NZZ Folio 07/09 - Thema: Abfall   Inhaltsverzeichnis

Sexy Job

Wir sind es gewohnt, dass sich der Staat um den Müll kümmert. Doch die Zeiten sind vorbei. Sowohl für die Umwelt als auch fürs Portemonnaie des Bürgers muss das nicht von Nachteil sein.

Von Anja Jardine

Jeder Zoo muss wissen, dass Elefantenmist zur Kompostierung taugt, während der Mist von Menschenaffen in die Verbrennung muss.

Im Jahr 2000 machte Kurt Muther eine Entdeckung, die ihn veranlasste, voll ins Entsorgungsgeschäft einzusteigen. Der Ingenieur erstellte damals innerbetriebliche Abfallkonzepte für Banken und Industrieunternehmen, optimierte also die Müllströme ­innerhalb der Häuser. Als sein Blick eines Tages auf eine Rampe fiel, wo Kehricht, Papier, Karton, Plastic, Telefonkabel, Batterien, Metalle, Schrott, Elektronik, Glas, Holz und Leuchtstoffröhren hübsch sortiert zur Abholung bereitstanden, fragte er sich: Und was, wenn wir nun den Wettbewerb ausrufen? Wenn wir die Entsorgung dieser Stoffe ausschreiben? Vielleicht gibt es ja Entsorger, die günstiger sind als die der Gemeinde? Vielleicht gibt es sogar ­Re­zy­klierer, die für Altpapier oder Elektroschrott mehr bezahlen?

Und siehe da: Die Angebote, die Muther ins Haus flatterten, lagen bis zu 300 Prozent auseinander. Ihm wurde klar: Es fehlte ein Instrument, um aus dieser Angebotspalette die optimalen Partner auszuwählen. Nämlich jene, die Abfall am kostengünstigsten entsorgten und Wertstoffe maximal vergüteten – im Einklang mit Gesetz und Umweltschutz. So entstand die Schweizer Abfallbörse.

Die Entsorger waren nicht erfreut. «Auch heute umarmen sie uns nicht», sagt Muther. Anfangs wussten die wenigsten, was man mit einer Ausschreibung anfangen sollte. Wettbewerb kannten sie nicht. Seit Menschengedenken überliess der Bürgermeister die Müllabfuhr einem alteingesessenen Transportunternehmer, der ja schliesslich auch ein guter Steuerzahler war, ausserdem kannte man sich vom Turnverein.

Die Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) reagierten gelassen, grad so, als fordere man das Meer auf, zum Fluss zu fliessen. «Der Müll kommt sowieso zu uns!» Tatsächlich hielten sie ja das Monopol – und zwar nicht nur auf den Kehricht aus Privathaushalten, sondern auch auf Betriebskehricht. Hier liess sich der Hebel der freien Marktwirtschaft nur über den Transport ansetzen. Denn die KVA hatten mit Transportunternehmern Einlieferungskontingente ausgehandelt. Die Tarife hingen in der Regel von der Menge ab und changierten zwischen 170 und 260 Franken pro Tonne. Diese immerhin 90 Franken Differenz schlugen sich in der Kostenkalkulation der Transporteure nieder. «Trotzdem bekam oft jener den Zuschlag, der den Job auch vorher gemacht hatte», sagt Muther. «Allerdings nun zu neuen Preisen. Die hatten früher einen goldenen Markt. Doch inzwischen hat sich einiges geändert.» Im Herbst 2008 ist das Staatsmonopol für die Entsorgung des Betriebskehrichts gefallen. «Kehrichtverbrennungsanlagen wie die AVAG Thun sind heute unternehmerisch vorbildlich», sagt Muther. «Sie erweitern ihre Dienstleistungen mit Sortieranlagen oder modernen biogenen Entsorgungssystemen und stellen sich zu den privaten Entsorgern in einen echten Wettbewerb. Und neuerdings bewerben sie sich bei uns sogar direkt um Betriebskehricht.»

