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Vereinsleben -- O Tannenbaum
Von Mikael Krogerus
Herr Spaltenstein, Sie sind Präsident der IG Suisse Christbaum. Ihre Forderung lautet: In jeder Stube ein Schweizer Christbaum.
Richtig, die meisten unserer Christbäume kommen aus Dänemark, und wir haben einen Selbstversorgungsanteil von nur 30 Prozent. Den wollen wir erhöhen.
Was spricht für die Schweizer Bäume?
Unsere Tannen sind frischer, sie halten länger in der Stube, und sie sind ökologischer, weil sie nicht erst durch halb Europa gefahren werden.
Ist unsere Christbaumtradition nicht sowieso ein ökologischer Irrsinn?
Von Irrsinn kann man sicher nicht sprechen, die Anbaufläche wird ja landwirtschaftlich genutzt, die Bäume produzieren Sauerstoff, und ausserdem ist es doch so eine schöne Tradition.
Über was für eine Baumart sprechen wir?
Etwa 70 Prozent aller Christbäume sind Nordmanntannen.
Wie viele werden pro Jahr in der Schweiz verkauft?
Eine Million, die Zahl ist leicht steigend. Und die Nachfrage nach Schweizer Bäumen nimmt zu.
Könnten Sie den Bedarf decken?
Nein, es gibt viel zu wenige. Es ist ja eine langfristige Kultur, man braucht acht bis neun Jahre, bevor ein Weihnachtsbaum die richtige Grösse hat. Deshalb veranstalten wir Christbaumanbaukurse und suchen Christbaumbauern, die bei uns einsteigen.
Für potentielle Neueinsteiger: Ist es ein lukratives Geschäft?
Es ist sicher attraktiver als Getreideanbau. Vieles ist Handarbeit, die wird gut bezahlt, und durch die steigenden Transportpreise der ausländischen Lieferungen sind die Margen im Inland durchaus interessant.
Worauf sollte ich beim Weihnachtsbaumkauf achten?
Erstens sollte er ein Schweizer sein. Zweitens darf er nicht zu früh geschnitten sein, also nicht schon im November, und drittens sollte er nicht angespitzt sein. Angespitzte Bäume nehmen weniger Wasser auf.
www.suisse-christbaum.ch
Mikael Krogerus ist NZZ-Folio-Redaktor.
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