Er sei ein Schweizer Söldner gewesen, sagt Peter Lehner lachend. Ein Söldner im Dienst von Royal Dutch Shell, einem der grössten Erdölkonzerne der Welt. Lehner lebt heute in einem Häuschen in Richterswil über dem Zürichsee und präsidiert die Schweizer Vereinigung der Petroleum-Geologen und -Ingenieure (VSP). Er kam in Zermatt zur Welt. Der Vater war Posthalter, das Dorf abgelegen. Lehner liebte Berge und Steine, er studierte Geologie. Und dann begann das Abenteuer. Shell schickte ihn 1953 nach Holländisch-Neuguinea. Monatelang zog er mit Einheimischen durch den Urwald und kartographierte die Insel. Sie wateten Bäche rauf und runter, um den Untergrund zu entschlüsseln. Drei Jahre lang blieb Lehner dort, lernte Malaiisch und wurde zum leidenschaftlichen Erdölgeologen.
Er war einer von vielen, zumindest als Schweizer – denn kein anderes Land schickte im Verhältnis zur Bevölkerung so viele Geologen auf Erdölsuche. «Man mochte die Schweizer», sagt Lehner. Sie hatten die Alpen studiert, kamen mit schwierigen geologischen Verhältnissen zurecht, waren flexibel. Die jungen Entdecker verdienten gut, Shell bezahlte von der Unterhose bis zur Unterkunft alles. Auch in anderen Konzernen waren sie präsent. In Erdölkreisen sprach man von der «Swiss Gang». Sie sassen aber nie ganz zuoberst in den Manageretagen – sie waren die Handwerker, die Öl suchten, nicht das grosse Geschäft.
Über dreissig Jahre arbeitete Lehner für Shell. Als Ölsucher in den USA, auf einem Bohrschiff auf hoher See, als nomadisierender Berater. Mit 58 wurde er pensioniert. Heute sieht er aus wie 60 und wird bald 80. Agil klettert er noch auf jeden Berg. Er kartographiert als Hobby einen Gipfel im Engadin, zusammen mit seinem Sohn, der ebenfalls Erdölgeologe bei Shell ist.
Heute ist alles anders. Die «Swiss Gang» gibt es nicht mehr. Das Abenteuer ist zu Ende. «Erdölgeologen kommen heute nicht mehr ins Feld», sagt Peter Lehner, «die sitzen meist nur noch vor dem Computer. Das reizt junge Geologen nicht mehr.» Der Vereinigung der Schweizer Erdölgeologen sterben die Mitglieder weg; er sei einer der jüngsten, sagt Lehner.
Gegründet wurde sie vor genau 70 Jahren. Damals rumorte es im Club. Die weltgewandten Überseegeologen sahen die Vereinigung als eine Selbsthilfeorganisation, als «gegenseitige berufliche Förderung im Zeichen freundschaftlicher Verbundenheit», wie Präsident Lehner zum Jubiläum schrieb. Ganz anderer Meinung war der Gründungspräsident Joseph Kopp, der die VSP als «Arbeitsgemeinschaft zur Lösung der Schweizerischen Erdölfrage» definierte. «Sein Ziel war es, die Schweizer Behörden von der Notwendigkeit einer aktiven Erdölforschung mit Hilfe von Bundesgeldern zu überzeugen.» Kopp hatte für Shell auf Sumatra nach Erdöl gesucht. Er war überzeugt, auch in der Schweiz auf fossile Energie zu stossen. Kopp war jedoch auch Hobby-Radiästhesist, weshalb ihn seine Geologenkollegen bloss den «Wünschelrutengänger» nannten.
Doch verrückt war er nicht. «Die Chance besteht immer noch, dass man in der Schweiz etwas findet», sagt Lehner. Er redet nicht von gigantischen Feldern. Aber Gas gibt es überall. Vor allem da, wo man es nicht haben will, zum Beispiel beim Tunnelbau. Immer wieder trete aus den Bergen Methan aus, sagt Lehner: «Es verursacht grosse Probleme und muss aufwendig aus den Stollen gebracht werden.» Es könnte sonst explodieren.
