Die Fischereizone Senegals, des westlichsten Landes Afrikas, umfasst 4190 Quadratkilometer des Atlantischen Ozeans. Mehr als 60 Fischarten werden hier gefangen, darunter Seehecht, Katzenhai, Barsch, Meerbarbe, Goldbrasse, Hering, Makrele, Knurrhahn und Thunfisch, hinzu kommen noch diverse Muscheln und Tintenfische.
Frisch, getrocknet, in Dosen oder geräuchert: in Senegal gehört Fisch zu den wichtigsten Exportgütern. Um die 400 000 Tonnen bringt man jährlich an Land, davon etwa zwei Drittel mit den Mitteln der sogenannten pêche artisanale, der von Familienunternehmen betriebenen, nichtindustriellen Fischerei mit Pirogenbooten.
Seit der Staat die Lizenzvergabe an ausländische Flotten als wichtige Einnahmequelle ausnützt, sind die Pirogen jedoch zunehmend gezwungen, in küstennahen Gebieten zu fischen, wo auch viele nicht ausgewachsene Fische ins Netz gehen, was zusammen mit der mangelnden Einhaltung von Schonzeiten zu einer erheblichen Dezimierung der Arten und Mengen geführt hat.
Der in Senegal industriell gefangene Fisch wird zu 60 Prozent von lizenzierten ausländischen Trawlern eingeholt (etwa zwei Drittel davon kommen aus der EU), die illegalen Überschreitungen der Fangkontingente nicht eingerechnet. Für die lokalen Fischer bleibt so immer weniger übrig. Und in der lokalen Verarbeitungsindustrie stehen zunehmend die Maschinen still.
Die Fischereikrise trifft den Lebensnerv Senegals: Mehr als die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung ist in diesem Sektor beschäftigt, und mit einem Erlös von rund einer Viertelmilliarde Dollar ist der Fischexport auch die mit Abstand wichtigste Devisenquelle des westafrikanischen Landes.