ein bettlägeriger Achtzigjähriger, der seinen Ofen nicht mehr heizen konnte, erfroren, wären da nicht seine vier Mischlingshunde gewesen: Mit ihren 38 Grad warmen Körpern deckten sie ihn zu. Ausserdem jaulten Anja, Alli, Dreckspatz und Mozart so laut, dass die Nachbarn alarmiert wurden, die Tür aufbrachen und den alten Mann ins Krankenhaus brachten.
Nasenfreundlich. Gegen die unangenehmen Gerüche, die gelegentlich aus Katzentoiletten aufsteigen, kommt eine Geheimwaffe auf den Markt, die schon im Magen des Tieres ihre Wirkung entfaltet: das Katzenfutter Favourits Gramiso Plus. Ein dem Fleisch beigemischter Getreidezusatz, wird versichert, neutralisiert die Urease-Enzyme während des Verdauungsprozesses und bringt so den Toilettenduft zum Verschwinden - nebenwirkungsfrei, wie der Vertreiber des Futters betont, und mit einer von Tierkliniken und Universitäten bestätigten Erfolgsquote von 100 Prozent.
Niedriger lag die Erfolgsquote in einem repräsentativen Test, den die Folio-Redaktion mit zwei Katern durchführte: Beni vom Stausee (3 1/2 Jahre) verweigerte alle drei Geschmacksrichtungen und beharrte auf Whiskas. Bei Lorca (2 1/2 Jahre) liess sich kein Unterschied zu vorher feststellen - weil wir ihn mögen, waren seine Kegel schon immer so gut wie geruchlos.
Warnung an Kokainkuriere. Der Mensch hat 5 Millionen, der Hund 220 Millionen Geruchszellen. Mit dieser Nase ist er fähig, einen von einem Menschen fortgeschleuderten Kieselstein problemlos am Geruch wiederzuerkennen oder - wie der Bluthund - vier Tage alten Fussspuren über Dutzende von Kilometern zu folgen. Da die drei häufigsten Drogen - Marihuana, Kokain, Heroin - einen spezifischen Geruch haben, können sie von einem ausgebildeten Drogenhund mühelos aufgespürt werden, selbst wenn der Stoff in Gegenständen versteckt ist. Das Bespritzen oder Mischen mit Tabak, Parfum, Zwiebelsaft, Gewürzen nützt nichts - auch nicht bei Sprengstoff, dem ein zarter Schwefelgeruch anhaftet.
Hundeliebe. Die körperliche Liebe zum Hund hat eine lange Geschichte, die, der Harvard-Professorin Marjorie Garber sei Dank, in ihrer ganzen Tragweite erst kürzlich aufgearbeitet worden ist. In dem im S.-Fischer-Verlag erschienenen Buch «Die Liebe zum Hund» beleuchtet die Autorin die vielen Facetten von Sex zwischen Mensch und Hund. Ja, bereits in der Antike wurde er betrieben. Der römische Autor Aelian aus dem dritten Jahrhundert berichtet, dass «Jagdhunde über Frauen hergefallen seien und dass in Rom eine Frau von ihrem Mann des Ehebruchs angeklagt wurde und der Ehebrecher ein Jagdhund gewesen sein soll». Und im Paris des späten 19. Jahrhunderts hatten sich gewisse maisons de tolérance darauf spezialisiert, Frauen auszustellen, die mit Hunden geschlechtlich verkehrten.
Auch Alfred Kinsey befasste sich in seinen beiden Werken «Das sexuelle Verhalten des Mannes» (1948) und «Das sexuelle Verhalten der Frau» (1953) mit dem Thema. Acht Prozent der Männer und dreieinhalb Prozent der Frauen gaben zu, schon einmal geschlechtlichen Umgang mit einem Tier gehabt zu haben. Dabei standen die Hunde klar an oberster Stelle der Beliebtheitsskala.
Nudeln statt Fleisch. Menschen sind Allesfresser, Hunde auch? Frauchen und Herrchen, die vegetarisch leben, fragen sich mitunter, ob sie auch ihren Vierbeinern eine rein pflanzliche Kost zumuten können. In den USA wurde im Rahmen einer Umfrage der PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) der Gesundheitszustand von 300 Hunden ermittelt, deren Halter mit dem Schlachthof gebrochen hatten. Das Ergebnis muss die Vegetarier aller Länder hoffnungsfroh stimmen: Je länger der Hund vegetarisch lebt, um so gesünder scheint er zu sein.
12 Hunde, die bereits von Geburt an ohne Fleisch in der Schüssel auskommen mussten, waren laut Angaben ihrer Besitzer samt und sonders bei «guter bis ausgezeichneter Gesundheit». Von 142 Hunden, die man in ihrer Lebensmitte auf Hafer, Reis, Brot, Linsen, Kartoffeln und Sonnenblumenkerne gesetzt hatte, erfreuten sich immerhin 50 Prozent einer «guten bis ausgezeichneten Gesundheit». Hunde, in deren Futter gar Hefeflocken und Knoblauch gemischt wurde, schienen noch einmal um eine Spur fitter.
Der Text «Heisse Hunde, coole Katzen» wurde illustriert von der 5. Klasse aus Obermeilen.