Margrit Jäggi sitzt unter einem Baum, liest ein Heftli. Sie wohnt schon lange in ihrem alten Bauernhaus an der Aaretränke. Der Mais steht mannshoch, der Weizen reift. Ein einsamer Fleck, ausserhalb von Fulenbach, einem Solothurner Dorf zwischen Olten und Langenthal. Margrit Jäggi sitzt auf einer Ölquelle – genauer auf Ölsand. Ja, sagt sie, früher habe man hier gebohrt, davon habe sie gehört. Aber Öl unter ihrem Haus? Sie scheint es nicht zu glauben, sagt noch, ihr Mann hätte vielleicht etwas über die Bohrungen gewusst, aber der sei schon lange gestorben.
Wenige Meter hinter dem Haus fliesst braungrün die Aare vorbei. Das Ufer ist verkrautet. Doch steht man neben dem verwitterten Motorboot im Wasser und gräbt sacht das sandige Ufer ab, hält man schwarzen Sand in Händen. Er stinkt nach Kompost und Benzin.
Das ist er also, der Erdölsand der Aaretränke, den Arnold Heim Anfang des letzten Jahrhunderts beschrieben hat. Heim gilt als einer der Erdölpioniere der Schweiz. Schon der Vater, Albert Heim, war ein berühmter Geologe und Professor am Polytechnikum (heute ETH Zürich), die Mutter, Marie Heim-Vögtlin, war die erste Schweizer Ärztin.
Erst 24-jährig, wird Heim 1906 Privatdozent am Polytechnikum. Vier Jahre später begibt er sich auf Ölsuche: Shell schickt ihn nach Sumatra, später nach Java und in die USA. 1915 reist er nach Mexiko: «Expedition zur Erforschung der Halbinsel Niederkalifornien betreffend schweizerische Kolonisation und Erdöl», heisst es in einer Festschrift zu seinem 80. Geburtstag. Nach dem Ersten Weltkrieg treten die Schaffhauser Eisen- und Stahlwerke Georg Fischer und die Winterthurer Gebrüder Sulzer AG an Heim heran: Er soll abklären, ob sich in der Schweiz Erdöl gewinnen lasse. Heim wertet zahlreiche bereits vorliegende Daten aus, stellt eigene Recherchen an und publiziert 1919 mit Unterstützung von Adolf Hartmann die «Untersuchungen über die petrolführende Molasse der Schweiz».
Das fast hundert Seiten dicke Werk dokumentiert Ölvorkommen von Genf bis in den Aargau. Besonders interessante Ölsande finden sich bei Dardagny im westlichen Zipfel hinter Genf und eben im Grenzgebiet Solothurn–Aargau zwischen Fulenbach und Murgenthal. Eine Karte zeigt die Aaretränke, einen Steinbruch und mehrere Probeschächte. Heute sieht man davon nichts mehr. Der Steinbruch ist zugeschüttet, der Wald überwuchert. Gemäss der Karte sollte sich dort ein Ölsandfeld von zweihundert Metern Länge und achtzig Metern Breite befinden.
Eine winzige Fundstätte, die aber – so hofft Heim – die Pforte zu grösseren Feldern sein könnte. In seinem Buch konstatiert er: «Wir stehen vor drei Möglichkeiten: 1. Erdölgewinnung durch Abbau und Extraktion der Ölsande. 2. Gewinnung flüssigen Öls durch Tiefbohrung. 3. Gewinnung von Gas.» Der Erste Weltkrieg hat die Ölpreise in die Höhe getrieben; ohne Treib- und Schmierstoff wäre das Land kollabiert. Heim glaubt, die Schweiz wäre in der Lage, sich teilweise selbst zu versorgen: «Nach den obigen Untersuchungen könnten die an der Oberfläche unseres Landes festgestellten Erdölvorkommnisse unser Land auf einige Zeit mit Schmierölen versorgen und auch einen kleinen Teil des nötigen Benzins und Brennpetroleums liefern.» Der Jahresverbrauch der Schweiz an Schmierölen habe vor dem Krieg etwa 12 000 Tonnen betragen: «Dieses Quantum ist enthalten in 200 000 Kubikmetern Dardagny-Ölsandes.» Heim verweist auch auf den «Travers-Asphalt, der pro Tonne 40 kg Rohschmieröl liefern könnte». Gemeint sind die Asphaltminen im Val de Travers, in denen man das Erdpech seit dem 18. Jahrhundert gewonnen hat (die Minen wurden 1986 stillgelegt).
