ALLZU VIELE LEUTE betrachten das Spielen eines Musikinstruments immer noch als eine sinnvolle und vor allem ungefährliche Tätigkeit. Doch die medizinische Literatur legt ein eindrückliches Zeugnis davon ab, welch unaussprechliches Leid einem Instrumente zufügen können: «Bilaterale Laryngozele eines jungen Trompeters: eine Fallstudie» (Ear, Nose, & Throat Journal, Vol. 79, S. 272–274), «Ein Fall von spontanem Pneumomediastinum eines Posaunisten» (Kokyu To Junkan, Vol. 37, 1359–1362), «Die Diverticulose eines Saxophonisten» (British Medical Journal, Vol. 1, S. 1711).
Wer jetzt zu einem Saiteninstrument greifen möchte, sollte sich zumindest auf eine «Gitarrensaiten-Dermatitis» (Contact Dermatitis, Vol. 26, S. 134) gefasst machen. «Die Auswirkungen von professionellem Geigen- und Bratschenspiel auf die knöchernen Strukturen des Schädels» (European Journal of Orthodontics, Vol. 19, S. 39–45) können allein deshalb keine guten sein, weil sie Thema in einer Medizinzeitschrift sind. Vom «Hemiballistischen Syndrom eines Schlagzeugers» (Fortschritte der Neurologie-Psychiatrie, Vol. 67, S. 225–228) und vom «Parostealen Osteosarkom des Ringfinger-Metakarpal-Knochens eines semiprofessionellen Pianisten» (The Journal of Hand Surgery, Vol. 25, S. 314–316) wollen wir gar nicht anfangen.