NZZ Folio 04/01 - Thema: Pillen   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Berufskrankheiten

Von Reto U. Schneider

ANGESICHTS DER Ausbreitung von Berufskrankheiten fällt die Wahl der ungefährlichsten Beschäftigung schwer. «Das Knie des Teppichlegers» (Australian Family Physician, Vol. 27, S. 415) ist ebenso gefährdet wie «Die Hand das Tütenpackers» (British Journal of Plastic Surgery, Vol. 44, S. 158) und «Das Handgelenk des Espressomachers» (Western Journal of Medicine, Vol. 152, S. 721-722). Der Badmeister schlägt sich mit Entzündungen herum: «Schwimmbad-Granulome verursacht von Mycobacterium marinum: ein Berufsrisiko von Rettungsschwimmern» (Cutis, Vol 41, S. 397-398). Dem Gärtner geht es noch dreckiger: «Plötzlicher Tod während des Rasenmähens» (Medical Journal of Australia, Vol 157, S. 720). «Ein Mechaniker, der 15 Monate Blut hustete» (Lancet, Vol. 350, S. 28), ist ebenso ein Fall für den Arzt wie die «Gehörschäden bei Zahnärzten» (Tandlakartidningen, Vol. 78, S. 227-229). Unerwartete berufsbedingte Beschwerden bekam der Angestellte eines Kühlhauses, dessen Hoden sich wegen der Kälte so stark in die Leistengegend zurückzogen, dass der Mann starke Schmerzen hatte. Sein Schicksal fand unter dem denkwürdigen Titel «Die Hoden des Kälteingenieurs» (British Journal of Urology, Vol. 65, S. 213) Eingang in die medizinische Literatur.




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