Heim wundert sich immer wieder, dass sich hierzulande niemand seriös um die Exploration kümmert. In einem Vortrag sagt er einmal: «Wenn die Erdölanzeichen, welche die Schweiz aufweist, sich in einem abgelegenen Urwaldgebiet befinden würden, so hätten die internationalen Ölgesellschaften schon längst Expeditionen ausgerüstet, um gründliche Forschungen vorzunehmen und Explorationen einzuleiten.»
Bei solchen Expeditionen ist Heim oft dabei gewesen. Eine britische Firma schickt ihn Anfang der 20er Jahre nach Saudiarabien. Er findet kein Öl, dafür Wasser – was für das Land wesentlich wichtiger war. 1949 wird er der Chefgeologe Irans, Ende der 50er Jahre sucht er für die taiwanische Regierung nach Öl.
Er war ein Globetrotter und schrieb über seine Reisen erfolgreiche populärwissenschaftliche Bücher. Die Medien nannten ihn den «am weitesten gereisten Forscher unserer Zeit» oder schlicht «unseren Humboldt». Arnold Heim ist sicher der prominenteste Schweizer Geologe des zwanzigsten Jahrhunderts. Beim Öl hat er sich allerdings auch einmal geirrt. Legendär ist seine Behauptung, in Kuwait gebe es kein Öl. Er hatte sich in den Gesteinsschichten getäuscht.
Ein Mann träumt Heims Traum weiter: Patrick Lahusen. Er trägt einen dunklen Massanzug und hat nichts von einem Abenteurer. Er hat sich in den Kopf gesetzt, die Geschichtsbücher umzuschreiben: «In der Schule lernen wir, dass die Schweiz keine Rohstoffe hat – nur Wasser, sonst nichts. Ich will beweisen, dass es nicht stimmt.» Auf Öl setzt er nicht mehr. Aber auf Gas.
Die jüngste Hoffnung endete diesen Sommer in der Kiesgrube der Weiach Kies AG im nordwestlichsten Zipfel Zürichs. Dabei hatte es erfolgversprechend ausgesehen: Im September 2000 treibt ein amerikanisches Team ein 2014 Meter tiefes Bohrloch in die Grube. Das Wochenende steht bevor, die Männer wollen nach Hause. Sie pumpen Wasser ins Loch – heraus kommt Salzwasser. Ein schlechtes Omen. Irritiert ruft die Crew ihren Chef in Denver an. Er befiehlt: Übung abbrechen. Die Männer verschliessen das Loch mit Zement und ziehen ab. Obschon es seine Probebohrung war, erfährt Lahusen erst am folgenden Montag von dem Flop.
Doch Lahusen gibt nie auf. Seit zwanzig Jahren sucht er in der Schweiz nach fossilen Rohstoffen. Ausgebildeter Jurist, arbeitete er früher bei einer Bank und kam zufällig ins Ölgeschäft, als Finanzberater der Swisspetrol Holding. Inzwischen ist er Vizepräsident und Hauptaktionär der Schweizerischen Erdöl AG (Seag), einer ehemaligen Tochterfirma der Swisspetrol.
