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Zerlegt -- Geschlauchte Socke
© Patrick Rohner
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| Karierte Socke, Cotton Mix, Burlington, 18 Franken (Einheitsgrösse). |
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Von Jeroen van Rooijen
Wer noch daran zweifelt, dass die 1980er Jahre zurück sind, schaue sich das Comeback der «Poppersocke» von Burlington an. Die karierte Socke liegt in den besten Geschäften und wird mit Erfolg auch als limitierte Auflage in saisonalen Sonderfarben verkauft. Wahrscheinlich werden die meisten Kunden denken, dass «Burlington» eine schottische Traditionsfirma sei, die seit vier Jahrhunderten Strümpfe stricke. Schliesslich sind diese Karos ja typisch für die Britischen Inseln.
Weit gefehlt! Die Burlington-Socke gibt es erst seit 1975, als eine ehemalige Teppichfabrik im deutschen Schopfheim, die zu den amerikanischen Burlington Industries gehörte, eine Socke mit dem «Argyle»-Karo auf den Markt brachte. 1982 trennten sich die Burlington Industries von der Strumpfsparte. Die Firma nannte sich fortan Arlington und löste eine Lizenz für den Markennamen Burlington. Später, als man neben Socken auch Pullover und modische Accessoires fertigte, wurde die Firma von der Konkurrentin Kunert im bayrischen Immenstadt übernommen; von dort aus wird die Arlington GmbH heute geführt.
Herausragendes Merkmal der Burlington-Socke ist, abgesehen vom typischen Karo, ihre einfache Passform: Sie wird für Damen und Herren in je einer Grösse angeboten, die allen Füssen von 36 bis 41 respektive von 40 bis 46 gerecht wird. Nur Spezialfälle benötigen die in kleineren Mengen gefertigte Sondergrösse (46 bis 50). Möglich wird diese variable Passform durch ein sehr dehnbares Gestrick, das aus zehn Garnen besteht. Darunter sind Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle, aber auch Synthetics wie Polyamid, Elastan oder Lycra. Den schönsten Namen hat die Spule mit dem Namen «Flor-Mélange Los Angeles».
Gefertigt wird die Socke, die bis 40 Grad waschbar ist, in den Arlington-Produktionsbetrieben in Marokko. Dabei laufen zehn Garnspulen im Rundstrickzylinder der «Magica 156» zusammen, die in neun Minuten einen fertigen Sockenschlauch mit eingestricktem Burlingtonlogo, einer vorgeformten Ferse und sauberem Bundabschluss ausspuckt. Nur die Zehennaht muss noch von einer Mitarbeiterin an einer separaten Maschine gekettelt werden.
Nach dem Stricken folgt das Formen: Dabei wird die Socke auf eine Kunststoffschablone gezogen und mit Dampf in die richtige Form gebracht. Anschliessend wird in der Socke, die später links getragen wird, über dem Knöchel eine kupferfarbene Metallniete eingeschlagen, der «Clip», wie man das Logo bei Burlington nennt. Nach dem Zusammenfügen je einer geclippten und einer ungeclippten Socke wird das Paar etikettiert: Ein einzelner Faden hält dabei den Halbkarton und die Socken zusammen. Nach dem Verpacken werden die Socken verschifft.
Die Maschinen in Marokko laufen 24 Stunden nonstop und werden in drei Schichten bedient. Immer wieder werden Stichproben nach Immenstadt geschickt. Das grösste Problem, das man dort – neben den üblichen Scheuerstellen an der Ferse – bekämpft, ist die Grösse der Einheitssocke: Weil die Füsse der Menschen immer grösser werden, wird man sich überlegen müssen, die Kingsize-Spezialgrösse ins Standardsortiment zu integrieren.
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