CALUMET, abstammend vom französischen «chalumeau», das sich vom lateinischen «calamus» in der Bedeutung «Rohr», «Schilfrohr», «Rohrflöte», «Schalmei» ableitet, war ursprünglich der Oberbegriff für eine Vielzahl nordamerikanischer Ritualpfeifen. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der Begriff auf jene verzierte Ritualpfeife beschränkt, die im Calumettanz eine Rolle spielt. Aber die Calumetpfeife ist weit mehr als einfach eine «Friedenspfeife», sie symbolisiert mit ihren Verzierungen und ihrem Federschmuck den ganzen indianischen Kosmos. Von daher bezieht sie ihre herausragende Bedeutung für das Leben der Indianer, eine Bedeutung, die der Weisse gar nicht zu erfassen vermag und die die nordamerikanischen Pfeifenrituale in der Geschichte des Rauchens zu etwas Einzigartigem machen.
Bekannt ist die Calumetzeremonie der Omaha, bei der ein Calumetpaar verwendet wurde. Es wurde über den Anwesenden geschwenkt, um ihnen Frieden, Glück und Reichtum zu bringen. Das Pfeifenpaar steht für zwei Stammeshälften, für Mann und Frau, Süden und Norden. Die Adlerfedern versinnbildlichen den Tag, die Eulenfedern die Nacht. Um die Wende zum 19. Jahrhundert fand das Calumet unter vielen indianischen Gruppen Verbreitung. Das Rauchen von Calumets und andern Tabakpfeifen sollte auch den Handel begünstigen, Verträge besiegeln und Freundschaften bekräftigen. Die Europäer nutzten die Bedeutung der heiligen Pfeife zu ihrem eigenen Vorteil. Sie übergaben sie den Indianern bei Landverträgen als Geschenk. Das Calumet wurde geradezu zum Diplomatenpass des Wilden Westens.
Noch heute spielt die Nutzung des Tabaks und der Pfeife bei den nordamerikanischen Indianern eine Rolle, sei es als Gastgeschenk oder im spirituellen Zusammenhang.