Geduldig erklärt er, warum es in Weiach Gas hätte geben können. Die Nagra hatte vor rund zwanzig Jahren in Weiach gebohrt, als sie nach einem Platz für ein Atommülllager suchte. Statt massives Gestein fand sie ein Kohleflöz. Über der Kohle liegt dichter Sandstein, in dem Gas gespeichert sein könnte. Nur ist es nicht einfach, es herauszuholen. Man muss den Stein aufbrechen, die Löcher im Sandstein aufsprengen, damit das Gas ausströmen kann. Genau dies hätte die US-Partnerfirma bei der Probebohrung tun sollen. Doch das Aufbrechen macht Krach, was am Wochenende nicht sein darf. Die Crew hätte sich bis Montag gedulden müssen, stattdessen spülte sie Wasser ins Loch, ohne die Poren aufgebrochen zu haben. Das Wasser löste Salzkristalle aus dem Sandstein und verstopfte die Poren.
«Das war ein teurer Fehler», sagt Lahusen ruhig. Wäre da nicht Robert Sneider, hätte ihn der Mut vermutlich längst verlassen. Der Amerikaner gilt als hochkarätiger Experte, er fand schon gigantische Mengen Gas, wo andere zuvor erfolglos Dutzende von Löchern gebohrt hatten. Und Sneider ist überzeugt, dass es in Weiach Gas gibt; man hätte den Test nur besser machen müssen. Lahusen sagt: «Wer nach fossilen Ressourcen sucht, muss Geduld haben. Nur bei sechs Prozent aller Bohrungen wird man fündig – das heisst vierundneunzig Prozent Nieten! Auf siebzehn Bohrungen gibt es einen Fund. Wir haben in der Schweiz jetzt die siebzehnte Bohrung gemacht.»
Die Geschichte von Lahusens Seag beginnt Ende der 50er Jahre. Die Euphorie, man könnte mit hiesigem Öl einen Teil des Eigenbedarfs decken, ist durch den Zwei ten Weltkrieg gedämpft worden. Man fürchtet sich sogar davor, Öl zu finden. «In Zeiten kriegerischer Verwicklungen im europäischen Raume, so wird argumentiert, würden schweizerische Erdölvorkommen einen Anreiz und damit eine Gefahr für eine militärische Invasion der Schweiz bedeuten. Diese Befürchtungen hatten vor einiger Zeit eine gewisse Berechtigung. Es ist durchaus möglich, dass – ergiebige – schweizerische Erdölquellen im Zweiten Weltkrieg eine militärische Besetzung der Schweiz sehr attraktiv gemacht hätten», schreibt Alfred Peter in einer Studie über die «Wirtschaftlichen Voraussetzungen und Folgen einer schweizerischen Erdöl- und Erdgasförderung». Er hält ein flammendes Plädoyer für eine eigene Erdölindustrie. Die Studie ist 1961 erschienen. Fünf Jahre zuvor war die Sowjetarmee in Ungarn einmarschiert, der Kalte Krieg war da. 1956 fand auch die Suezkrise statt und der erste Erdölschock.
In der Schweiz reagiert man prompt. 1957 gründet der Industrielle Max Schmidheiny mit dem damaligen St. Galler Baudepartementssekretär und späteren Regierungsrat Simon Frick und dem jungen Geologen Ulrich Büchi die Aktiengesellschaft für schweizerisches Erdöl (Seag). Zusammen mit Shell und Esso beginnt die Seag nach dem schwarzen Gold zu forschen.
Die Ostschweizer Kantone finden sich zusammen und erteilen dem Unternehmen für das gesamte Gebiet vom Bodensee bis in die Kantone Aargau und Schwyz eine Explorationskonzession. Andere Kantone machen nicht mit. Die Berner lassen verlauten: «Wir verkaufen den Kanton Bern nicht an die Bahnhofstrasse.» Man will über «sein» Erdöl selbst verfügen. Deshalb entstehen in den Regionen verschiedene Explorationsgesellschaften, die später unter dem Dach der Swisspetrol Holding vereint werden.
Am erfolgreichsten ist die Luzernische Erdöl AG (Leag), auch sie eine Tochter von Swisspetrol. Ende der 70er Jahre treibt sie in Finsterwald im Entlebuch ein 5289 Meter tiefes Loch in den Untergrund. Man findet zwar kein Öl, aber Erdgas. Die Leag baut eine Pipeline, die an die Transitleitung Holland–Italien angeschlossen wird. Die Pumpe in Finsterwald ist über 42 000 Stunden in Betrieb und liefert 74 Millionen Kubikmeter Gas, was etwa zweieinhalb Prozent des Schweizer Jahresgasverbrauchs entspricht. Nach 1989 gibt das Reservoir nicht mehr viel her, die Leag füllt Beton ins Förderloch und zieht ab.