Von aussen ist die Abfallbörse ein unscheinbares Gebäude in Her­giswil am Vierwaldstättersee, am Bahnhof gelegen, bergseitig. Im ersten Stock sitzen neun Mitarbeiter in Grossraumbüros, es sind Ingenieure, Fachleute aus der Entsorgungsbranche, ehemalige Betriebsleiter von Sortieranlagen, Informatiker. Wie in Börsen üblich, sitzen die Makler am Computer. Kein Müll weit und breit. Die Abfallbörse funktioniert so: Ein Unternehmen, sagen wir mal eine Molkerei, schreibt das, was es bei ihm zu entsorgen gibt, an der Abfallbörse aus – und zwar im Internet. Also: «Soundso viel ­Kubikmeter Kehricht, soundso viel Kubikmeter PET, soundso viel Kubikmeter Karton und so weiter, ausserdem Bioschlamm, Spülmilch, Kaffeesatz und Käsereste».

Diese Ausschreibung wird einer Auswahl an Entsorgern mit Log-in-Berechtigung zugänglich gemacht. Darunter sind sowohl Wertschöpfer, also jene, die sammeln, sortieren, schreddern, als auch Endverwerter wie Giessereien, Futtermittelhersteller, Kunststoff-, Kartonage- und Papierfabriken. Jede Ausschreibung ist zusätzlich passwortgeschützt, so dass sie kein Unberechtigter sieht. «Produktionsabfall ist eine intime Angelegenheit, die hochvertraulich behandelt werden muss», sagt Muther. «Ein Fachmann kann anhand der Abfälle einer Schokoladenfabrik auf ihren Umsatz schliessen. Und den soll die Konkurrenz nicht kennen.» Deshalb konnten im obenstehenden Beispiel keine Zahlen genannt werden.

Wer Interesse an einer Müllsorte hat, unterbreitet ein Angebot. Die Abfallbörse wertet alle Angebote aus und geht in eine zweite Runde. Das heisst, jeder Entsorger erfährt, wo er mit seinem Angebot steht. «Die meisten korrigieren dann noch einmal massiv», sagt Muther. Erst dann macht die Börse eine effektive Bewertung der Angebote in Papierform, aufgrund deren der Kunde entscheidet, wem er für das jeweilige Sortiment den Zuschlag gibt. Mit dem schliesst er einen zweijährigen Vertrag, in dem die Tarife maximal für ein Jahr, manchmal sogar monatlich indexiert sind.

Denn ein Service, den die Abfallbörse ihren Kunden bietet, liegt in der ständigen Bewirtschaftung des Ackers, soll heissen, durch die laufenden Ausschreibungen scannt die Börse unablässig den Markt und kann bereits bestehende Verträge anpassen. «Dennoch haben wir über die Jahre keine grossen Wechsel unter den Entsorgern. Wer einen Auftrag bekommen hat, ist schlank reingegangen – er kalkuliert sauber, koordiniert seine Fahrten, hat betriebswirtschaftliches Know-how, und das Management stimmt. Und er tut alles, um am Ball zu bleiben, damit er seinen Kunden halten kann.»

Und selbstverständlich, so Muther, würden die Tarife bei Marktschwankungen in beide Richtungen angepasst. «Wenn die Rohstoffpreise in den Keller sinken, wie zurzeit, korrigieren wir die Tarife zugunsten der Entsorger.» Die Abfallbörse agiere «neutral und unabhängig», da sie keine Interessen habe, eigene Kapazitäten auszulasten – «ein Aspekt, den auch die Entsorger und Rezyklierer anerkennen, auch wenn sie uns nicht lieben». Zumal sich mit Hilfe der Börse Tonnagen bündeln und Verträge synchronisieren lassen.

