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Zerlegt -- Erstklassig schlafen
© Patrick Rohner, Zürich
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| Swiss-First-Class-Pyjama, 60% Baumwolle, 40% Polyester, van Laack. |
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Zum «kompletten Reiseerlebnis» für First-Class-Passagiere gehört das edle Schlafgewand. Bei der Swiss ist es eine Mischung aus Pyjama, Trainer und Poloshirt.
Jeroen van Rooijen
Wer First Class fliegt, erwartet heute nicht bloss zwanzig Zentimeter mehr Beinfreiheit, zwei Tageszeitungen oder ein etwas aufwendiger verpacktes Schöggeli zum Dessert; er will von Anfang bis Ende der Reise wie ein König behandelt werden. Das gilt auch bei der Schweizer Airline Swiss, wo man Anfang Jahr ein überarbeitetes First-Class-Konzept vorgestellt hat. Im Zentrum stehen neue Sitze, die sich in ein flaches, mit echtem Daunenduvet bestücktes Bett verwandeln lassen.
Damit man sich darin fürstlich betten kann, reicht die Swiss ein schickes Pyjama dazu. Es ist von van Laack, dem Qualitätshemdenhersteller, der einst in Berlin ansässig war und heute von Mönchengladbach aus operiert. Seine besten Zeiten hatte van Laack in den 1920ern, als «das königliche Hemd» ein Muss für den deutschen Gentleman war. In den letzten vierzig Jahren wurde die Marke durch Handwechsel und Misswirtschaft ramponiert. Erst seit der Textilunternehmer Christian von Daniels 2002 die Firma übernommen hat, geht es wieder aufwärts.
Das schwarze First-Pyjama von Swiss, das es in den Grössen S bis XL und in einem einzigen Schnitt für Damen und Herren (also: Unisex) gibt, ist eine Art Melange aus einem Schlafanzug, einem Trainer und einem Poloshirt. «Wir hatten eine klare Vorstellung davon, wie das Design aussehen sollte, und van Laack hat es entsprechend umgesetzt», so ein Swiss-Sprecher, der das Projekt «komplettes Reiseerlebnis» mitbetreut hat.
Das Oberteil ist ein langärmliges, gerade geschnittenes Shirt mit einem kontrastierenden Umlegekragen aus weisser Baumwolle. Der Kragensteg und die Innenseite der Knopfleiste sind aus sandfarbenem Material gearbeitet. Auf Kragen und Leiste befinden sich drei weisse, gravierte Knöpfe mit drei Löchern, das Markenzeichen von van Laack. Auf der linken Brust ist mit weissem Faden «Swiss First» gestickt – damit die anderen Passagiere auch wissen, was es geschlagen hat, falls man sich im Flugzeug mal ausserhalb der First-Zone im Pyjama kreuzen sollte.
Das bequeme Beinkleid ist gerade geschnitten, hat zwei seitliche Taschen und ein flexibles Gummiband mit Kordelzug in der Taille. Shirt und Hose werden aus einer relativ festen Wirkware (Baumwolle-Polyester-Gemisch) hergestellt. Diese Kombination sorgt dafür, dass das Pyjama leicht ist, eine flexible Passform hat und gut wärmt. Heissblüter dürften darin allerdings rascher ins Schwitzen kommen als in einem vergleichbaren Schlafanzug aus Baumwolle. «Die Atmungsaktivität ist ausreichend, ausserdem ist unser Mischgewebe dauerhafter als reine Baumwolle», wiegelt der Pyjamafachmann von Swiss ab.
Genäht wird das in einem Baumwollbeutel zusammengerollte «Give-away» für die First-Passagiere im Fernen Osten; wo genau, konnte oder wollte die Swiss nicht erklären. Es darf aber angenommen werden, dass die Fertigung in den van-Laack-eigenen Produktionsstätten in Hanoi oder Indonesien geschieht. Auch bezüglich der Kosten, die der Swiss durch das schicke First-Pyjama entstehen, gibt man sich bei der Airline bedeckt. (Das zerlegte Pyjama ganz: Seite 72.)
Jeroen van Rooijen ist Moderedaktor bei der NZZ am Sonntag.
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