Laut Lahusen war Finsterwald die teuerste Bohrung der Swisspetrol: Sie kostete 30 Millionen Franken, 6 Millionen der Förderbetrieb, 9 Millionen holte man mit den Gasverkäufen wieder rein. In den 30 Jahren Exploration bohrte Swisspetrol 17 Löcher, investierte 320 Millionen Franken und spielte 9 Millionen ein – keine berauschende Bilanz. Das Geld stammte zur Hauptsache von Shell, Esso, Elf Aquitaine und Kleinaktionären.
Bei Thun versuchte man es 1989 nochmals. Man bohrte 5945 Meter tief, so tief wie nie zuvor in der Schweiz, und wurde nicht fündig. Das war das Ende der Swisspetrol. 1994 liquidierte man die Holding, allein die Seag liess man als Hort aller gesammelten Daten bestehen, legte die Firma jedoch schlafen. Sie sollte keine Aktivitäten mehr entwickeln. Bis Lahusen sie wieder zum Leben erweckte. Die grossen Erdölgesellschaften sind inzwischen ausgestiegen, Lahusen hat die Aktienmehrheit übernommen; mit dabei sind noch die Swissgas, der Kanton Bern und etwa zwanzig Kleinaktionäre.
Nach dem Flop im Herbst 2000 sucht Lahusen monatelang neue Investoren, die ihm helfen sollen, die Probebohrung in Weiach nochmals zu öffnen und «richtig zu testen». Er findet sie, aber sie wollen nicht namentlich erwähnt werden. Am 3. Mai 2004 ist es so weit: Eine neue Crew nimmt in der Weiacher Kiesgrube die Arbeit auf. Sie öffnet das Loch, putzt es, perforiert die Verrohrung und schliesst das poröse Gestein auf. Diesmal machen die Männer alles richtig. Aber es kommt nichts – nur ein bisschen Wasser, ein bisschen Gas. «Es hätte gereicht, um ein paar Kinderluftballons zu füllen», sagt Lahusen. Die Investoren verlangen einen weiteren Test. Es passiert dasselbe, es kommt nichts. Lahusen sagt: «Es gibt zwar Gas, aber das Gestein ist dicht wie Beton.» Am 17. Juni wird beschlossen, Weiach endgültig aufzugeben.
Exploration ist Goldgräberei. Wer die Ader trifft, ist reich. Lahusen rechnet vor: Wenn sie ein Gasfeld in der Grösse von einer Milliarde Kubikmeter fänden, würde das reichen, um einen Drittel des Schweizer Jahresbedarfs zu decken. «Ein Kubikmeter bringt tief gerechnet 20 Rappen. Das würde uns 200 Millionen Franken einbringen. Das Loch in Weiach kostete uns 7,5 Millionen – wenn wir Erfolg haben, muss man nicht lange überlegen, ob es sich lohnt.»
Lahusen macht weiter, die Geldgeber ebenfalls. Man wird nochmals Daten sichten und einen neuen Bohrort suchen. Denn es geht ihm nicht in den Kopf, dass nur zehn Kilometer entfernt auf der süddeutschen Seite erfolgreich gebohrt wird. Dass unweit der Grenze in Frankreich und Italien exploriert und Gas gefördert wird. «Die Geologie kennt keine Landesgrenzen», sagt er. «Wenn es dort Erdgas gibt, dann muss es das bei uns auch geben.»
Susan Boos ist Redaktorin der «Wochenzeitung» (WOZ) und Autorin von «Strahlende Schweiz – ein Handbuch zur Atomwirtschaft» (Rotpunktverlag, 1999). Mit Dank an die Wissenschaftshistorischen Sammlungen der ETH-Bibliothek Zürich, die den Nachlass von Arnold Heim betreuen.