Im Taumel der Stunden WIE SPÄT IST ES? - Die Frage ist nicht eben originell; sowenig wie die jeweilige Antwort. Und auch der ihr vorangehende flüchtige Blick auf die Uhr am Handgelenk stellt nicht einen besonders kreativen Moment im Leben eines Menschen dar. Wir haben die analoge Umsetzung der Zeit auf die Zeigerstellung auf dem Zifferblatt derart verinnerlicht, dass wir weder Zahlen noch Markierungen brauchen, um den Zug nicht zu verpassen.
Aber heisst, dass es so ist, auch schon, dass es so sein muss? Nein, meint Sung Du Kim aus Seoul, der messerscharf erkannt hat: «In herkömmlichen Uhren sind die Ziffern 1?12 in dieser Reihenfolge auf dem Zifferblatt angeordnet und daher eintönig und vermögen nicht, eine frische Neugierde zu wecken.» Genau dies zu tun, macht sich der Erfinder mit seinem Patent 680551 G A3, Int. Cl. G04B 19/08 anheischig.
So sind denn auf Sung Du Kims Uhr die Stunden zufällig verteilt, und die drei Zeiger werden von ebenso vielen Schrittmotoren dergestalt angetrieben, dass sie - mal im Uhrzeiger-, mal im Gegenuhrzeigersinn - durch plötzliche Schwenks die korrekte Zeit anzeigen. (Am schwierigsten zu fassen ist der Minutenzeiger, der alle fünf Minuten springt.) Das Fazit des Erfinders: «Dies kommt der Befriedigung einer psychologischen Neigung heutiger Leute gleich, die stets nach Abwechslung im Leben trachten. Daher kann die vorgeschlagene Uhr den Leuten ein frisches Gefühl vermitteln, während sie bei Kindern deren Denkvermögen verbessert und die Neugierde auf Forschung und Studium weckt.» Die Probe aufs Exempel lässt sich bei unserem Beispiel machen: Wie spät ist es?