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NZZ Folio 06/08 - Thema: Perlen aus dem Internet Inhaltsverzeichnis
Editorial -- Wir sind das Web
© Anna-Lina Balke, Zürich
Von Daniel Weber
Das World Wide Web ist noch nicht der Pubertät entwachsen. Als Geburtsjahr des WWW gilt 1993; damals gab das Cern in Genf die Technik dazu kostenlos frei. Noch nie hat eine technische Errungenschaft so schnell die Welt erobert. Und gleichzeitig hat sich das Web dabei selbst stürmisch weiterentwickelt. Vor gut zehn Jahren war etwa der Netscape Navigator der Standard-Browser zum Surfen im Netz; letzten Februar wurde er ohne grosses Aufheben aus dem Verkehr gezogen. Ebenfalls vor zehn Jahren werkelten zwei Studenten der Stanford University auf einem Server in ihrer Bude an einer Suchmaschine, die sie Google tauften; heute ist Google die wertvollste Marke der Welt.
Die Entwicklungsphase, die das Internet gegenwärtig durchläuft, ist eine besonders dynamische. In seinen ersten Jahren diente es dazu, online zugänglich zu machen, was sich in digitale Form bringen liess: zunächst Texte, dann Bilder, Musik und Filme. Das ist immer noch seine zentrale Funktion, aber vor allem zwei Dinge sind hinzugekommen: Erstens haben sich die Möglichkeiten, solche Inhalte zu veröffentlichen, für den Einzelnen radikal vereinfacht. Ein Beispiel dafür sind die Millionen von Bloggern, die ihre teilweise vielbeachteten Onlinetagebücher führen; ein anderes das riesige Onlinelexikon «Wikipedia», das ausschliesslich von Freiwilligen verfasst wird. Zweitens schiessen Plattformen aus dem Boden, auf denen sich die Einzelnen in sozialen Netzwerken zusammenschliessen; so bilden sich Communities, in denen Menschen zueinander finden und sich austauschen. Das Internet ist zum Mitmach-Web und zur grössten Kommunikationsmaschine der Welt geworden.
In der vorliegenden Ausgabe berichten wir über einige der Phänomene, die das Internet heute charakterisieren. Gleichsam als Filetstück findet sich in der Mitte des Hefts der Sonderteil, in dem wir die auf dem Titel angekündigten Perlen aus dem Internet präsentieren. Wir haben 130 Websites unter 48 Stichwörtern von «Abnehmen» bis «Wohnungssuche» alphabetisch geordnet und kurz kommentiert. Unsere Auswahl ist streng subjektiv: Jeder wird Websites vermissen, die er für zwingend hält, jede wird solche finden, die ihr überflüssig vorkommen. Wir hoffen trotzdem, dass wir allen den einen oder anderen Tip geben können, der sich beim Surfen als wertvoll erweist.
Daniel Weber ist Redaktionsleiter von NZZ Folio.
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