In der Forch zum Beispiel konnte die Abfallentsorgung von fünf Spitälern koordiniert werden. Dort waren früher 18 Unternehmer zugange, um pathologische und infektiöse Abfälle, Zytostatika, schutzbedürftige Datenträger, Medizinalelektronik, Lebensmittelreste aus den Kantinen, Grünzeug aus dem Park, PET einzusammeln. Heute sind es noch 3, was nicht nur zu einer effizienteren und für alle Parteien gewinnbringenden Entsorgung führte, sondern auch zu einer spürbaren Verkehrsberuhigung. «Es wird keinen Mülltourismus geben, wie oft behauptet, denn jeder Meter kostet Geld.» Wenn ausnahmsweise in den KVA in Zürich oder Basel Kehricht aus Deutschland entsorgt werde, dann nur, weil es dort Engpässe gebe oder hiesige Anlagen nicht ausgelastet seien.

Bei Wertstoffen und Sonderabfällen sieht es allerdings anders aus. Schweizer Altpapier geht in deutsche oder österreichische Kartonagefabriken. Schweizer Elektroschrott nach Italien, Frankreich und Deutschland – je nachdem, welches Nachbarland näher liegt. «Unsere Wertstoffe sind hart umkämpft», sagt Muther. Die Entsorgung von Sondermüll und die Wiederaufbereitung von Wertstoffen verlangt mittlerweile modernste Technik und Expertentum. Wenn es darum geht, aus Mobiltelefonen, PC und Laptops Gold, Silber, Platinmetalle und Kupfer herauszulösen, sind Spezialisten gefordert. Europaweit wurden in den letzten Jahren Milliarden in Forschung und Hightech investiert. Damit sich die Summen rentieren, bedarf es gewisser Mengen. «Es ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll, dass diese Ströme der Wertstoffe europäisch sind», sagt Muther. Zumal der Markt durch Normen und Umweltstandards der Europäischen Union geregelt und kontrolliert wird.

Bleibt die grundsätzliche Frage, wie die Abfallbörse sicherstellen kann, dass hinter einem besonders günstigen Anbieter nicht ein Halunke steckt, der den Müll hinter den nächsten Zaun kippt. Als in Deutschland 2005 die Deponien verboten wurden, wunderten sich die Müllverbrennungsanlagen, wo der erwartete Müll blieb. Polizisten und Privatdetektive, ausgestattet mit Helikoptern, Nachtsichtgeräten und Schaufelbaggern, durchforsten seitdem unablässig das Land auf der Suche nach dem kostbaren Gut, das meist bei Nacht und Nebel in Kiesgruben verscharrt wird.

«Wir lassen uns die behördliche Betriebsbewilligung für den Wertschöpfungsplatz zeigen», erklärt Kurt Muther, «ausserdem die Annahmebewilligung wie zum Beispiel für Holzabfälle oder Autopneus. Und wir schauen uns jeden Betrieb vor Ort genau an.» Schliesslich bürge die Abfallbörse dafür, dass alles mit rechten Dingen zugehe.

Für ihre Dienste kassiert die Abfallbörse von dem Entsorger, der den Auftrag erhält, eine Kommission und vom Abgeber ein Erfolgshonorar, sofern es gelungen ist, seine Entsorgungskosten zu reduzieren. In der Regel lägen die Einsparungen zwischen 15 und 35 Prozent. In der «Dauerbewirtschaftung» hat die Abfallbörse mittlerweile etwa achtzig Unternehmen, darunter Spitäler, Möbelhäuser, Grosshändler, Lebensmittelhersteller, Telekommunikationsfirmen, Versicherungen. Und jährlich lassen etwa sechzig Neukunden ihre Müllsorten ausschreiben.

Die gesetzeskonforme und umweltgerechte Entsorgung ist längst eine Wissenschaft, die viele überfordert. Jeder Zoo muss wissen, dass Elefantenmist zur Kompostierung taugt, während Menschenaffenmist in die Verbrennung muss. Eine Expertise, die nicht nur Betriebe, sondern auch Gemeinden oft nicht mehr aufbringen und deshalb versuchen, ihre Müllangelegenheiten vollständig zu delegieren. So lassen in der Schweiz mittlerweile 300 Gemeinden den Abfall von insgesamt 270 000 Einwohnern von der französischen Veolia-Gruppe einsammeln. Wer ist Veolia?

