NZZ Folio 10/09 - Thema: Die Zeitung   Inhaltsverzeichnis

Vom Fach -- Neulich beim Lauftreff

Dienstagabend, 19 Uhr 30 am Waldrand. Während Dehnungsübungen. Was reden die da? Wir übersetzen.

Von Benno Maggi

«Läufst du wieder New York?»

«Nein, muss passen. Find den auch zu teuer und zu spät.»

«Ich lauf ihn zum 5. Mal dieses Jahr.»

«Und CM insgesamt?»

«Der 15.»

«Bei mir ist vorerst Schluss.»

«Bänder?»

«Supination. Seit ich den Cumulus 10 gekauft hab, dauernd. Ich lauf jetzt wieder mit dem alten Nimbus. Was peilst du denn an als realistische Endzeit?»

«Locker unter 4 bleiben.»

«Das schaffte ich in Paris, obwohl ich nach der Mauer leicht übersäuert war.»

«Kenn ich von früher.»

«Was ist dein Wundermittel? Steffny?»

«Vergiss Steffny. Einfach nach Gefühl laufen, ab Mitte Aufbau Intervalle und mit plyometrischem Training die Tempo­härte gewinnen und ganz zum Schluss LSD-Training.»

«Davon kann ich nur träumen. Muss erst meine Bänder wieder hinkriegen.»

«Sorry, ich muss los.»

New York: König der Marathons für Hobbyläufer. CM: City Marathon. Supination: Fuss kippt nach aussen weg. Cumulus 10 und Nimbus: Laufschuhe von Asics. Endzeit: hier: Laufzeit für 42,195 km. Unter 4: unter 4 Stunden Laufzeit. Mauer: Kilometer 30. Die Schlüsselstelle im Marathon. Übersäuert: Die Muskeln werden überbelastet, erhalten zu wenig Sauerstoff und beginnen zu schmerzen. Herbert Steffny: Laufbuchautor. Intervalle: kurze Strecken in verschiedenen Lauftempi absolvieren. Mitte Aufbau: Halbzeit der Trainings zu einem Marathon. Plyo­metrisches Training: variables Sprung- und Bewegungstraining. Tempohärte: den Körper an hohes Tempo gewöhnen. LSD: Long Slow Distance, langsames Langdistanztraining vor Wettkampf.

Benno Maggi ist Art Director und Bildredaktor bei NZZ Folio.



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