Hat man den Namen erst einmal registriert, stösst man überall drauf: Veolia hat gerade die Abfallentsorgung in der Region Mercyside in Liverpool übernommen, für zwanzig Jahre. Veolia ist der grösste Wasserversorger der Welt. Veolia betreibt Untergrundbahnen in Boston, Sydney und Stockholm. Veolia erledigt die Müllentsorgung in Chennai, ­Indien. Sowie in verschiedenen Städten in Brasilien, Südafrika und China. In der Schweiz hat Veolia den Batterienverwerter Batrec in Wimmis übernommen und den Lampenrezyklierer Sovag in Münsingen. Ausserdem Amstutz Altöl in Obfelden, Sibag in Emmenbrücke und Altöl/Fasshandel Schmucki Dällikon.

«Ich finde, wir haben den sexiest Job auf der Welt», sagt Gonzague Dejouany, Chef von Veolia Environnement in der Schweiz. «Wasser, Strom, Müll und Transport sind allesamt Bereiche, die den Lebensrahmen der Menschen massgeblich bestimmen. Es geht um natürliche Kreisläufe, die eng miteinander verknüpft sind.» Und dass der Staat sich private Partner suche, um ebendiese Kreisläufe zu gewährleisten, sei nur naheliegend. «Délégation de service public» nenne man das – neudeutsch PPP für: Public Private Partnership. In Frankreich habe das seit Napoleon III. Tradition. Der sei wegen der industriellen Revolution finanziell etwas klamm gewesen und habe deswegen nach Privaten gesucht, die ihm helfen sollten, die Abwasserentsorgung zu gewährleisten. Erst in Lyon, später in Paris. Seitdem habe sich alles organisch entwickelt. Veolia ist aus der 1853 gegründeten Compagnie Générale des Eaux hervorgegangen, aus der 1999 Vivendi wurde. Als der Medienkonzern den Bach runterging, konnte sich Veolia rechtzeitig an Land bringen.

Der Hauptsitz ist in Paris. Von dort aus werden Regionalgesellschaften in 72 Ländern auf allen fünf Kontinenten gelenkt. Knapp 60 Prozent des Gesamtumsatzes von 36 Milliarden Euro im Jahr 2008 wurden ausserhalb Frankreichs erwirtschaftet. Weltweit beschäftigt Veolia 336 000 Mitarbeiter, in der Schweiz sind es 1000. Neben den 300 Gemeinden zählen auch Unternehmen wie Nestlé und Novartis zu Veolias Kunden. Für Novartis erledigt Veolia die gesamte Chemie-Sonderabfallentsorgung sowie die Energieversorgung. Neben Suez, Remondis und Covanta zählt Veolia zu den Müllgiganten, vor deren Marktmacht viele Experten warnen.

Dejouany sieht das anders: «Veolia ist zwar in New York und Paris börsenkotiert, aber wir sind nichts anderes als ein Blätterteig aus mittelständischen Betrieben. Und jeder Einzelne profitiert von dem Know-how-Transfer innerhalb der Gruppe.» Um den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein, brauche es globale Antworten. Die Urbanisierung schreite voran, die Ressourcen würden knapp. «Das Beste, was man der Umwelt anbieten kann, ist, eine Wirtschaft aus ihr zu machen», sagt Dejouany. Aber müsse ein Konzern wie Veolia nicht Interesse daran haben, dass es auf der Welt so viel Müll wie möglich gebe? – «Pas du tout!» ruft Dejouany, «absolut nicht!» Napoleon III. persönlich hätte diesen Zusammenhang nicht leidenschaftlicher von sich weisen können. «Umweltschutz ist unser Beruf.»

«Veolia geht überall dorthin, wo die Performance bisher schlecht war, sie massiv die Kosten reduzieren und dann eine Marge von 30 bis 40 Prozent einstreichen kann. Oder sie pickt sich die Rosinenstücke aus der Wertschöpfungskette. Ihr Job ist es, Geld nach Paris zu liefern», sagt Gottfried Neuhold. Der ehemalige Chef und heutige Berater von Entsorgung und Recycling Zürich ERZ ist nach eigenen Angaben ein überzeugter Vertreter des Citizen Value, also einer, der sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt. «Wir, also die ERZ, müssen 24 Stunden am Tag da sein. Abwasser, Stadtreinigung, rund um die Uhr. Und wenn zum Beispiel eine Firma dichtmacht, lässt sie eines immer zurück: Müll. Mal eben 250 Pneus. Ein Privater rührt keinen Finger, wenn der kein Geld mehr sieht. Und wer entsorgt die Pneus dann? Raten Sie mal.»

Warum gelingt es den etablierten Einrichtungen nicht, selbst globale Antworten anzubieten? Warum ist die Performance oft schlecht? Neuhold sagt es so: «In vielen Fällen werden die operativ Verantwortlichen von politischen Kräften daran gehindert, optimal zu agieren.» Viele KVA unterstehen den Gemeinden, und manche Politiker diktieren den Betriebsleitern sogar die Gebühren. «Das ist ein Handicap.»

Als er die ERZ 1996 übernahm, hatte sie 240 Millionen Franken Schulden. Die Kosten lagen stets über den Ein­nahmen. Und Neuhold erinnert sich noch lebhaft an die zahlreichen Anrufe von Subunternehmern wie kleinen ­Rezyklierern, die zu ihm sagten: «Wenn Sie mir nicht den Auftrag geben, gehe ich politisch gegen Sie vor.» Neuhold hat alles protokolliert. «Ich habe mich nicht drum geschert!» Nur des­wegen, so sagt er, konnte er die Kosten reduzieren, die Dienstleistungen erhöhen, die Gebühren reduzieren, die Schulden begleichen und zudem noch investieren.

«Ich habe überhaupt nichts gegen Private», sagt Neuhold. «All denen, die bereits eine Dienstleistung erbringen, wie zum Beispiel die Entsorgung von Restaurationsabfällen, hat die ERZ auch nie Konkurrenz gemacht. Nur sollte man eben nicht alle Bereiche über den Gewinnhobel ziehen.» Auf Kongressen erzähle er immer gern diesen Witz: Blau kommt zum Rabbi und schimpft über den Grün. Recht hast du, sagt der Rabbi. Grün kommt zum Rabbi und flucht über den Blau. Recht hast du, sagt der Rabbi. Kommt Sarah, des Rabbis Frau, und sagt: Menachim, das geht nicht, du kannst doch nicht dem Blau und dem Grün recht geben. Sarah, sagt der Rabbi, du hast recht!

Anja Jardine ist NZZ-Folio-Redaktorin.




Leserbriefe:

Zu Sexy Job - NZZ-Folio Abfall (07/09)

Vier Jahre habe ich in Thal in der Kartonfabrik Emil Christ AG und später 27 Jahre in einer Kartonagenfabrik in Rheineck gearbeitet. Was ist wohl der Unterschied zwischen einer Kartonfabrik und einer Kartonagenfabrik? Verpackungen werden aus Papier, Halbkarton, Karton oder eben Plastic hergestellt. Nie aber aus Altpapier. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch wir das Altpapier nach Indonesien, China u.s.w. exportieren und der Karton (vor allem billiger Karton,der aus Altpapier hergestellt wird) von dort nach Europa geliefert wird. Uebrigens wurde die grosse Kartonmaschine der Emil Christ AG letztes Jahr nach Surabaja (Indonesien) verkauft. Gegenwärtig reisst man den grössten Teil der ehemaligen Fabrik ab. Kleines Detail: nach dem Krieg veranstaltete die grösste Kartonfabrik der Schweiz (Deisswil, Stettlen bei Bern) einen Wettbewerb. Es ging darum, wer am meisten A ltpapier sammeln würde. Wir Buben im kleinen Säuliämtler-Dorf sammelten damals alles was wir nur ergattern konnten.
Hans Baumann, per E-Mail




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